Horsemanship
beschreibt die Einstellung treffend, leider gibt es kein deutsches Wort. Dazu gehört auch: “Was Du nicht willst, dass man Dir tut, das füg’ auch keinem Anderen zu.”

Die Basis für die Nutzung der Pferde beginnt bei dem Wusch, sie verstehen zu wollen.
Pferde sehen uns Menschen als Artgenossen, die ranghöher, ranggleich oder rangniederer sein können, oder sogar als Feind.

Ich bemühe mich, immer der ranghöhere Artgenosse zu sein. Nicht mit Gewalt, sondern mit Verstand.
Wenn das Pferd unter menschlicher Einwirkung Fehler macht, dann in der Regel, weil es den Menschen, oder die Aufgabe nicht verstanden hat.

Vor der Ausbildung und damit Nutzung steht die Herstellung von Vertrauen.

Damit die Pferde uns Menschen verstehen können, brauchen wir eine Vertrauensgrundlage. Unsere Pferde sollen wissen, dass von uns keine Gefahr ausgeht und sie durch uns keinen Schaden zu erwarten haben. Die Steigerung dieser Basis ist, dass die Pferde davon ausgehen, dass ihnen in unserer Gesellschaft kein Schaden von Aussen droht.

Wir entsprechen dem souveräne Leittier. Das Vertrauen des Pferden sollte einschließen, dass die größten Traktoren und LKW, die lautesten Geräusche und die unheimlichsten Bedrohungen in Wald und Feld Ihnen nichts anhaben können, so lange wir in seiner Nähe sind.
Ein solches Verhältnis möchte ich auch für meinen täglichen Umgang mit „unserer“ Offenstallherde.

Folgende Verständigungsmittel stehen uns je nach Situation zur Verfügung:

Stimmhilfen, lobend und tadelnd. Berührung, streichelnd oder abwehrend, Futter, (Kaubewegung des Kiefers entspannt die Pferde. Vorsicht bei dreisten ranghohen Tieren!) Zügelhilfen und Gewichtshilfen beim Reiten, Touchierhilfen (Gerte) Touchierhilfen sind niemals Prügel! 

Hilfen dürfen vom Grundsatz her niemals Schmerzen verursachen. Sie müssen für das Pferd verständlich und konsequent erfolgen.

Reagiert das Pferd auf eine Frage richtig, wird es belohnt, macht es etwas falsch, wird es nicht belohnt oder sogar ignoriert, nur selten, z.B. in gefährlichen Situationen gestraft.

Pferde sind nur dann in der Lage ihre angeborenen Anlagen voll zu entfalten, wenn sie sich gesund und wohl fühlen. Der Umgang mit dem Menschen sollte dem Pferd Geborgenheit bieten.

Für mich steht die Förderung der Gesundheit und Harmonie für Pferd und Reiter im Vordergrund. Attribute wie Vertrauen, Freude, Spaß stehen für mich im Vordergrund.

Takt zeichnet sich durch gleichmäßige, der Rasse entsprechenden, arttypische Bewegungsfolge in allen Gangarten unter Hilfeneinwirkung aus.

Losgelassenheit erkennt man am natürlichen, spannungsfreien, ausgewogenen, freiwilligen Bewegungsablauf. Die vertrauensvolle Anlehnung ermöglicht ein harmonisches Zusammenspiel der Hilfen.

Schwung entwickelt sich durch die Übertragung des Schubs der Hinterhand auf die Gesamtbewegung. . (... ohne Schwung kein Takt ! ...)

Die natürliche Schiefe wird mit zunehmender Dehnungsfähigkeit und Durchlässigkeit, der wachsenden Bereitschaft Hilfen gymnastisierend anzunehmen, verbessert. Gerade gerichtet, ausbalanciert und muskulär vorbereitet, erarbeiten wir uns die Versammlung durch entsprechendes Untertreten der Hinterhand.

Mein Ziel ist die Optimierung der Gesundheit von Pferd und Reiter, damit wird der Weg zum Ziel.

Wie auch in Gesundheitsfragen so ist auch zum Thema anspruchsvolle Freizeitreiterei Jocker mein Lehrmeister. Nachdem es Jocker gesundheitlich besser ging, begann ich ihn wieder regelmäßig zu Reiten.
Jocker war schon immer „faul“, also „rüstete ich immer wieder auf“. In der Halle hatte ich mich schon in den ersten drei Monaten „Grundausbildung“ durch meine erste Trainerin zur konsequenten Nutzung von Sporen hinreißen lassen. Zusätzlich war eine Gerte zur Argumentationsverstärkung oft das Mittel der Wahl.

Bald schon ritt ich Jocker auch mit Sporen im Gelände und benutzte sie, um ihn vorwärts zu reiten, -trotzdem waren wir in Gruppen meist das Schlusslicht. Ich hatte Frustgefühle, vor allem war ich oft sauer auf mein „faules“ Pferd. Ich besuchte Reitkurse bei namenhaften Trainern der Westernreiter, wechselte die Reitlehrer immer auf der Suche nach Hilfe.

Was muss ich machen, damit mein Pferd vorwärts geht?
Meinen erfolglosen Weg zu beschreiben spare ich mir. Ich bin noch immer wütend auf die Ausbilder die mich mein Pferd schlagen ließen, die Mitreiter die ihre Pferde ebenfalls kritiklos mit Sporen und den langen Lederzügeln sanktionierten, auf mich für die Zeit, als ich Jocker mit einer Kadarre mit beweglichen Anzügen
zweihändig geritten habe.

Ich hatte das Pech, dass Jocker schon als Jährling sehr krank gewesen sein musste, weil er selten Power für Bewegungsfreude hatte. Wäre er in der Phase des Anreitens bewegungsfreudig gewesen, hätte ich sicher schon früher gewusst, dass ich während seiner Ausbildung schon in der Basisarbeit grundlegende Fehler gemacht habe.

Es fiel mir auch nicht auf, weil ich mit anderen Pferden deutlich weniger Probleme hatte. Kein Pferd musste ich so sehr Bitten einen Huf vor den anderen zu setzen wie Jocker.

Rückblick:
Den ersten Reitunterricht bekam ich mit 10 in einer Ponyreitschule, als Teenager verbrachte ich meine gesamte Freizeit im Stall, auf der Weide und oft auf ungesattelten Ponys.

Mit 14 wechselte ich wegen Umzug vom Ponyhof in eine Reitschule. In dieser Reitschule durfte ich irgendwann in seltenen Fällen die privaten Pferde der Stallbesitzerin und Reitlehrerin reiten. Das waren die besonderen Momente in denen wir Reitschüler wussten: Jetzt sind wir gute Reiter! Diese Frau liebte ihre Schulpferde und achtete darauf, dass die Reitschüler nett und freundlich mit den Pferden umgingen. Wir durften sie nicht mit Leckerlis füttern, mussten mindestens eine ½ Std. vor Unterrichtsbeginn dort sein, um die Pferde sorgfältig zu putzen und zu satteln. Frau K. kontrollierte den Sitz der Zäumung und der Sättel vor der Stunde und achtete darauf, dass die Pferde nach den Stunden mit aufgebürstetem Fell unter einer Anschwitzdecke standen. 

In ihrem Unterricht ritten wir nie mit Sporen, selten mit Gerte, schwachen Reitern wurden die Pferde ausgebunden, Schlaufzügel gab es keine.

Mit 16 bekam ich mein erstes Reitbeteiligungspferd, an einem anderen Stall. Da es mir nicht gelang das Pferd an den Zügel zu reiten und das Pferd immer versuchte davon zu eilen, ließ der Reitlehrer mich das Pferd immer mit Schlaufzügeln reiten. So sei alles bestens!

Da ich mit den Schlaufzügeln nicht Ausreiten sollte, auf dem Platz aber immer damit geritten bin, konnte ich das Pferd nur mit einem viel zu kurz und tief eingeschnallten Martingal im Gelände “halten”. Nach 1 Std. Ausritt hatte ich „Affenarme“ weil ich immer Mühe hatte das Pferd langsam zu halten. Das Pferd ging immer öfter Lahm und Hatte Probleme mit der Luft.

Der Stallbesitzer nahm ihn an Wochenende manchmal mit auf Ausritte, damit das Pferd sich mal richtig auspowern konnte. In den „Pausen“ standen die Pferde dann angebunden vor einer Kneipe um sich auf dem Nachhauseweg wieder in Schweiß zu galoppieren. … von dem letzten Kreuzverschlag im Alter von 16 Jahren erholte er sich nicht und musste Eingeschläfert werden. Zwei Jahre kannten wir uns damals.

Ich war so geschockt und traurig, dass ich erst mal einen Bogen um Pferdeställe machte. Mit Anfang 20 bekam ich eine Reitbeteiligung an einem 12 jährigen Rheinländer angeboten. Den Besitzer der Pferde kannte ich aus meiner Reitschulzeit bei Frau K. Meine Aufgabe war es, das Pferd vor und nach den “Springturnierwochenende” im Schritt lange und am langen Zügel auszureiten. Und während der Woche dressurmäßig zu arbeiten. Für die Reitbeteiligung zahlte ich nicht, bekam Unterricht bezahlt, der sein Geld nicht wert war. (Der Reitlehrer war zwar ein hochkarätiger Turnierreiter, sein Unterricht beschränkte sich jedoch auf die Ansage von Bahnfiguren und Tempowechsel. Folgende Kritiken waren an der Tagesordnung und blieben mir von der ersten bis zur letzen Sunde erhalten. „Nimm Deine äußere Schulter mit. Absatz tief. Nicht nach unten schauen.“

Das Pferd wurde aus Zeitgründen unter der Woche ausschließlich von mir geritten, sprang am Wochenende unter seinem Besitzer erfolgreich S Springen und gewann diese häufig.

Aus einem Pferd wurden nach kurzer Zeit zwei Pferde die ich reiten durfte. Weil der Besitzer beruflich bedingt immer weniger Zeit hatte, ritt er die Pferde nach 5 Jahren nicht mehr und ich hatte zwei Pferde wie meine eigenen, nur mit dem Unterschied, 0 Kosten.

In diesen fünf Jahren machte ich aus seinen Pferden wie er lächelnd sagte: „Weiberpferde“.
Sein junges Nachwuchspferd (1,80, Hannoveraner) ging zwar Mächtigkeitsspringen, ich konnte ihn aber als er es kaufte, nur mit einer durch das Martingal geschnallten Springkandarre davon überzeugen, dass ich Tempo und Richtung bestimmen möchte. Ich hatte die Erlaubnis bei einer Westerntrainerin Unterricht zu nehmen, kaufte einen Westensattel für ihn und konnte ihn schon nach einem Jahr auf Wassertrense auf „einem Teller“ galoppieren. Ohne Sattel mit Halfter ausreiten war auch möglich, erlaubte mir der Besitzer aber aus versicherungstechnischen Gründen nicht. :o)

Das Seniorpferd hätte ich auch gern im Westernunterricht geritten, aber meine Trainerin und heute Freundin weigerte sich mir auf diesem Pferd Unterricht zu geben. Sie machte mich unter anderem darauf aufmerksam, dass das Pferd einen Nervenschnitt hinter sich hatte und vorn nicht „stuckerig“ läuft sondern die Vorhand aus einer Schonhaltung heraus nicht belasten will. Sie war die erste auf meinem Weg für neue Sichtweisen. Von ihr kaufte mein Mann Jocker, aber nur, weil der Besitzer der Beiden inzwischen 22 und 16 jährigen Pferde meinem Mann keines der Beiden Pferde verkaufen wollte.

Von all den Pferden in der Vergangenheit habe ich viel gelernt, ohne das ich das bewusst wahrgenommen habe.

Die Ponys waren die Lehrmeister der Balance und die haben mir die Herdensprache näher gebracht. Wenn wir nicht sicher oben saßen, haben die Ponys und im Galopp verloren und wir mussten nach hause laufen. Entweder wir haben es geschafft uns gegen frech beißende und keilende Ponys zu wehren, oder die blieben auf der Weide und fraßen Gas, statt sich einfangen und reiten zu lassen.

Die gut ausgebildeten Pferde von Frau K. machten es möglich, gewaltlos Einfluss auf Bewegungsrichtung und Tempo zu nehmen.

Das verstorbene Pferd lehrte mich, dass Kampf allein nicht zum Ziel führt und wie negativ sich schlechte Haltung und unangepasstes Training auswirken.

Die beiden temperamentvollen Springpferde dass es sich lohnt Vertrauensvorschuss zu gewähren und den Pferden Meinungsfreiheiten zu erlauben.

….. und an Jocker sollte sich alles perfektionieren, der Traum vom eigenen, selbst ausgebildeten Pferde. Der Traum platzte zum ersten Mal als Jocker gerade erst ein knappes Jahr war. Meine Freundin und Züchterin des Pferdes verließ aus persönlichen Gründen Deutschland und wir mußen Hals über Kopf in eine „Notunterkunft“ für Pferde, wo Jocker seinen ersten „dicken“ Husten bekam und die erste fette Tierarztrechnung verursachte.

Von Fohlen an beschäftigte ich mich sehr viel mit Jocker. Mit sechs Monaten stieg er bereitwillig in Pferdehänger, ließ sich Decken an und aus ziehen, hatte schon mal einen Schettysattel auf dem Rücken, kannte einen „Trail“, ging schon vor dem Absetzen ohne seine Mama problemlos eine halbe Stunde spazieren, durchquerte kleine Bachläufe und kannte Brücken und Tunnel. ….. Heute würde ich das nicht mehr so machen! Ich stahl meinem kleinen Pferdchen einen Teil seiner Kindheit. Und, weil das kleine Pferd sich immer „benehmen musste“ wenn wir zusammen unterwegs waren, habe ich so, weiß ich leider erst Heute, einen Teil seiner Bewegungsfreude im Keim erstickt.

Am Halfter longiert habe ich ihn mit 2-21/2 immer mal für ein Paar Minuten. Auch mal mit Sattel oder mit einer Trense im Maul. Er war immer brav und selten übermütig oder lauffreudig. Als der drei war stieg ich immer mal von einer Bank oder einem Baustamm aus auf seinen Rücken und nach einigen Metern wieder ab. Im Spätsommer seines dritten Lebensjahres habe ich ihn beschlagen lassen, weil er „fühlig“ war.

Ich ging gesattelt mit ihm Spazieren und sieg immer längere Stecken auf seinen Rücken. In Begleitung trabte und galoppierte ich ihn im Gelände. Es war nie ein Problem in langsamer zu bekommen, er war immer der letzte der Gruppe.

In der Halle oder auf dem Platz gebrauchte ich schon sehr bald Sporen und Gerte, Spaß an der Arbeit stellte sich von Seiten des Pferdes nicht ein. Obwohl das freiwillige Vorwärts zu keinem Zeitpunkt gegeben war, lernte Jocker unter Anleitung diverser Trainern sich in alle Richtungen zu verschieben ohne reell durchlässig zu sein. …… - Genug den Fehlern der Vergangenheit hinter her gejammert. Alles was ich für und mit meinen Pferden gemacht habe, habe ich aus meinem damaligen Kenntnisstand heraus gemacht. Damit sind wir wieder bei den Vorbildern, die wir uns suchen. –Im Unterbewusstsein oder bewusst suchen wir Leitbilder, an denen wir falsch und richtig ausloten und diese Erkenntnis entwickelt sich dann zu unserer eigenen Meinung und daraus resultierende Handlungen.

Heute ist es für mich ein wichtiges Erkennungszeichen wenn mangelnde Harmonie und „Fortbewegungsbereitschaft“ bei Pferde/Reiterpaaren zu beobachten sind.

Statt mit Gerte und Sporen aufzurüsten, sollten Reiter nach den Ursachen für das Verhalten der Pferde forschen. Unwohlsein und Schmerzen (bei Pferd und REITER!) kommen ebenso in Betracht, wie Bewegungsmangel im Alltag.

Natürlich spielt das persönliche Phlegma auch eine Rolle ob ein Pferd eher in Lethargie fällt, sein Heil in der Flucht sucht, oder sogar bockt und steigt.

Einen wichtigen Grundsatz habe ich mir zu Herzen genommen.

MAN KANN FÜR FRIEDEN NICHT KÄMPFEN  und  KRAFT, ELEGANZ UND HARMONIE NICHT ERZWINGEN.

Menschen die mit Pferden umgehen, sollten sich vergegenwärtigen, dass sie von der ersten Sekunde der Kontaktaufnahme bis zum Verlassen des Pferdes in einem Dialog mit ihm stehen. Wer sich nicht 100% auf sein „Gegenüber“ konzentriert, sollte das auch nicht vom Pferd erwarten.

Pferde von denen man erwartet, dass sie auf feine Körpersignale achten sollen, sollte man selbst nicht durch hektische Gestikulierungen (oft gedankenlos mit Gerte oder Stricken in der Hand bedrohlich schleudernd) mit den menschlichen Stallkollegen verunsichern und nicht erwarten, dass sie eine Meckertirade über ärgerliche Begebenheiten nicht auf sich beziehen.

Manche Menschen haben nichts dagegen, wenn sich ihr anvertrauter 4-Beiner am Boden respektlos benimmt. Das Pferd darf sich am 2-Beiner ungestraft schubbern, ihm die Vorfahrt nehmen und ihn vor der Boxentür unsanft zur Seite drängeln, weil der Futtertrog schon gefüllt ist. Diese Menschen sind dann im Sattel sitzend erbost darüber, dass sie nicht die Führung übernehmen dürfen.

Wir können den Pferden die Zusammenarbeit mit uns erleichtern, wenn wir immer die gleichen Begriffe oder Laute für eine „Aufgabe“ verwenden. Ob „steh“ oder „woa“, „Teerab“, oder „Jog“, Galopp oder Loop, „brrrit“ oder easy, -jeder sollte für sich und sein Pferd bestimmte Wort wählen, die er der Einfachheit halber auch an die Menschen weiter gibt, die sonst Umgang mit dem Pferd haben.

Interessant ist, dass viele meiner Kunden in der Vergangenheit die verbale Kommunikation nicht für sich und ihr Pferd entdeckt oder beachtet haben. Mit Hilfe von Körpersprache und ein wenig Konsequenz ist das in nur einer Woche von Seiten der Pferde sicher verstanden. Die Pferde weichen nach vorn, hinten und zu Seite und bleiben einige Minuten frei stehen. Es obliegt den Besitzern, dies auch um- und durchzusetzen.

Jocker hat Jahre gebraucht um mir zeigen, dass er, wenn er an der Longe nicht freiwillig nach vorn weicht, sich also nicht motiviert in der gefragten Gangart vorwärts bewegt, ich unter dem Sattel das gleiche Ergebnis zu erwarten habe.

Erst als ich bei Flower vor dem Problem stand, dass ein Pferd an der Longe durch Flucht sein Heil sucht, begannen meine grauen Zellen nach der Ursache für die unterschiedlichen Verhaltensmuster zu suchen, statt mit mäßigem Erfolg an den Symptomen zu korrigieren.

Beide Pferde wurden therapeutisch auf unterschiedliche Weise unterstützt und meine Führungskompetenzen veränderten sich. Das war der Schlüssel zum Erfolg.

Das Molekür, eine auch unter dem Namen Glücksrad bekannte Zäumung von Monika Lehmenkühler, war 2009 eine Hilfer zu einem weiterer Schritt feiner und pferdefreundlicher zu Reiten. Besonders für Flower, die sich gern statt auf die Lektionen auf ihr Gebiss im Maul konzentrierte und im Gelände schnell heiß wurde. Sie ärgerte sich zwar noch immer, dass sie nicht so durfte, wie sie wollte, aber sie wurde nicht mehr zusätzlich wütend über den unangenehmen Druck im Maul. Anfang 2011 habe ich festgestellt, das Flower durch das Glücksrad an den Backenzähnen des Oberkiefers durch den Druck auf Zähne und Zahnfleisch entzündete Zahnfleischtaschen bekommen hat. Nur durch regelmäßiges Tamponieren durch Alexia Kolponinou (Pferdedentalpraktikerin) haben wir das Problem in den Griff bekommen. Das Glücksrad ist für Flower Tabu. Ich reite sie nun auf Trense oder mit dem Merothischen Reithalfter.

Ich habe gelernt, meine Pferde darum zu Bitten für mich Dinge zu tun. Es ist eine Herausforderung zu akzeptieren, wenn sie meiner Bitte nicht nachkommen wollen oder können. Es ist meine Entscheidung wann ich meiner Bitte Nachdruck verleihe und durch deutlicheren Einsatz der Hilfen meine Vorstellung durchsetze. -z.B. an einer stark befahrenen Straße zu warten, bis wir sie gefahrlos überqueren können. – Oder in der Halle, im geschützten Rahmen anzufragen ob angaloppieren oder durchparieren mit so wenige „Hilfe“ wie möglich auf den Punkt zu arbeiten.

Durch das besonderer Augenmerk darauf, wann ich die Pferde loben kann statt zu „strafen“ komme ich vielleicht nicht schnell an meine persönlichen Ziele, aber glücklich.

Wenn die Reiterei ein Augenschmaus werden soll, müssen wir Reiter lernen aus einem balancierten, unabhängigen Sitz heraus, das Pferd mit feinen Hilfen zu dirigieren. – Sonst nix ;-)

Talent ist eine gute Voraussetzung für das Reiten, aber nicht übermäßig ausschlaggebend.

Viel wichtiger sind persönliche Reife und die Bereitschaft, sich fachliches Wissen anzueignen und nicht zu unterschätzen, die körperliche Fitness, Balance und Stabilität.

Die Seite von Kelly Rupprecht beschreibt wunderschön die freundliche und partnerschaftlicher Beziehung die wir zu unseren Pferden haben können, wenn wir uns dafür öffnen wollen.

Christine Sander hat eine sehr umfangreiche leider vor allem Englische Seite zum Thema Reiten und Hilfengebung.

Aktualisiert 10.12.2011

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