Not to Do

Egal welchen Behandlungsweg man einschlägt, einen Therapeuten- oder Behandlungsmix sollte man vermeiden.

Leider ist es in der Humanmedizin häufig der Fall, dass Patienten bei mehreren Ärzten gleichzeitig in Behandlung sind. Oft ist das aus fachärztlicher Sicht auch richtig, aber ein Blick auf den gesamten Organismus gerät dabei ins Hintertreffen.

Es kann zu einer ungünstigen Medikamentenkombination kommen.

In der Tiermedizin gibt es nicht so viele Spezialisierungen, aber trotzdem wird von Tierhaltern auch ein Osteopath, Chiropraktiker oder Akupunkteur gerufen, ohne das mit dem TA oder dem THP abzustimmen.

Auch wenn viele der Meinung sind, dass in diesen Bereichen eine Zusammenarbeit oder zumindest eine Absprache unnötig ist, so kann ich aus eigener Erfahrung sagen, daß eine chiropraktische Behandlung durchaus eine heftige (zum Teil gewollte) Reaktion auslösen kann.

Ein guter Therapeut kann sagen, wann er in welche Richtung eine Unterstützung sinnvoll findet. Damit ist sowohl der Bereich der Manualtherapie gemeint, als auch die Ergänzung durch weitere Kollegen.

Wer sich entscheidet,  sich oder sein Tier mit Mittel A auf eigene Faust zu behandeln, weil der Therapeut seines Vertrauens schon 10 x bei gleicher Symptomatik mit Mittel A darauf reagiert hat, mag diese Entscheidung weiterhin auf eigene Verantwortung treffen.

Hat der Therapeut einen Behandlungsplan erstellt, ist es nicht richtig, zusätzlich ohne Absprache Zusatzfuttermittel oder weitere Medikamente  zu verabreichen. Kreuzreaktionen sind möglich!

Gehen solche Experimente schief, weiß der Therapeut das nicht einzuordnen. Funktioniert die Behandlung gut, hat auch in diesem Fall der Behandelnde das Nachsehen. Auch wenn viele TÄ eine so enge Zusammenarbeit mit dem Patientenbesitzer nicht realisieren wollen oder können, sollten wir Patientenbesitzer diesen Dialog suchen. Bei den alternativen Therapeuten rennen wir mit dieser Einstellung offenen Türen ein.

Da unsere Pferde zwar mitteilsam, aber der Sprache nicht mächtig sind, ist es unsere Aufgabe herauszufinden welches Maß an Bewegung der Gesundheit zuträglich ist.

Abhängig von der Haltung muss den Pferden mehr oder weniger Bewegungsmöglichkeit durch den Besitzer eingeräumt werden.

Sind die Tiere nicht fit, kann schon ein Spaziergang von einer halben Sunde an der Hand zu viel Bewegung sein. Das selbe Tier kann gesund und trainiert einen 120 km Distanzritt absolvieren.

Wie das richtige Maß finden?
Ein deutlich lahmes Pferd nicht zu reiten, versteht sich von selbst. Aber in der Erholungsphase kann es sinnvoll sein mit ihm Spazieren zu gehen, um die Muskeln, Bänder und Sehen wieder in eine funktionelle Form zu bringen. Eine Anpassung der Haltungsbedingung in Richtung Offenstall/Laufstall, ganzjährigem Auslauf und Spaziergänge wären für mich in so einem Fall notwendige Pflicht.

In manchen Fällen kann es aus therapeutischen Gründen sinnvoll sein, ein taktunreines Pferd zu reiten und zu gymnastisieren. Das nur in Absprache mit dem behandelnden Therapeuten und nur so lange unter der Bewegung Besserung eintritt und auch nach der Bewegung kein Unbehagen des Pferdes festzustellen ist.

Dieser Zustand sollte auf keinen Fall ein Dauerzustand sein! Vor allem, wenn mit dieser Vorgehensweise in einem adäquaten Zeitraum von ca. 8 - 12 Wochen (Regenerationszeit von Knochen, Bändern und Sehen) die Lahmheit noch immer vorhanden ist.

Die Grenze zwischen „Taktunrein“ und „Lahm“ ist nicht klar zu definien und bedauerlicher Weise werden auf „kleinen“ Turnieren und „Einführungs- Distanzsportveranstaltungen“ Pferde mit deutlichen Taktfehlern gerichtet und nicht von der Veranstaltung ausgeschlossen. Ich persönlich halte das den Pferden gegenüber für unfair. Die meisten Reiter haben (noch) kein Auge und kein Gefühl für diese Taktverschiebungen. Die Reiter haben keine Chance zu „lernen“ welches Bewegungsmuster ihrer Pferde „richtig“ und „falsch“ ist. – Liegt es eventuell daran, dass über 70% der Pferde taktunrein laufen? Wollen viel TÄ, Reitlehrer und Therapeuten das nicht sehen oder können sie nicht?

Manchmal werden Pferde vor einem zu erwartenden Verkauf mit einem Cortison haltigen Medikament “fit” gemacht. Was geschieht da eigentlich? Sämtliche Gelenke kommen für diese Form der Behandlung in Frage und zeigen zunächst gute Erfolge. Das Pferd ist in kürzester Zeit lahmfrei und damit wieder reit- und oder nutzbar. (Bitte auf Cortison klicken!)

Wie kann man die Belastungsgrenzen seines Pferdes heraus finden und anpassen lernen? 

Grundsätzlich sollte das Pferd, während man mit ihm umgeht, als Zeichen einer ausbalancierten Körperhaltung auf allen vier Hufen stehen und nicht in Entlastungshaltung.

Das Pferd sollte direkt nach der „normal“ geforderten Bewegung auf allen 4 Beinen stehen. Pferde in Entlastungshaltung schon in den Übungspausen beim Reiten gilt es zu kritisch zu beobachten! Das ist ein typisches Anzeichen von Überlastung und Unwohlsein.

Dieser Symptomatik können viele Krankheiten im Skelettbereich aber auch im Weichteilbereich zugeordnet werden. Ein paar wenige Beispiele sind unter Krankheiten zu finden.

Wer sich nicht sicher ist ob das Pferd „nur“ an einer infektionsbedingten Leistungsschwäche leidet oder was sonst im „Argen“ liegt, sollte sein Tier schonen.

Ein wichtiger Parameter ist: das Tier sollte nicht zum Schwitzen gebracht werden. Da dieser Zeitpunkt bei jedem anders ist, ist auch das Schonprogramm bei jedem Patienten unterschiedlich.

Schwieriger ist die „Kondition“ zu beschreiben. Atemfrequenz und Schweiß sind nur ein relativer Parameter. Ich beobachte meist, dass die Fitness der Pferde oft für besser gehalten wird als, ich das beurteilen würde. 

Wenn ein Pferd nicht 10 Minuten in lockerem Tempo traben, oder 5 Minuten Galoppieren kann, ohne die Atmung und Puls zu verdoppeln, ist es nicht gesund. Außer bei extremer Witterung sollte es noch nicht feucht vom Schweiß sein.

Auch nach 20 Minuten lockerem „warm traben“ sollte der Atem gleichmäßig und tief sein und das Pferd nur leicht temperiert „dampfen“.

Viele Pferde können das nach Jahren Arbeit unter dem Sattel nicht und dieser Zustand wird dann „für normal“ gehalten.

Vor noch nicht all zu langer Zeit bin auch ich trotz vieler Jahre Pferdeerfahrung dieser mangelhaften Urteilsfähigkeit aufgesessen. Aus persönlicher Unwissenheit und mangels kompetenter Beratung von Trainern, Hufschmieden, Stallbetreiber und Tierärzten.

Durch den Tod meiner jungen Stute ‚Shes Peppys Sunshine‘ und Jockers Krankengeschichte aufgeweckt, habe ich etwas sehr wesentliches gelernt:

Symptome zu behandeln oder zu unterdrücken, bringt langfristig nichts!

Ich habe bei Jocker viele Symptome erfolgreich behandeln lassen - immer genau bis zum nächsten Mal. Husten, Kehlkopfentzündungen, Pilzinfektionen, Hufgeschwüre, Koliken, Sehnenprobleme….

Die THP R.S. hat als Erste und als Einzige Therapeutin die „Warum“ Frage gestellt! Warum trifft es immer Jocker? (Name beliebig auswechselbar!)

Warum wird das Pferd trotz sorgsamer Präventivmaßnahmen (Impfen, Wurmkur Futter und Haltung etcpp) krank?

Weil das Immunsystem überfordert ist.

Weil die Haltung suboptimal ist.

Weil Reiter und Pferde nicht in der Balance sind (Innerlich und äußerlich)

 

Hier ein Bild, um die Situation zu verdeutlichen.

Stellen sie sich vor, Sie sind das „Aschenputtel“ einer reichen Familie. Sie versorgen den 8 Personenhaushalt als „Mädchen für alles“. Kochen, waschen bügeln, einkaufen, Garten und Vorgarten. Das haben sie incl. Kinderbetreuung alles bestens im Griff!

Jetzt sollen Sie nach einer 200 Leute Party in der Villa allein Ordnung schaffen und gleichzeitig die 20 geladenen Freunde der Familie für die kommenden 4 Wochen Vollpension verwöhnen.

Sie werden eine Prio-Liste erstellen müssen. Jeder Leser hat nun eine eigene Strategie im Kopf, in welcher Reihenfolge er diese Aufgabe bewältigen würde. Sogar die Arbeitseinstellung wird bei jedem anders aussehen, stimmt’s?

Je nach Gusto werden Sie mehr oder wenig aufwendig kochen, putzen, einkaufen die Schmutzwäsche bewältigen …

Na!? Wie sieht denn wohl nach 4 Wochen der Garten aus? Die Fenster? Der Vorgarten? Schlafgelegenheit und Nahrung ist eher mangelhaft und die Körperliche Belastung ist unangemessen.

So geht es einem Immunsystem. Es ist darauf ausgelegt, seinen Organismus „fit“ zu halten und schafft das in der Regel auch. Durch äußere Faktoren wird es aus dem Tritt gebracht und erstellt eine Art Priotäten- Liste.

Diese ist vom Gehirn nicht steuerbar! Jeder Organismus versucht seine wichtigsten Funktionen aufrecht zu erhalten und die andern vernachlässigt er. Das fällt uns dann als unzureichende Versorgungsleitung auf: das Symptom, die Krankheit. Wenn die geladenen Gäste unserer Beispielfamilie abgereist sind, werden sie langsam aber sicher wieder Ordnung auf dem gesamten Anwesen schaffen. Sollte eine weitere Feier dazwischen kommen, werden sie mit ihren Aufräumarbeiten wieder in’s Hintertreffen geraten.

So wie das Immunsystem unseres Pferdes, das gerade z.B. einen Stallwechsel verkraftet und dann ausgerechnet neben einem „erkälteten“ neuen Boxennachbarn landet, oder einfach nur als Rangniedriger um Fressplatz und Ruheplatz kämpfen muss.

Irgendwo hat das Immunsystem seine vernachlässigten Bereiche und es kommt zu Husten, Durchfall, Kolik oder oder oder.

Die verabreichten Medikamente lindern ausschließlich die Symptome, aber die Ursache, der „Rückstand“ des Immunsystems ist noch nicht behoben.

Rückblickend weiß ich, dass einige der Medikamente Jocker mehr geschadet als genutzt haben.
Das er SOOO krank geworden ist und vor allem so jung, war sicher auch eine Verkettung unglücklicher Zufälle, aber das Prinzip, dass nur Symptome behandelt wurden bleibt.

Viele Organismen (dazu gehören auch wir Pferdebesitzer!) werden erst mit zunehmendem Alter „Krank“. Trotzdem ist die Schulmedizin auch dann meist darauf ausgelegt, die Symptome “in den Griff“ zu bekommen, nicht die Ursache. Bluthochdruck, Diabetes, Bandscheibenprobleme, Herzprobleme, ………

Viele der verwendetet Medikamente sind lebensrettend und ein Geschenk für die Menschheit! Ich möchte die Erfolge nicht schmälern! Ich möchte nur den Blick dafür schärfen, Medikamente bewusster einzunehmen.

Ich möchte das Verständnis dafür wecken, dass Symptome die einzige Möglichkeit unseres Immunsystems sind, uns darauf aufmerksam zu machen, das „etwas“ nicht rund läuft und der Organismus Unterstützung benötigt. 

Schnupfen/Husten heißt: Bakterien/Viren/Fremdkörper sind im Begriff einzudringen! Die müssen draußen bleiben!

„Bauchweh/Durchfall“: Mit der Nahrung stimmt was nicht! - mit dem Umfeld ist was nicht OK. .. … usw.

Kompromisse in der Futterqualität sollten dringend vermieden werden!

Der schwarz gefärbte Text ist 1:1 aus dieser Quelle: <a target="_blank" href="http://www.pferde-community.de/thread881.html">Pilzgifte in Futtermittel und Einstreu</a>  hier her kopiert!

Mykotoxikose
Futtermittel und Einstreu können unter bestimmten klimatischen Bedingungen mit Pilzen bewachsen und soweit diese Pilze Toxinbildner sind, typische Vergiftungsbilder hervorrufen. Das Wachstum von Pilzen wird begünstigt durch nass gelagertes Futter, hohe Luftfeuchtigkeit und tropisches Klima. Nach dem Wirkungsort der toxischen Schäden werden die Toxine unterteilt in
Hepatoxine
Nephrotoxine
Neurotoxine
Zytotoxine
und
östrogene Toxine
Pilzansiedelung und Schädigung des Atmungstraktes
In 30% der Tracheobronchialsekrete werden Pilze nachgewiesen, vor allem Aspergillus nidulans und fumigatus sowie Candida spp.
Die Gefahr besteht bei diesen aber nicht in einer direkten Besiedelung der Schleimhaut in den Atemwegen, sondern in den Vermehrungsformen der Pilze.
Pilzsporen aus Heu, Silage und Stroh sind in hohem Maße allergisierend und für die Mehrzahl der chronischen Hustenerkrankungen verantwortlich.

Bereits kleine Mengen, auch aus Futtermitteln können Pferde schwer und dauerhaft erkranken lassen.

Bronchien und Lunge unserer Pferde sind vor allem bei Stallhaltung mehr oder weniger dauernd exponiert und manche der isolierten Pilzspezies sind potentiell pathogen (also krankmachend).
Ein spezielles Problem stellen Pilzinfektionen der Nase und manchmal auch der Nebenhöhlen dar. Die recht invasive Infektion führt zu Schwellungen der Nasenschleimhaut und des Kehlkopfes. Blutiger Nasenausfluss kann auftreten. Die sichtbaren Schleimhäute sind gerötet. Das zähe Sekret in den Nasengängen produziert ein schniefend- schnarchendes Atemgeräusch. Oft sind die Kehlgangslymphknoten vergrößert.
Es kommt zu einer Verengung der Nasengänge

Die sog. Rhinophycomykose wird von anderen diversen Spezies verursacht.
Nicht selten tritt im Bereich der Atemwege eine Luftsackmykose auf. Wird deren empfindliche Schleimhaut von Pilzen befallen, treten zuerst geringgradige Schluckbeschwerden oder mangelnde Fresslust auf.
Das Pilzwachstum zerstört fortwährend Körpergewebe im Bereich der Luftsäcke.
Werden dabei Nerven beschädigt, so können Lähmungserscheinungen im Kopfbereich auftreten. Die Luftsäcke und deren Umgebung werden außerdem von relativ großen Blutgefäßen durchzogen.
Die Beschädigung einer Blutgefäßwand kann zum plötzlichen Tod durch Verbluten führen.
Die Stachybotryotoxikose beruht auf einen Befall des Futters oder der Einstreu mit Stachybotrus atra, welcher Toxine der Gruppe der Trichothecene bildet.
Es handelt sich dabei um Zytotoxine. Bei längerfristiger Aufnahme von pilzbefallenem Heu, Silage und Stroh kommt es zunächst zu Entzündungen der Haut und Schleimhäute, die besonders im Kopfbereich an den Lippen lokalisiert sind. An diesen Stellen schwillt die Haut an und schält sich ab. Daneben besteht eine Stomatitis mit oberflächlichen Schleimhautläsionen und Speichelfluss, die Unterkieferlymphknoten können geschwollen sein.
Auch Konjunktivitis (Augenbindehaut-Entzündung) und vor allem Rhinitis mit massiver borkiger Auflagerung der Nase entsteht.
Bei längerer Einwirkung treten zusätzlich verminderte Fresslust, Koliken, Gastroenteritis und schlechtes Allgemeinbefinden auf.
Die Blutgerinnung ist gestört. Im späten Stadium der Erkrankung kommt es zu Fieber, Herz-Kreislaufschwäche sowie zu Abort bei tragenden Stuten. An den Schleimhäuten entstehen nekrotische Veränderungen und sekundär bakterielle Infektionen kommen hinzu.
Die durch Mykotoxikose bedingten Erkrankungen des ZNS (zentrales Nervensystem) beginnen mit einer allgemeinen Körperschwäche, Appetitminderung und nervaler Erregbarkeit ohne auftreten von Fieber. Anfänglich besteht noch keine Einschränkung in der Gliedmaßenmotorik. Im weiteren Verlauf zeigen sich Schluckbeschwerden, eine Lähmung der Unterlippe und Bewegungsstörungen. Das Sehvermögen fällt aus. Schließlich kommt das Pferd zum Festliegen.

Mykotoxine gehören zu den giftigsten biologischen Substanzen überhaupt. Sie schädigen das Erbgut und können Lebertumore erzeugen.
Für diesen Effekt reichen geringe Mengen aus.


Rostpilze
sind auf Gräsern und Getreidepflanzen als rostgelbe und auf Stroh als schwarze Flecken sichtbar.
Sie bilden Gifte, die auf die Haut stark reizend und auf das ZNS lähmend wirken. Das Ausmaß der Giftwirkung ist u.a. von der Empfindlichkeit des Pferdes abhängig.
Die Haut im vorderen Kopfbereich und die Schleimhaut der Maulhöhle sind entzündet. Die Tiere speicheln stark.
Außerdem werden Koliken, starker, oft blutiger Durchfall und blutiger Harn beobachtet. Infolge einer Hinterhandschwäche brechen die Tiere zusammen.

Brandpilze
schmarotzen in Getreidekörnern und bilden bei Reifung dunkelbraune bis schwarze Sporen. Die Giftwirkung dieser Pilze ist unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren abhängig.
Eine Lähmung des Schlundkopfes führt zu Schlingbeschwerden und zu starkem Speicheln. Außerdem treten Bewegungsstörungen auf.
Die Pferde schwanken, taumeln, stürzen nieder und sind oft nicht in der Lage, sich selbst zu erheben.

Schimmelpilze
können hochgiftige Substanzen bilden, die Mykotoxine, die sie an das Substrat, in dem sie wachsen abgeben.
Für Pferde ist die Mykotoxinbildung in Futtermitteln bedeutsam. Bereits die Aufnahme sehr kleiner Mengen kann zu Vergiftungen führen, die als Mykotoxikosen bezeichnet werden.
Gegenwärtig sind etwa 300 Schimmelpilzarten bekannt, die insgesamt etwa 200 Gifte bilden.
Mykotoxine sind äußerst widerstandsfähig und auch dann noch wirksam, wenn die Pilze, von denen sie gebildet wurden, infolge ungünstiger Lebensbedingungen (z.B. Trockenheit) abgestorben sind.
Sie lassen sich in mehrere Gruppen mit jeweils verschiedener Wirkung einteilen. Im Vergiftungsgeschehen spielen Aflatoxine, Satratoxine und Fusarientoxine eine besondere Rolle. Pferde reagieren auf diese Schimmelpilze sehr empfindlich, besonders gefährdet sind Fohlen.

Aflatoxine
können in Importfuttermitteln enthalten sein und führen u.a. zu Appetitverlust, verminderter Wasseraufnahme, starker Abgeschlagenheit, gelblicher Verfärbung der Lidbindehäute, Kolik und blutiger Durchfall
Satratoxine
werden vorwiegend durch die in Heu und Stroh lebende Pilzart Stachybotrus atra gebildet und führen zu chronischen Erkrankungen.
Durch eine Schädigung der Blutzellenbildung tritt später ein ausgepräftes Krankheitsbild auf u.a. steigt die Körpertemperatur an, es kommt zu starkem Durchfall, der zu übermäßigem Verlust von Körperflüssigkeit führt, Atmungs- und Pulsfrequenz sind sehr hoch, die Widerstandskraft gegenüber Krankheitserregern ist vermindert.
Das führt zusätzlich zu Infektionen, die meist tödlich verlaufen.

Zearalenon
i
st ein von Fusarienarten gebildetes Mykotoxin, welches nach Aufnahme wie ein weibliches Geschlechtshormon wirkt.
Es beeinflusst den Geschlechtszyklus der Stuten. In einigen Fällen bleibt die Rosse aus, während in anderen Fällen Dauerrosse besteht und die Erscheinungen der Nymphomanie ähneln.

Trichothecene
schädigen das Gehirn, Herz-Kreislauf-System sowie Leber und Magen-Darm-Trakt. Klinische Erscheinungen sind u.a. Futterverweigerung, hohe Berührungsempfindlichkeit, Juckreiz, kolikartige Schmerzen infolge starker Darmentzündung, unsicherer Gang, Gleichgewichtsstörungen, Schwanken, Kreisbewegungen, Muskelkrämpfe, Schweißausbruch, Ödeme der Unterhaut, gelbgefärbte Lidbindehäute und in einigen Fällen auch Erblindung.

Vorbeugende Faktoren
die wichtigste vorbeugende Maßnahme besteht darin, zu verhüten, dass sich Schimmelpilze im Futtermittel anreichern.
Da die Pilze Feuchtigkeit benötigen, müssen die Futtermittel ausreichend getrocknet und trocken gelagert werden. Um zu testen, ob das Heu gut getrocknet hat, nimmt man eine Handvoll davon und dreht es zu einem Strick zusammen.
Dabei muss eine große Anzahl der durch die Verdrehung beanspruchten Halme brechen. Lässt das Heu sich gummiartig biegen, so ist es noch nicht trocken genug.
Nach der Ernte muss das Heu genügend durchschwitzen. Getreide mit einem Wassergehalt von etwa 12% und Heu mit etwa 14% sind gut lagerfähig (fällt der Wassergehalt im Heu während Ernte und Lagerung nicht unter 15%, können sich neben Bakterien und Milben vor allem Schimmelpilze entwickeln Aspergillus, Penicillium, Mucor oder Oidium). Grobsinnlich verschimmelte Futtermittel sind für Pferde ungeeignet. Eine Gefährdung besteht auch dann, wenn man Schimmelpilznester vor der Fütterung entfernt.
Die gleichen Anforderungen müssen auch an das Stroh gestellt werden, da es am häufigsten mitgefressen wird.

 

Vorsicht bei Importfuttermitteln, wie Sojaschrot oder Körnermais. Im Zweifelsfall können suspekte Futtermittel zur mykologischen Untersuchung an die zuständigen veterinärmedizinischen oder landwirtschaftlichen Untersuchungseinrichtungen eingeschickt werden.
Was die Stallungen betrifft, so ist hier Sauberkeit oberstes Gebot.
Überbelegungen sollten vermieden werden, denn jedes Pferd braucht genügend Platz um sich wohl zu fühlen und die Ansteckungsgefahr wird minimiert.
Die Boxen sollten täglich gemistet werden und nicht wie in manchen Stallungen so üblich, eine nur übergestreute Mistmatte enthalten.
Es werden hierdurch nicht nur die Pilzinfektionen begünstigt, sondern durch die Ammoniakgase der gesamte Pferdeorganismus geschädigt (auch die Hufe!!).
Der Stalltrakt ist sauber zu halten und die Gegenstände mit denen das Pferd in Berührung kommt, sollten hygienisch einwandfrei sein. Auch in der kälteren Jahreszeit ist für genügend Frischluft zu sorgen. Saubere (auch die Spinnweben abfegen), helle und gut belüftete Stallungen machen es den Pilzen schwer, eine geeignete Heimat zu finden.

Impfen

Wurmkuren

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