August 2012
Frau Flower ist ein prima Reitpferd.

Langsam in kleinen Schritten hat sie erlernt, sich wieder vertrauensvoll an Zügelhilfen zu stellen und diese auch im Gelände zu akzeptieren. Gebisslos zu reiten war dabei kurzfristig eine prima Lösung, aber nach einigen Wochen hat sie begonnen, sich auf die Hand zu legen. Es wechselte zwischen dem Versuch, sie den Rahmen vergrößern zu lassen oder sie nahm die Hand in ein undiszipliniertes abwärts Abwärts, was dann mit einer Nase tiefer als Buggelenk und Nase hinter der Senkrechte ausartete.

Jeder Versuch, die Nase wieder nach oben zu holen, wurde mit Einrollen quittiert. Da waren wir vorher auch, - mit zusätzlichem verspannten Kauen auf dem Gebiss und mit Nasenlöchern bis zu den angelegten Ohren.
Eine Zeit lang benutzte ich das Glücksrad und eine Wassertrense mit 4 Zügeln. Erst ohne Zügelkontakt zum Gebiss. In kleinen Schritten vom Boden und vom Sattel aus stellte ich sie wieder auf Trense um.
Erst durch das Gebiss ist es mir gelungen, das Hals/Kopfgelenk zunehmend zu lockern.

Obwohl Flower kein Futter mit Getreide mehr bekommt, hatte sie hin und wieder eine Schlundverstopfung, obwohl ich das Strukturfutter anfeuchte und es ihr aus einer Wäschekorb- großen Futterschüssel füttere. Sie bekommt dann Kügelchen und ich lasse sie sich hinlegen oder wälzen, wie sie mag.
Die ersten Male habe ich den TA angerufen, aber bis jemand da war, hatte sich die Verstopfung jedes mal von selbst gelöst und ich konnte den TA abbestellen oder wieder fahren lassen.

Ich reite Flower mit Hufschuhen. Im Gelände immer, meist auch in der Halle und auf dem Platz.
Ihr Bewegungsablauf ist mit Schuhen noch immer eine Nuance besser als ohne Schuhe.
Der Unterschied ist mit Reitergewicht deutlicher zu erkennen.
Da ich sie irgendwann schon mal gern ohne Schuhe reiten können würde, gehe ich manchmal ohne Schuhe mit ihr spazieren oder nehme sie ohne Schuhe als Handpferd mit, wenn ich eine huffreundliche Runde drehe.
Sie kommt ohne Schuhe viel besser zurecht als Jocker, aber ihre Bewegungen sind wesentlich raumgreifender und lockerer mit Schuhen. Der Boden in unserer Gegend ist wirklich extrem anspruchsvoll für Barhufpferde.

Ich kenne kein Pferd bei uns im „Reitumkreis“, welches ohne Hufschutz regelmäßig ins Gelände geht und dabei losgelassen laufen kann.

Ich kenne Pferde, die mit Zehenfußung durch die Gegend schleichen und in schnelleren Gangarten kurz treten und deren Besitzer uns bedauern und stolz darauf sind, dass ihr Pferd keine Schuhe braucht.

29.12.2012
Rückblick Flower
Flower macht einfach nur Freude.
Sie ist an der Hand und unter dem Sattel sehr bemüht.
Meine mangelnden Fähigkeiten will sie allerdings nicht tolerieren.
Sie schenkt mir als Reiter nichts. Wenn ich mich nicht gescheit nach links drehe, ohne in der Hüfte abzuknicken, macht sie es auch nicht. Und wenn ich beim Aussitzen nicht mitschwinge, lässt sie mich nicht sitzen. Wenn ich es im Galopp nicht schaffe, meine innere Körperhälfte gelöst zu tragen, kann sie es auch nicht.
Das macht sie zu einer prima Lehrerin.
Ich möchte lernen, sie aussitzen zu können und ich möchte sie versammelt galoppieren können.

Im Gelände, wenn wir allein unterwegs sind, klappt das oft schon richtig gut.

Leider verträgt Flower die Heulage nicht. Schon seit Beginn der Fütterung damit hat sie Durchfall und Kotwasser. Ich glaube, es gibt kein Produkt, auf dem „Hilfe bei Verdauungsproblemen und Kotwasser“ steht, welches wir nicht schon probiert hätten den Pferden zu füttern.
Der Futterlieferant würde das Futter austauschen, aber leider hatten wir noch keinen Frost, der es erlauben würde, im Winter mit schweren Traktoren auf unser Grundstück zu fahren. Über 50 Ballen wären zu tauschen gewesen.

Der Futterlieferant hat beobachtet, dass viele Pferde mit Heulage vom 2. Schnitt besser zurechtkommen, selbst wenn er von der gleichen Wiese stammt wie der 1. Schnitt.
Wir haben Futter von einer reinen Mähweide bestellt und auch bekommen, welches sehr artenreich und langstielig ist. Es ist relativ trocken und trotzdem ist die Silierung gut gelungen. Es riecht angenehm, nicht sauer, die Pferde fressen es gut, aber von neun Pferden haben vier Durchfall und Kotwasser, fünf gute Äppel. …. . Ratlosigkeit macht sich breit.

Die jetzige Kombination aus Johannisbrot, Kräutern von Pernaturam und Betonit macht die Situation einigermaßen tragbar. Ich hoffe, wir können wenigstens noch einen Teil der Ballen tauschen, damit wir eine Idee davon bekommen, ob ein Futterwechsel uns im kommenden Winter weiterhelfen kann.

15.05.2013
Flower hat den gesamten Winter unter Durchfall und Kotwasser gelitten. Die ganzen Jahre zuvor ist sie immer recht gut mit der Heulagefütterung zurecht gekommen.

In diesem Jahr hatten wir für Menschenaugen und Nasen das beste Futter seit Jahren, erster Schnitt - Artenreich - fast trocken … . Ich verstehe es nicht. Außer ihr reagierten 2 weitere Pferde extrem schlecht auf das Futter. Nichts hat eine akzeptable Besserung gebracht. Den Versuch evtl. auf Heu umzusteigen scheiterte sofort bei den ersten Lagen, weil die allergischen Pferde sofort begonnen haben zu husten.
Einzig Mash und Heucobs konnten Linderung verschaffen.
Und natürlich jetzt endlich das lang ersehnte Frühjahr mit den ersten Grashalmen.

Im Gelände reite ich Flower mit 2 oder 4 Hufschuhen. In der Halle wechsle ich zwischen 0, 2, und 4 Hufschuhen ab. In der Halle verliert sie so gut wie nie einen Schuh. Im Gelände selten.
Aber noch immer verbessert sich ihr Gangbild mit Hufschuhen zum Positiven.

25.08.2013
Flower hat den ganzen Sommer über ihre Kostbar Vitalmischung, die aus der Waldweidemischung, Hanf und Johannisbrot besteht und wechselnde Darmkräuter gemischt bekommen. Sie bekam über 8 Wochen eine Schwarzkümmelöl – Kur, Entgiftungskur 40 Tage Ausleitung und ich habe Ende Juli begonnen, sie gezielt mit Basenwasser (ebenfalls von balance4animals) zu entsäuern und den Abtransport etwaiger Zellgifte mit Hilfe von Vetamin zu unterstützen.

Während ich das schreibe wird mir fast schwindelig weil der Eindruck entstehen könnte: Viel hilft viel. So habe ich das jedoch in den letzten Monaten nicht empfunden.

Es war notwendig, die Stute vielschichtig zu unterstützen. Monate langer Durchfall und Kotwasser sind eine enorme Belastung und besonders der Darm, das Zentrum der Gesundheit und der Immunabwehr brauchte besondere Unterstützung. Der Erfolg gibt mir Recht. Die Stute ist einer sehr guten Verfassung, ausgeglichen, freundlich und leistungsbereit. Damit das auch so bleibt, wird Flower in diesem Jahr keine Heulage mehr fressen müssen. Seit Anfang Juni bieten wir den Pferden, zusätzlich zur 24 Stunden – Portionsweide, Heu an. Flower ist eines der Pferde die dieses Angebot auffällig gern nutzt.

März 2014
Flower hat trotz Heufütterung im Winter immer wieder mit Kotwasser und ungeformtem Kot zu tun gehabt. Woran das liegen könnte, kann ich nur vermuten.
Je feiner die Struktur, um so besser verträgt sie es. Die Ballen von der Hochleistungswiese hat sie am schlechtesten vertragen, obwohl das Futter sehr staubarm war.
Sie hat ca. 800g Alpengrünmüsli täglich bekommen, angereichert mit Hanf und Hefe. Auch sie hat wechseln Darmkräuter und Leberkräuter bekommen.

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