Auch bei unserem 4. Kurs Alexandertechnik und Reiten arbeitet Walter zunächst ohne Pferd mit uns daran, dass wir Menschen zu unserer Balance finden können und üben, uns damit wohl zu fühlen.

Egal ob sitzend, stehen oder gehend - wir sind auf einem Weg der vielen kleinen Schritte.
Walter vermeidet es von falschen oder schlechten Bewegungen oder Bewegungsabläufen zu sprechen. Er holt jede Teilnehmerin (wo sind eigentlich die Männer?) dort ab, wo sie gerade steht.

Wir sollen fühlen lernen, dass das, was wir selbst als gut empfinden richtig ist.
Kleine Berührungen oder auch mal eine sanfte Hilfestellung begleitet uns das gesamte Wochenende auf unserem Weg zur eigenen Losgelassenheit.

Wenn der Atem leichter fließt, der Brustkorb sich weitet, der Blick freier wird und Bewegung weich zu fließen beginnt, strahlt jeder für sich und alle zusammen, weil es sich einfach nur schön anfühlt.

Gleiches gilt für „Arbeit“ mit den Pferden.
Hier gilt es die Balance und Losgelassenheit auf und mit den Pferden zu finden. Die Pferde bewegen sich ausschließlich im Schritt am hingegebenen Zügel.

Was für den uninformierten Zuschauer auf den ersten Blick so aussieht als würden weder Pferd noch Reiter aktiv sein, ist für uns mental anstrengende Arbeit. Ohne wirklich aktiv Einfluss nehmen zu wollen haben wir die Idee mit dem Pferd zu einer Einheit „zu verschmelzen“.

Die Pferde profitieren enorm davon, dass ihre Reiter ausschließlich bemüht sind die Bewegung - die vom Pferd ausgeht - nicht zu stören und damit in einen gemeinsamen Fluss zu kommen.
Für den Moment gelingt es mir als fortgeschrittener Reiter mich darauf einzulassen und zu genießen.

Da weder meine Pferde noch ich annähernd so balanciert und losgelassen sind wie der Weg der Alexandertechnik uns bringen kann, bleibt mir im Alltag nichts anderes übrig, als so viel „gutes Gefühl“ mit in den Alltag zu nehmen wie möglich.

Für den kommenden Kurs Mitte Mai hat Walter für uns geplant den Trab in unsere Kurseinheit mit aufzunehmen.

Seine Kursbeschreibung für Mai 2010:

Anatomisch richtig Schritt und Trab reiten

Die Kunst des Reitens ist völlig abhängig von der Balance des Reiters/der Reiterin. In diesem Seminar vertiefen wir das anatomisch richtige Gehen (ohne Pferd) und arbeiten auf dieser Grundlage am Schrittreiten.
Als Vorbereitung auf ein systhematisches Entwickeln des Trabens werden wir uns sowohl mit der Monkey Position als auch mit Joggen beschäftigen.
Die Monkey Position, auf spezielle Weise ausgeführt, ist die optimale Vorbereitung auf das Leichttraben. Exaktes Leichttraben ist eine anspruchsvolle Kunst, die zu  beherrschen bzw. zu erlernen

Kurs AT 26. – 28.06.2009
Alexander-Technik und klassisches Reiten mit Walter Tschaikowski und Sarah Mrozek

Hier mein persönlicher Erfahrungsbericht vom Seminar:
Walter Tschaikowski hat am Freitag Nachmittag einem Kreis interessierter Zuhörer mit einer theoretischen Einführung einen Einblick in die Alexandertechnik vermittelt.

Ergänzend hat Sarah Mrozek vor und nach dem theoretischen Teil mit 3 Pferden und Reitern gearbeitet.

Zunächst stellten wir den Kursleitern und Teilnehmern unsere Pferde selbst unter dem Sattel vor und wer mochte, verbalisierten seine Fragen und Schwierigkeiten.

Danach ritt Sarah die Pferde. Nach nur wenigen Minuten Arbeit im Sattel konnten wir Kursteilnehmer als Zuschauer beobachten, wie schnell sich die Pferde Sarahs Balance und Losgelassenheit anzuschließen versuchten. Mit minimaler Hilfengebung entfalteten die Pferde eine Ausstrahlung, die wir Besitzer bei unseren Pferden unter dem Sattel noch nie beobachten konnten.

Den Pferden bereitete es zusehends Freude, sich unter Sarah präsentieren zu dürfen.

Am Samstag und Sonntag arbeiteten Sarah und Walter gemeinsam mit Claudia von Fürstenberg, einer weiteren Lehrerin der Alexandertechnik, abwechslungsreich theoretisch und praktisch „ nur“ mit uns Menschen und praktisch mit den Pferden vom Boden und im Sattel.

Unser Kurs bestand aus einer „bunten Mischung“ verschiedenster Reiter und Pferde. Die Pferde von 1,38 – 1,80 und von 5 – 22 Jahren, die Reiter vom jungen Erwachsenen bis zum erwachsenen Späteinsteiger mit wenigen Jahren Reiterfahrung, bis zu Reitern von Kindesbeinen an.

Auch wenn nicht jeder Teilnehmer bei sich in der Teamarbeit mit seinem Pferd so deutlich sichtbare Veränderungen erlebt hat wie ich mit Flower, so kann ich doch bei jedem Teilnehmer und Pferd eine positive Entwicklung sehen.

Flower und ich sind nach dem Kurs so zu sagen nach Hause geschwebt. Zwischen uns beiden ist ein Knoten geplatzt. So harmonisch habe ich uns beide noch nie empfunden. Ich fühlte mich mit ihr eng verbunden und sie war stets bemüht, mit mir gemeinsam diese uns völlig unbekannte Harmonie aufrecht zu halten.

Jocker reagierte weniger deutlich als Flower, aber auch wir beide haben eine schöne veränderte Basis gefunden. Wir haben begonnen sanfter miteinander umzugehen. Sarah hat mir geholfen, Jocker bestimmt - aber ohne Druck um Mitarbeit zu bitten. Sie hat mir gezeigt, wie ich ihm durch meine verbesserte Balance und Losgelassenheit zu seiner persönlichen Aufrichtung helfen kann.

Für mich fühlt es sich an, als wären wir auf einen neuen Weg eingenordet. So werden wir einige Schritte weiter kommen auf unserem Weg zu Takt Losgelassenheit und Balance vom Sattel aus.

Walter und Sarah haben uns Menschen Impulse gegeben, die uns in unserem Alltag helfen können uns „zu Erden“ und auszurichten. Wir haben Anleitung bekommen, mit unseren Pferden vom Boden aus ihr und unser Gleichgewicht zu trainieren. Wir haben im Sattel „Wegweiser“ bekommen, die uns helfen an unserer neu entdeckten Reitweise mit der Alexandertechnik weiter zu Arbeiten.

Auch die Teilnehmer, die ohne eigenes Pferd gekommen waren, gingen mit positiver Stimmung, vielen neuen Impulsen und Eindrücken und frischer Energie am Sonntag Nachmittag nach Hause.

Hier ein weiterer Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin vom Kurs Juni 09
Letztes Wochenende besuchte ich meinen 2. Kurs bei Walter T.
Im Oktober 08 gab er einen Einsteigerkurs. Dort beschäftigten wir uns hauptsächlich mit uns selbst, nur in Anfängen mit dem Pferd zusammen. Damals erlebte ich erstaunliche Veränderungen bei mir selber.

Jetzt war ich sehr gespannt, wie die weitere Arbeit in diesem Seminar mit den Pferden zusammen weiter geht.
Walter hatte mich schnell wieder an den Punkt gebracht wo, die Arbeit mit den Pferden beginnen konnte.
Es war für mich schwer, es nicht mit dem eigenen Pferd zu fühlen, aber die Anfänge wurden gemacht.
Heute, 2 Tage nach diesem Kurs, habe ich mein Pferd nach den Ideen von Walter nach geritten. Es war sensationell gut!
Überraschenderweise konnte ich das Programm nach einer längeren Schrittphase in Balance reiten.
Mein Pferd hat sofort mitgemacht!
Ich bin sehr glücklich nach Hause gefahren.
Vielen, vielen Dank für die wundervollen und geduldigen Erklärungen, ich hoffe es in den nächsten Tagen zu festigen
und wiederholen zu können.

Viele Grüße Heike