Jocker Verlauf :

April 05
Ich habe Frau S. gebeten zu kommen, da Jockers Durchfall nicht besser wird.
Das Pulver für die Schafe wirkt nur an den Tagen an denen ich es gebe.

Frau S. begutachtete das Pferd an der Hand auf der Geraden auf hartem Boden im Schritt und Trab.
Tastete es am ganzen Körper ab, kontrollierte Wasserhaushalt, Atmung, Sehnen und Muskeltonus.

Sie diagnostizierte Borreliose und hielt eine Borna Infektion für sehr wahrscheinlich.
Weiterhin gab es in ihren Augen Parameter für eine Impfschädigung, die Haut talgig, schuppig, sein Fell war in keinem guten Zustand, die Spitzen trocken, wie blondiert, der Wechsel nicht gleichmässig.

Das hatte ich nun nicht erwartet, ich wollte doch nur, das Jockers Magen und Darm Problem behoben wird. Sonst ging es ihm für seine Verhältnisse ganz gut.

Frau S. zerlegte Jockers Krankheitssymptome in eine Abfolge logischer Zusammenhänge. Obwohl sie ihn gerade erst kennen gelernt hatte, war sie in der Lage, seine Krankengeschichten aneinander zu reihen, als hätte sie Einblick in die von ihm verursachten Tierarztrechnungen gehabt.

Sie gab Stichworte vor und ich füllte die Einzelheiten.

Das Borreliose von Zecken übertragen werden kann, hatte ich schon gehört, aber nur in Verbindung mit Menschen. Nie mit Vierbeinern.

Jocker bekam einen Behandlungsplan für die kommenden 5 Tage.

Anregen des Stoffwechsels, Entgiftung stand auf dem Programm.

Die THP klärte mich darüber auf, das ich mein Pferd als sehr krank ansehen sollte. Borna und Borreliose sind beides Infektionskrankheiten, die leider häufiger als bekannt bei Pferden vorkommen.

Borna ist eine Viruserkrankung und Borreliose eine meist von Zecken übertragene, bakterielle Infektionskrankheit. Nach neuesten Erkenntnissen kommen jedoch auch Fluginsekten wie Mücken und Pferdebremsen als Überträger beider Krankheiten in Frage. Siehe Infos auf der Seite http://www.borna-borreliose-herpes.de/

Beide Erreger persistieren ein Leben lang im Organismus, auch wenn es symptomfreie Phasen geben kann.

Weiterhin hätten regelmässige Kombiimpfungen die Herpesinfektion immer wieder aufflammen lassen. Leider ist den TÄ bei den Bronchoskopien nicht der Transfergedanke gekommen, dass die Herpesbläschen auf den Kehlkopfdeckel mit der Impfpraxis in Zusammenhang stehen könnte.
Als das I-Tüpfelchen der systematischen Zerstörung stellten die überaus regelmässig gegebenen Wurmkuren da.

Ich war sehr verunsichert. All das viele Geld, das ich nach aufwendiger Beratung seitens der verschiedenen Tierärzte in mein Pferd investiert habe, wurde innerhalb eines Aufklärungsgespräches in rund 90 Minuten über den Haufen geworfen und ad absurdum geführt.

Das konnte und wollte ich so einfach nicht glauben.

Aber auf Grund meines positiven Bauchgefühls war ich bereit, den ich weiss nicht wievielten Versuch zu starten, das Beste für mein Pferd zu tun.

Mai 05
Jocker hat während er ersten 2-3 Wochen auffällig oft gepinkelt. Er wurde so munter und frech, wie ich ihn noch nie vorher erlebt hatte.
Wege, die ich schon 100 mal mit im gegangen war, steckten voller neuer Überraschungen.
Kanaldeckel, Bordsteinkanten, Hydrantendeckel, alles hatte er augenscheinlich noch nie gesehen.

Die Bundesstraße, an der wir entlang müssen wenn ich in der Halle oder auf dem Reitplatz arbeiten möchte, war bei starkem LKW-Verkehr zu einem gefährlichen Unterfangen geworden. Als dann auch noch auf dem Feld ein Traktor entgegen kam, riß meinem Pferd zum 1. Mal in seinem Leben die Hutschnur und er versuchte sich steigend und bockend mitten auf der Straße los zu reißen. Wenigstens haben aufmerksame Pkw-Fahrer gut reagiert und den Verkehr zum stehen gebracht, bis ich mein Pferd in Sicherheit gebracht hatte.

Sooo geht das aber auch nicht, dachte ich. Sofort stellte die THP die Behandlung um und einen Tag später war der Spuk vorbei, aber das Pferd trotzdem noch 10 x munterer als ich es gekannt habe.

Am 10. Behandlungstag kolikte Jocker. Natürlich Abends, um 23h. Die THP hatte für solchen Fall Globuli da gelassen, die die ich im ins Maul gab, noch bevor ich sie anrief.

Leider bin ich bei Jocker sehr Kolikerfahren und so weiß ich das er es gern hat, wenn ich bei ihm bleibe und ihm zwischen den Krämpfen den Bauch leicht massiere.

Wenn er sich wälzen will, oder umhergehen möchte, darf er das, aber ich fordere ihn nicht auf, sich zu bewegen. Er weiß selbst was gut für ihn ist. Ich mische mich da schon lange nicht mehr ein. Seit der “in die Hose” gegangenen Buscupan Spritze, habe ich keinen TA mehr gerufen, wenn Jocker gekolikt hat

Da die Krampfanfälle nach 30 Minuten nicht weniger wurden, spritzte ich Jocker Spaskupreehl und gab ihm eine Ampulle Colosan.

Nach ca. 2 Std. wurde Jocker ruhig, schwitzte nicht mehr, sämtliche Reste vom Winterfell waren weg massiert und das Pferd schlief tief und fest ein.
Nach weiteren 30 Minuten stand er auf, schüttelte und steckte sich, pinkelte und äppelte, marschierte dann erst zur Tränke und danach zur Heuraufe.

Die THP war am nächsten Tag nicht begeistert über meine Entscheidung für ein Komplexmittel. Sie steht auf dem Standpunkt, das bei der Menge der verschiedenen Substanzen alle wirken und nicht nur die, die zum Symptom und zur Konstitution passen.

Sie konnte aber mein Handeln nachvollziehen, mich darauf zu berufen, was in der Vergangenheit Linderung gebracht hat.

Wir kannten uns erst wenige Wochen. Zu diesem Zeitpunkt der Behandlung hatte die Therapeutin noch nicht mein uneingeschränktes Vertrauen. Ich hatte noch nicht die Sicherheit, das meine Pferde wirklich endlich auf dem Wege zu einer ungekannten Gesundheit waren.

Jocker s Borreliose Blutbild vom 03.05.05

IgG 52,2
Igm 5,9

recomBlot IgG 40 Punkte positiv
recomBlot IgM 7 Punkte fraglich

Juni 05
Jocker geht es so viel besser als die letzten Jahre. Ich habe die fixe Idee, Jocker für Mitte August zu einem Einführungsdistanzritt anzumelden.

Aus unserer Futterkammer sind sämtliche Futtermittel, Zusatz und Spezialfutter verschwunden. Keine Kräutermischungen, Vitamin/-Mineralpulver mehr vorhanden. In der Futtertruhe befindet sich nur Hafer, naturbelassen.
Im Stall hängt ein hochwertiger Mineralstein mit relativ geringem Salzanteil und ein Steinsalzstein. Diese werden von den Pferden nach bedarf angenommen.

August 05
Den 30er Distanzritt ist Jocker ohne Mühe im Mittelfeld gelaufen.

Einzige Kritik der TÄ des Rittes lag auf unserm Korrekturbeschlag. Ich hatte schon oft Diskussionen über diesen Beschlag geführt und die Hoffnung auf Besserung der Symptome hatte mich dazu gebracht gegen die Meinung vieler diese Form des Beschlages zu befürworten. Nun war ich durch Frau S. meinem Ziel in nur 3 Monaten näher gekommen als in 5 Jahren Korrekturbeschlag. Mein Bauchgefühl steht Kopf.

Zum ersten Mal seit Jocker unter dem Sattel ist kann ich ihn einfach reiten, wann immer ich Zeit dazu habe. Kein Bangen mehr läuft er? Oder nicht?

Und das Beste ist, er hat sichtlich Freude daran. Er kann endlich mit anderen Pferden bei einem normalen Ausritt Schritt halten ohne das ich mir wie ein Pferdeschinder vorkomme.

September 05
Am 01.09. habe ich Jocker die Eisen nach sieben Jahren Beschlag ohne Pause abnehmen lassen.
Er erhielt in den letzten fünf Jahre alle 3-4 Wochen einen Korrekturbeschlag der es ihm ermöglichte seine Bewegungsstörung zu kompensieren. Der zehenschleifende Gang, ausgelöst durch die Borelliose und das damit in Verbindung stehende Stolpern, wurde in der Vergangenheit durch ein hinter die weiße Linie gelegtes Eisen weitgehend unterbunden.

Nach vier Monaten Borreliosebehandlung durch die THP hat sich das Gangbild so positiv verändert, das die THP mit Nachdruck darauf drängte, den Beschlag langsam in eine herkömmliche Beschlagsweise zurück zu ändern.

Leider konnte die Schmiedin das nicht mit ihrer Überzeugung vereinigen.
Unsere Wege trennten sich und ein ganz neu und unvoreingenommen hinzugezogener Hufschmied macht den Vorschlag, das Pferd einige Wochen Barhuf laufen zu lassen, damit er sehen könne welche „Richtung“ das Pferd vorschlägt.

Gegen jede Vorhersage über in der Vergangenheit bemängelten Hornqualität, ging Jocker auf weichem Boden keinen Tag klamm. Mit den geliehenen Hufschuhen bin ich schon in der 2. Woche ausgeritten und in der Halle lief er schöner als mit Eisen.

Leider hat sich dann Mitte September ein Hufgeschwür bemerkbar gemacht. Er hat einen Hufverband mit geriebenen Kartoffeln bekommen und sich damit auf der Weide getummelt.
Mit Begleitung der THP ist es am 3. Tag am Kronrand auf gegangen, ohne Verband hatte er noch 10 Tage auf der Weide einen Krankenschein. Ab dann habe ich begonnen mit Hufschuhen wieder zu reiten.

Oktober 05
Den 15 Min „Fußweg“ zur Halle über Asphalt geht Jocker barfuss, ohne über den Randstreifen zu kriechen.
Bei Ausritten trägt er zur Zeit nur vorn Hufschuhe, da die Schuhe von Krämer noch immer nicht angekommen sind. Das geht bis auf die Schotterwege zu meinem Erstaunen richtig gut.

November 05
Jocker ist noch immer prima ohne Eisen unterwegs!
Habe nun Hufschuhe für ihn, die ich für den Weg zur Halle und zum Ausreiten benutze.
Nach wie vor wir er von der THP betreut.
Die Mittelgabe ist nun nicht mehr so aufwendig. Statt bis zu 5 mal täglich bekommt er nur noch 2 Mittel am Tag, selten 3x.
Jocker bekommt noch immer Rhus und Borrelien Nosode
Den Fellwechsel haben wir gut überstanden und zum 1. Mal ist er nicht an dem sonst regelmäßig auftretenden „ Herbsthusten“ erkrankt.
In der Wechselphase habe ich Echinacea gegeben.
Es gibt leider immer wieder Tage an denen er 100% nicht taktrein läuft. Er läßt dann wechselnd ein Hinterbein “einen Tick” länger stehen. Das kommt zweifellos aus der Oberlinie. Obwohl Reflexe ansatzweise wieder gekommen sind, ist der Tonus der Kruppenmuskeln noch schlecht.
An diesen Tagen bekommt er Arnica.

Zwischenstand
Insgesamt sind seine Gänge viel raumgreifender geworden. Und er hat deutlich mehr „go“ wenn die Kraft auch bis jetzt nur für 15 Min. „richtige“ Arbeit reicht. Der Ton ist noch da, aber schwächer. Am langen Zügel erst nach einigen Minuten Galopparbeit zu hören. Versammelt immer.
Temperatur der Hufe habe ich immer (höchstens alle 4 – 6 Wochen mal) mit Bella Donna auffangen können.
Ich hatte keine weitere Kolik mehr seit Beginn der Therapie.
Bis vor 14 Tagen war er Tags auf der Weide und Nachts im Offenstall.
Seit dem ist die Weide geschlossen und die Pferd stehen im Offenstall mit Auslauf.
Es gibt Heulage einen Mineralleckstein und 250g Vollkorn Müsli.

Dezember 05 / Rückblick
Beim durchblättern meiner TA Rechnungen der letzten drei Jahre ist mir bewusst geworden, wie viel Geld, Sorgen und Mühe ich in Jockers Krankheiten ohne durchschlagenden Erfolg investiert habe.

Reglmäßig hatte ich Blutbilder erstellen lassen, um Gründe für den schlechten allgemeinen Zustand abzuklären. Außer geringfügigen Abweichungen die mit entsprechender Mineralfütterung oder Vitaminfütterung vom TA ausgeglichen wurden hat sich der Zustand an sich nicht verbessert.

Wegen des chronischen Verlaufs des Husten (COB) habe ich ihn jährlich ein mal bronchoskopieren lassen mit den entsprechenden Untersuchungen um nichts zu verpassen (Pilze Viren Bakterien).
Je nach Befindlichkeit in den Sommermonaten bekam er entweder ein Cortison Depot oder Antibiotika gespritzt.
Zusätzlich bekam er Sputo..., oder Venti..... plus.

4 mal hat der TA Jockers Koliken betreut. Ein mal wäre das fast schief gegangen. Buscupan ist nicht in die Vene, sondern ins Gewebe gelangt.
Es kam zu einer Thrombose. Diese Folgebehandlung sowie eine weitere Kolik auf Grund der Medikamentenunverträglichkeit die zur Auflösung des Trombus gegeben wurde, haben wir überstanden. Alle Koliken danach habe ich dann mit Gebet, Heel und Schätte in den Griff bekommen.
Gegen den Durchfall habe ich wenig erfolgreich sesac, BT- Hefe und Kanne probiert.

Die immer wieder auftretenden Huflederhautentzündungen haben wir mit Schmerzmitteln therapiert.
Die Hufgeschwüre behandelten wir mit Antibiotika.
Dazu hatte Jocker manchmal auf allen 4 oder wechselnd aufgelaufene Sehnen. Die habe ich dann mit dexa und equi behandelt.

Es wurden 2 Biopsien gemacht und ein Gescharbsel genommen. Um den immer mit neuem Bild auftretenden Hauterkrankungen auf den Grund zu kommen. Ohne wirklichen Erfolg.

Auf sämtliche Krankheitsbilder zugeschnitten habe ich immer mit gebührendem Abstand zueinander Sinfonie, Movicur, bronchio irgendwas, Kanne Brot Trunk, Mash gefüttert.

Bis dahin hat Jocker natürlich einen lückenlosen vorbildlichen Impfpass (Influenza/Herpes, Tetanus, Tollwut, und 2 Pilzimpfungen) und zu den regelmässig alle 8 bis 12 Wochen gegebenen Wurmkuren habe ich schon an anderer Stelle geschrieben.

Termine zu Reitveranstaltungen habe ich nur unter Vorbehalt zugesagt, weil in der Regel Jocker rechtzeitig einen gelben Schein eingereicht hat.

In den letzten nur 3 Jahren hab ich x000 € für ein nicht reell nutzbares Pferd ausgegeben.

Die Umstellung auf die homöopathische Behandlung hat mir nicht nur immense Kosten erspart, sondern für weniger Geld mein Pferd gesünder gemacht.

Seit Anfang April 06
trägt er wieder Eisen- "ganz" normale vorn eine Zehenkapppe hinten zwei Aufzüge, weil ich nun endlich die lang ersehnen Ausritte wirklich reiten kann. Jocki “zieht” fleißg von der 1. bis zur letzten Minute. Egal welcher Boden und ohne ein Eisen zu verlieren.

Wie schade das mir zu diesem Zeitpunkt das Hintergrundwissen zum Thema Barhufbearbeitung fehlte.
Da Jocker in den wenigen Wochen ohne Eisen von einem Schmied “konventionell ausgeschnitten” wurde, konnte er nur minimal profitieren.

Jocker kann im übrigen wieder Heu und zwar trocken fressen! Ohne zu husten!

Er hat den ganzen Winter und das Frühjahr nicht gehustet. Kein TA betrat den Hof bis April 06.
Für keines der 8 Pferde, 2 Esel, Hund und Katze.

Mai 06
Jocker ist top fit! Das habe ich so vor der homöopathischen Betreuung noch nie so überzeugend sagen können. Er ist so gut drauf wie ich ihn unter dem Sattel noch nicht erlebt habe. Aus meinem zuverlässigen Pferd auf das ich jedes Kind und jeden Anfänger ohne Bedenken setzen konnte, ist ein humorvoller Temperamentsbolzen geworden.
Er sucht nach Gelegenheiten mal zu buckeln oder zu scheuen. Für mich ist das nicht gefährlich oder unangenehm. Er ist nur auf der ganzen Linie nicht wieder zu erkennen.

Er wurde letzte Woche zum 2. mal beschlagen. Mit seinen “neuen” Eisen kommt er super gut zurecht. Beim Trab auf hartem Boden zieht er fast so gut wie auf weichem Boden.
Anfangs hat er gewohnheitsgemäß die weichen Trampelpfade der Vergangenheit aufgesucht, aber das wird immer weniger. Ich mache Ausritte so wie ich immer davon geträumt habe. Große Runden bis 2 – 3 Stunden, alle Tempi und das Pferd läuft mit gespitzten Ohren und zieht vom 1. bis zum letzten Meter.

Jocker hat auch bei einem Dressurlehrgang bei Britta Rasche eine gute Figur gemacht.

September 06
Für Jocker hab ich eine Reitbeteiligung gefunden, mit der ich gemeinsam ausreiten kann und die auch Freude daran findet, sich in der Halle zu betätigen. Einfach prima. Endlich :-)

5. Dezember 06
Auch wenn vom Winter noch nix zu sehen ist, ist Jocker nun in der 2. Woche ohne Eisen unterwegs. Zur Halle braucht er keine Hufschuhe.
Den Hof mit den kleinen Steinen überquert er vorsichtig, aber auf Asphalt ist kaum ein Unterschied zu bemerken. In der Halle läuft er glaube ich sogar noch besser als mit Eisen, aber das könnt nun auch die Euphorie sein.

7. Januar 07
An Heilig Abend hat sich Jocker in seinen Swiss wund gelaufen. Leider eine Scheuerstelle bis aufs Blut, knapp über dem Saum, seitlich außen, vorn rechts.

Zwar ging er nicht lahm und es schien ihn auch nicht wirklich zu kümmern, verheilt auch prima, aber Ausreiten ist dann erst mal gestrichen. Gut das er in diesem Jahr ohne Beschwerden ohne Hufschuhe den Weg zur Halle laufen kann.
Dort macht es Spaß mit ihm zu arbeiten. Kein Lahmen, kein Husten. Selten bleibt noch mal ein Bein hinten stehen. Stolpert ohne Eisen überhaupt nicht. Mit Eisen ab der 3. Woche nach dem der Beschlag gewechselt wurde, selten vorne rechts.

Bei der Galopparbeit, hat er noch immer seinen auffälligen Ton. Im Trab ist dann sofort nichts mehr davon zu hören.

Ohne Sporen lässt er mich gern bei der Dressur „verhungern“. Obwohl ich wirklich sehr bemüht bin, mit Bein und nicht mit Spore zu reiten, liegt noch ein gutes Stück Arbeit vor uns. Ist alles viel besser geworden, die großen Linien sind nicht mehr das Problem. Erst ab Schulter vor und Traversale wird es spannend. Mit Gerte zu Reiten hilf nur genau für den Moment. Trotzdem bin ich im Vergleich zu den Jahren vorher super glücklich. Wenn ich bedenke, dass ich beim Kauf von Flower plante, Jocker in Rente zu schicken, (mit 9!) schweben wir nun eher im 7. Himmel.

15. Januar 07
Gestern bin ich zum erstem mal wieder mit Hufschuhen ausgeritten. Nichts hat gescheuert, außer der Pinn in Kopf. Leider sind die Hufschuhe fliegen gegangen, Jocker wäre so gern mal getrabt und galoppiert.

Diese dämlichen Hufschuhe! Ich bin nicht dafür gemacht. Jockers Hufform ist lang und schmal und die Hufschuhe dadurch entweder zu kurz oder zu weit.

Wenn er nicht von der Eisenfreien Zeit profitieren würde, wäre er das ganze Jahr beschlagen. Jetzt werde ich noch bis zum 7.2. durchhalten und hoffen das der Winter dann nicht doch noch hier aufkreuzt.

12. Februar 07
Nun geht’s wieder!

Traben, ohne das uns die Hufschuhe um die Ohren fliegen.
Wenn Jocker nicht so enorm von der Eisen freien Zeit profitieren würde, ich könnte die Zeit gut vermissen.

Im nachhinein betrachtet, hätten wir viel mehr Fotos machen sollen, von sämtlichen Veränderungen, nicht nur von den Hufen. Noch sind wir weit von einer optimalen Hufform entfernt, aber der Hufschutz bietet Jocker mehr Bewegungsfreude.

Leider ist er als nettes Reitpferd für alle Fälle nicht mehr geeignet. Vor zwei Jahren noch hatte ich keine Bedenken ihn als Anfängerreitpferd zu nutzen, auch im Gelände als Handpferd war er immer sehr zuverlässig.

Das ist jetzt nicht mehr der Fall.
Seine neue Lebensfreude kann er oft nicht für sich behalten und muss sie mit einem Buckler oder Satz raus lassen.

Aktuell hustet er zum erstem mal seit er homöopathisch behandelt wird. Sein „Kehlkopfhusten“, ein Geräusch das ich schon weit von uns geschoben hatte.

Am ersten Tag hab ich es mal mit verdrängen versucht. Jeder darf ja 1 x Husten.
Ab dem 3. Tag war es dann nix mehr mit ignorieren. Es präsentierte sich ein ausgelassen an der Longe bockendes „Hustinettenpferd“.
Das Abbuckeln hab ich ihm noch gestattet, dann hatte er nach ein wenig Gymnastik im Schritt frei. Keine Temperatur, verfressen wir immer, Verdauung o.K., temperamentvoll, munterer Blick und Ohrenspiel. Nach Telefonat mit THP Änderung der Globuli Gaben.

Am 7. Tag hörte ich ihn ein mal beim Fressen vom Kraftfutter. Am 8. Tag machte ich einen 15 Minuten Ritt um eines der Felder, keine Anzeichen für Husten. Nach der nun scheinbar überstandenen Krankheit hat er nun mindestens 5 Tage frei. (Die Krankheit geht so lange wie sie “da war!”).
Danach darf er mal an der Longe traben, um zu sehen, wie es seinem Husten geht. Ich bin mir sicher, das der schon wieder Geschichte ist.

25. März 07
Heute Morgen fand ich Jocker mit einem in den Huf eingetretenen Nagel vor.
Weiß der Himmel wo der her kam. Er ist 8 cm lang und steckte in einem flachen Winkel von Mitte des Strahl Richtung Hufspitze.

Nach dem ich den Nagel gezogen hatte, blutete es heftig. Jocker hat den Huf nur auf der Spitze abgesetzt und so sah sein Humpeln sehr erbärmlich aus.

Hab eine SMS mit den wichtigsten Fakten an die THP gesendet und prompt eine Antwort bekommen.
Im Lauf der letzen zwei Jahre hat sich mein Bestand am Medikamenten Gott sei Dank sogar für Notfälle dieser Art gefüllt.

Bei schönem Wetter hat er viel im Paddock in der Sonne gelegen.
Er hatte zwar Schmerzen, war aber guter Dinge.
Gegen Abend stieg die Temperatur. Er hatte weiter guten Appetit, aber kaum noch Motivation sich zu bewegen. (womit ich eigentlich schon Tags über gerechnet habe.) Schwellung war kaum vorhanden und auch nur minimal Temperatur am Huf und der Umgebung.

Gegen 21h schickte ich eine weitere SMS an die THP mit
Infos zum Ist-Stand. Bekam weitere Empfehlung für den Abend und die Nacht.

26. März 07
Jockers Fieber von 39,9° gestern 22.30 ist runter auf 37,7° (heute 7h)
Er setzt manchmal fast plan auf, aber „abrollen“ geht gar nicht. So kommt dann nach wenigen Schritten doch wieder nur die Hufspitze zum Einsatz. Und er entlastet das Bein hi re. dauerhaft.
Nun ist etwas Schwellung bis halbes Röhrbein vorhanden, aber mit kaum Temperatur und wenig Spannung auf dem Gewebe.
Er hat guten Appetit und ist frech wie immer.

28. März 07
Jocker geht es den Umständen entsprechend sehr gut!
Im Schritt sieht man die Lahmheit nicht mehr!
Das habe ich nach 4 Tagen nicht zu hoffen gewagt. Das Bein ist bis zur Fessel noch leicht angelaufen und aus dem Eintrittsloch tritt Wundwasser aus. Rund um das Loch ist es immer leicht feucht.
Ich hatte keinen Verband angelegt. Schien mir wiedersinnig den Huf in ein feuchtwarmes Klima zu packen. Jocker hat außer Kügelchen nichts bekommen.

09. April 07
Der arme Jocker hatte gestern Abend ein leichte Kolik. Die Erste seit fast zwei Jahren.
Haben wir aber gut mit Cholozynthis in den Griff bekommen.

Diesmal hatte ich auch die Ruhe die Kombipräparate weg zu lassen, auch Colosan habe ich nicht gegeben.
Bauchweh war ja leider über Jahre ein regelmäßiger Begleiter von Jocker und so sind wir beide ein eingespieltes Team. Er schmeißt sich irgendwo hin und lässt sich den Bauch streicheln und massieren. Wenn es gut ist, bleiben die Augen geschlossen, will er etwas anderes von mir, hebt er immer wieder leicht den Kopf bis ich verstanden hab, was er gerade will oder nicht mehr haben möchte.

Allein gelassen werden findet er blöde, da steht er dann oft auf und versucht mir zu folgen. Wenn er dann merkt, dass das keine gute Idee ist und sich wieder legen muss, macht er das zur Not auch auf dem gepflasterten Teil des Paddocks. Da kriege ich dann immer ne Krise, weil ich denke, dass er sich verletzen könnte.

Nach kurzer Zeit steht er dann auf und trabt dann zurück in den Paddock oder in den Offenstall um sich dort wieder bequemer hinzulegen. Ich trenne ihn nie von der Herde. Schirme ihn nur vor neugierigen Nasen ab. Vor allem ein rangniederer Wallach liebt es den kranken Jocker zu zecken.

Meist dauerte seine „Unpässlichkeit“ zwischen 2 und 3 Std. So lange passe ich auf und bin immer froh, wenn er Kot und Urin absetzt. Danach ist es meist wieder gut und er geht fressen.
Ich überlasse Jocker (und unseren anderen Kolikkandidaten) immer selbst die Entscheidung was und wie viel Rauhfutter oder Gras sie nach einer Kolik fressen wollen. Ich lasse nur das Kraftfutter weg.
Damit habe ich bis jetzt die besten Erfahrungen gemacht.

26. April 07
Jocker hält noch Fell fest. In diesem Jahr wieder gut zu beobachten, viel Blut, feines Fell, schneller Wechsel. Je „kälter” die Rasse desto mehr Fell ist noch da (Flower ist fast fertig).
Für mich nicht logisch, dass Pferde, die sowieso schneller frieren am schnellsten die Jacken ausziehen.

Immer im Auge behaltend, dass ich Jocker vor drei Jahren als nicht reitbar „in Rente“ auf die Weide entlassen wollte, habe ich in den letzen Woche an seinem Linksgalopp zu Nörgeln gehabt. Mein Kommando fliegend von Rechts nach Links zu wechseln hat er schon mal ignoriert und sich lieber für Zirkel im Außengalopp entschieden.
Pech für Jocker, dass ich in solchen Dingen nicht demokratisch eingestellt bin. Es lebe die Diktatur, die THP und meine Trainerin.

Nun geht’s wieder. Es bleibt noch hin und wieder mal ein Bein stehen, aber auch das wird nun besser.

Faszinierend ist für mich noch immer, welche Bewegungsfreude er in den letzten zwei Jahren entwickelt hat und wie aufmerksam er im Gegensatz zu früher geworden ist. Ist nicht immer lustig wenn eine raus gestellte Mülltonne ihn aus der Fassung bringt, aber im Grunde freue ich mich über diese Lebensäußerungen.

Die 24 Std. Weide hat zur Folge, dass der Kot leider seine Form verloren hat. Kotwasser hat er aber nicht. Ich warte noch bis zum WE ob er es selbst schafft seine Verdauung zu regeln, sonst gibt es Globuli zur Unterstützung.

12. Juni 07
Da war ich mit Jocker und Flower am WE auf einem Dressurlehrgang bei Britta Rasche und hatte noch keine Zeit Euch davon vorzuschwärmen.

Jocker konnte Samstag eine „Gute Figur“ abgeben obwohl ihm deutlich anzumerken war, dass der neue tiefe Hallenboden der Anlage so gar nicht sein Fall war.
Er hat deutlich an Durchlässigkeit gewonnen. Es gelingt uns immer besser, ihn in allen Gangarten zu setzen. Als Energiesparmodell gezüchtet, ist er sehr geschickt darin, immer nur das nötigste an Kraft in seine eigene Körperspannung zu verwenden. Da macht es ihm wenig aus, seinen kräftigen Hals oder Rippenkasten gegen mich einzusetzen.
Ihn muss ich schön langsam durchkneten, mit Zeit, Ruhe, Konsequenz und an der richtigen Stelle auch mit Nachdruck. Dann ist er genial, und ich platt.

Bis auf die Bauchweh vor einigen Wochen ist er dauerhaft gut drauf. Seine Äppel sind noch immer wenig geformt. Von 8 Pferden geht es 4 so wie ihm. Da Allgemeinzustand, Fell und Hufe bei allen gut sind, habe ich beschlossen, mir darum keinen Kopf mehr zu machen.

Keine Lahmheit, kein Husten, kein Stolpern, selten bleibt mal ein Hinterbein stehen und die Länge der Ausritte ist durch mein Zeitfenster eingeschränkt, nicht durch seine Kondition und Leistungsfähigkeit.

Das schöne WE wird nun aktuell dadurch getrübt, dass ich gerade die Nachricht bekam, dass Jockers Nachbarpferd des Lehrgangs mit Fieber über 40° danieder liegt.

Im Unterricht bei unserer Trainerin Petra Flocke-Kochs fiel ihm heute die „Nacharbeit“ schwer. Hab zur Vorsicht nur ein schmales Programm ohne Schweiß gefahren.

14. Juni 07
Seit gestern liegt Jocker mit knapp über 40° Fieber mehr als er steht. Da er zwar wenig, aber immerhin säuft und frisst, bin ich noch einigermaßen entspannt. Er bekommt stündlich Globuli.

Die Herde ist wegen der eher niedrigen Temperaturen viel auf der Weide und Jocker schläft oder döst allein im Liegebereich des Offenstalls.
Gefühle der Hilflosigkeit drücken mir immer wieder auf Herz und Bauch, ähnlich wie bei kranken Kindern. Lieber bin ich selbst Krank, als daneben stehen zu müssen.

Wasser und Heu habe ich in erreichbare Nähe gestellt und bin froh, dass er, wenn auch wenig, trinkt und frisst. Ich verbring viel Zeit in seiner Nähe.
Er scheint es zu schätzen wenn ich lesend Wache halte. Ich darf ihn zur Begrüßung streicheln und so fühle ich ob die Temperatur eher steigt oder fällt. Aber er will nicht gekrault oder gebürstet werden.

15. Juni 07
Vormittags traf ich Jocker noch immer meist liegend im Stall an. Das Fieber noch immer um 39° Am frühen Nachmittag war er plötzlich verschwunden. Nach einer Schrecksekunde sah ich ihn dann auf der Weide. Noch immer bringe ich ihm, wenn organisatorisch möglich, jede Stunde Globuli.
Am Abend finde ich ihn wieder im Stall aber die Temperatur ist unter 38° gesunken. Er trinkt und frißt wieder normal.

16. Juni 07
Das Fieber ist weg, ich reduziere die Globuligaben und gönne ihn eine Pause von mindestens 5 Tagen.

26. Juni 07
Alles wieder im grünen Bereich. Bin inzwischen wieder piano Runden ausgeritten. Jocker hat noch 4 weitere Pferde der Herde mit Fieber versorgt.
Aber Keiner außer ihm ist über 40° gegangen alle haben bei 39,9° aufgehört zu fiebern.

Gestern war eine Pferdezahnärztin bei Jocker und Flower.
Unsere THP ist gegenüber Zahnbehandlungen sehr kritisch eingestellt. Sie bezweifelt die jährliche Notwendigkeit grundsätzlich und drohte uns im Vorfeld die Kündigung der Betreuung der Pferde an, falls die Pferde sediert werden und/oder die Geräte aus einem mit Desinfektionsmittel befüllten Eimer entnommen und am Pferd verwendet werden.

Obwohl Jocker im September 2006 das letzte Mal behandelt wurde, konnte die Dentistin mich durch Tasten miterleben lassen, worin der Vorteil einer regelmäßigen Zahnbetreung besteht.
Bin gespannt, ob sich Jocker nun wieder besser links stellen lässt. Aus Sicht der Dentistin hatte er deutliche Gründe, sich zu entziehen.

14. Juli 07
Das erhoffte Wunder in Sachen Stellung ist nicht eingetreten, aber es ist besser geworden.
Leider hat er noch immer nicht die Fitness von vor dem Kurs erreicht.

Das ist nicht tragisch. Ausreiten ist wegen einer furchtbaren Bremsenplage aus dem Programm gestrichen. Ich hab es auch bei strömendem Regen versucht (war ja nicht schwer die letzten Wochen). Die Viecher sind, wie ich meine, so viele und so was von überall wie noch nie.

In der Reitanlage tummeln sich wochenweise Ferienkinder. Durch das schlechte Wetter und die Bremsen bevölkern die 15 Kinder fast den ganzen Tag die Halle. Da ist an konstruktives Arbeiten nicht zu denken. Abends dürfen wir als Gastreiter nicht kommen.

Also SOMMERPAUSE.

31. August 07
In den Ferien bis Anfang August haben wir wie geplant viel gefaulenzt, danach die Bahnarbeit wieder aufgenommen. Das hat Jocker mental nicht gefallen, hat ihm aber trotzdem gut getan.

Biegung und Stellung ist nun fast gleich auf beiden Händen, Rechtsgalopp noch immer seine deutliche Stärke.
Er hat zu viel Gewicht, aber eine sehr gute Kondition und unter dem Faulenzspeck ist Arbeitsmuskulatur zu erkennen.

Unser Ausreitgelände ist wirklich anspruchsvoll, viel auf und ab, fast ausschließlich Fels und Schotterwege. Das er dort mal so viel Temperament und Gangfreude zeigen könnte ist für mich noch immer ein Wunder.

Schon im Fohlenalter turnte er über die schmalsten Grasstreifen, Eisen linderten das Problem nur sehr gering. Waren wir in einer Gruppe unterwegs die trabte oder galoppierte, sahen wir schnell nur noch die Rücklichter. Er war durch nichts dazu zu bewegen einen langsamen Arbeitstrab mitzuhalten. Es blieb immer bei einem „Pleasuretrab“ oder Galopp fast auf der Stelle. Auch wenn uns zum Anschluß an die Gruppe Kilometer trennten, er regte sich nie auf und schien null Ergeiz zu besitzen, die Distanz von sich aus zu verkleinern.

Da ich auch keinen Spaß an solchen Ausritten hatte, haben wir dann auch an keinem solcher Ritte mehr teilgenommen.
Heute ist es so, dass er mit Sicherheit nicht der Schnellste wäre, aber er benimmt sich so, als würde er es auf jeden Fall alles geben, es zu werden.

21. September 07
Gestern war der Osteopath gemeinsam mit der THP bei Jocki.

Wie alles aus seiner Sicht genau zusammenhängt und seit wann, konnte ich mir bei der Informationsflut nicht merken.
Meine Quintessenz ist, dass Jocker unter anderem schon seit vielen Jahren an einer Entzündung von der Speiseröhre bis zum Enddarm leidet. Wahrscheinlich liegt der Ursprung in einer Vergiftung.
Was das genau gewesen sein könnte ist Heute nicht mehr zu rekapitulieren, aber die Aussage an sich ist schlüssig.
Was mich an dieser Tatsache sehr erstaunt ist, dass Jocker trotz dieser nicht unerheblichen Diagnose otisch kaum besser da stehen könnte. Schon von der Straße aus sticht er durch sein glänzendes Fell ins Auge, seine für Quarter typischen Muskeln sind unübersehbar, obwohl er ruhig weniger Speck auf den Rippen haben dürfte. Ich bin wirklich betroffen darüber das ich den Gedanken hatte, dass der Durchfall nicht soo tragisch sein würde, weil Jocker so gut aussieht.
Wie furchtbar krank müssen die Pferde im Vergleich sein, die mager und mit struppigem Fell da stehen?
Es gab noch weitere Disharmonien, jedoch liegt zur Zeit Jockers vorrangiges Problem in der Verdauung und der darauf folgenden Entgiftung.

Jocker wurde von ihm behandelt, er sollte getrocknete Kamille über 7 Tage in vorgegebener Menge gefüttert bekommen.
Pur war da nichts zu machen. Ich habe die Kamille 50/50 mit gewalztem Hafer vermischt und leicht angefeuchtet, dann konnte er das essen.

24. September 07
Zwei Tage vor dem Termin mit dem Osteopath hatte ich mit Jocker einen schönen langen Ausritt gemacht den er munter und fleißig absolvierte. Heute mochte er nicht laufen, war extrem triebig. Statt einer geplanten großen Runde ritt ich die kleinst mögliche Runde in laangsamem Schritt, nicht mal traben wollte er auf der Galoppstrecke. Trotzdem verlangte ich ein kurzes Stück in der Hoffnung die Motivation käme bei der Arbeit - Fehlanzeige.

25. September 07
Ich wollte heute Jocker im Unterricht reiten. Nach 10 Minuten Arbeit in der Halle, verwarf ich diese Idee. Traben war offensichtlich schon eine Zumutung, der Galopp rechts zwar möglich aber nicht Wert ihn zu reiten. Galopp links war grauenhaft. Nicht nur Vor- und Hinterhand passten nicht zusammen, alle vier Beine fühlten sich unkoordiniert an. Irgendwas, was ich nicht erklären kann, passiert mit meinem Pferd. Es bewegt sich schrecklich, hat aber gute Laune.
Am frühen Abend wagte jemand ein fremdes Pferd an der Weide entlang zu führen. Diese Person war sicher sehr froh über den starken, hohen E-Zaun.
Die Herde hatte Jocker schön vom Zaun weggerieben und jagte zwischen der Herde und dem möglichen Eindringling auf und ab, nicht ohne ihm gestenreich zu imponierten. Zwischendurch musste er zur Herde zurück um diese wiederum vom Näherkommen abzuhalten.
Schönes Pferd :-)

27. September 07
Wer sich so benehmen kann, kann auch mal 30 Minuten ein braves Longenpferd für eine „Sitzschulung“ sein.
Danach habe ich kurz unter dem Sattel den Galopp abfragt. Das sieht fühlt sich schon um Klassen besser an.
Auch der Kot ändert, oh Wunder, endlich laangsam seine Konsistenz.

4. Oktober 07
Seit der Longe hatte Jocker frei, weil ich keine Zeit hatte.
Er macht einen sehr munteren und zufriedenen Eindruck.
Heute hab ich die Eisen abnehmen lassen. Ich bin gespannt wie er diesmal auf die Umstellung reagiert.

6. Oktober 07
Den Weg zur Halle ohne Eisen und Hufschutz legte Jocker unwesentlich langsamer zurück als mit Eisen. An der Longe auf dem Platz sah das Bewegungsmuster deutlich unrunder aus. Er versucht die Stützphasen zu verkürzen und muss deutlich aufgefordert werden, sich vorwärts zu bewegen. Unter solchen Umständen reichen mir wenige Minuten, um mir einen ausreichenden Überblick zu verschaffen.

8. Oktober 07
Der Ausritt mit Hufschuhen gestern war deutlich besser für ihn. Unter dem Sattel in der Halle bewegt er sich schlechter als mit Eisen. Ich habe nur 15 Minuten mit ihm gearbeitet und auf Fleiß verzichtet.
Morgen kommt eine Hufpflegerin, mit ihr werde ich meine weitere Vorgehensweise in Sachen Barhuf besprechen.

Seit Wochen lese ich nun regelmäßig auf dieser Seite http://www.pro-barhuf.de/ und bin theoretisch überzeugt, dass ich meinen Pferden Gutes tue, wenn ich sie Barhuf leben lasse. Das Bild, welches Beide mir die letzten Tage vermitteln, läßt mich an dieser Idee zweifeln.

11. Oktober 07
Vor zwei Tagen wurden auch Jockers Hufe (Seite 7 Vielen Dank Elke!!) von einer Huforthopädin bearbeitet.
Bei ihm wurden die Hufe anders bearbeitet als ich mir das zusammengereimt habe. Ich habe die Erklärungen gut verstehen können und bin nun in positiver Erwartung was sich im Laufe der Zeit verändern wird.

Jocker käme zur Not gerade noch mit seinen Hufschuhen zurecht. Ihm habe ich sie mal gut passend im Herbst vor drei Jahren gekauft. Da hatte er eine noch viel längere Zehe und es sah aus, als wollten die Hufe breiter werden wollen.
Aber die Hufe werden nun doch „nur“ runder und so muss ich für beide Pferde neue Schuhe kaufen.

Für Jocker hatte ich im ersten Jahr Turf King Gr 1 probiert und Gr 2 gekauft. Im zweiten Jahr die Kings verkauft und gegen Swiss Gr1 getauscht.
Easys habe ich zum probieren gerade heute „beantragt“ aber noch kein Bescheid, ob und wann das möglich ist.

25. Oktober 07
Jocker verliert leider alle verschiedenen Sorten an Hufschuhen, die ich hier habe, spätestens im gesitteten Galopp, außer die Cavallos und die vermitteln mir nach 45 Minuten Reitzeit, dass ich tunlichst nicht länger unterwegs gewesen sein sollte, um Scheuer- und Druckstellen zu vermeiden. Schritt geht aber sehr gut mit den Easys und das ist als Abwechslung zur Hallenarbeit vorläufig ausreichend.
Zur Halle ohne Schuhe lief er bis Ende letzter Woche deutlich besser als Flower und nun sehr langsam. Ich kann beobachten, dass sich sein Gangbild verändert.
Schon immer ”rammte” er die Zehen der Vorderhufe beim Aufsetzen in den Boden, dann bekamen zuerst die Außenseiten Kontakt zum Boden und dann „klappte” der Huf auf seine gesamte Fläche. Direkt nach einem neuen Beschlag war dieses falsche Gangbild weniger deutlich, da „plante“ er fast, aber mit der Zehe immer einen Tick zu erst. Je nach Wachstum ließ ich ihn immer nach 4 – 6 Wochen beschlagen, weil er sonst zu Stolpern begann.
Nun ist er seit 4 Wochen ohne Eisen und durch das Trimmen verändert sich die Fußung vor allem vorn in einen natürlicheren Bewegungsablauf. Ich vermute, dass dieser Prozesses unangenehm ist. Zwar berührt noch immer die Hufspitze deutlich zuerst den Boden, aber „das Rammen“ ist weg.
Da die Pferde Dank des trockenen Wetters noch immer tagsüber auf der Weide sind, „mache“ ich erst mal nur 1 –2 mal in der Woche etwas mit ihm.

Diese Seite http://www.arianereaves.de/hufindex.html habe ich erst vor wenigen Tagen gefunden. Sie ist für mich zu “Der” Infoseite zum Thema Barhuf geworden. Von dieser Seite habe ich sie verlinkt. http://www.arianereaves.de/

8. November 07
Die Weidetore sind seit einer Woche geschlossen, die Idee mit Pause war für Jockers Gemüt schon vorher schlecht.
Jocker ist souverän dominant seiner Herde gegenüber. Seine untergeordnete Rolle den Zweibeinern gegenüber, zweifelt plötzlich mal wieder über deutlich an.
Er hatte es sogar gewagt mich auf der Weide zur Seite zu Rüpeln und keilend davon zu rennen, als ich ihn an einem Abend von der Weide holen wollte.
Obwohl ich eine ausdrückliche Warnung den Einstellen gegenüber aussprach, Jocker mit Vorsicht zu genießen, schubste er noch zwei andere Zweibeiner zur Seite, rannte zweimal durch eine gespannte Litze, um die Rangniedrigen von ihren Kraftfutterplätzen zu vertreiben. Rennt, als er mich mit Halfter kommen sieht, in den Matsch, um sich zu wälzen und kein Rufen und Schimpfen kann ihn davon abhalten.

Bis auf das Rempeln amüsiere ich mich köstlich über den Schalk in seinem Nacken. Trotzdem musste ich ihn in den letzen Tagen deutlich in seine Grenzen zurück verweisen. Diese Form von Dominanz ist nämlich auch unter dem Sattel lästig.
Mit Arbeit lässt sich sein Übermut gut kühlen und da ich oft die Halle morgens für mich alleine habe konnten wir zusätzlich viel freie Bodenarbeit machen. Schnell zeigt sich dann, dass er im Grunde gern folgt und gern für Lob gehorsam ist.

Jocker geht jetzt deutlich langsamer ohne Hufschuhe zur Halle. Die Hufe sind nicht bis kaum temperiert, am Saum haben sich vor allem vorn rechts, außen kleine Wülste gebildet, die ich als eine positive Reaktion auf die veränderte Hufbearbeitung deute. In der Halle bewegt er sich gut, ich arbeite aber immer nur 30 Minuten im Trab und Galopp, möchte seine Hufe nicht überfordern.
Mit Eisen hat er nach so wenig Bewegung nie sofort entlastend gewartet. (Ich gehe oft mit zwei Pferden in die Halle, eins muss in einer Ecke angebunden warten). So lange er das macht, arbeite ich weniger.

Seine Gesamterscheinung ist sehr positiv, sein Fell glänzt wie poliert, wie erfreut “Frau” doch über normal geformte Kotballen sein kann. Die Atmung bestätigt seine gute Grundkondition, 20 bis 30 Minuten Trab und Galopp rufen keine Schweißflecken hervor. Erst nach dem Warten unter der Abschwitzdecke kann man sehen, dass er an „den richtigen Stellen“ nachgeschwitzt hat. Verlasse ich sofort nach der Arbeit mit ihm die Halle, um nach Hause zu gehen, ist er bis dorthin trocken.

Noch immer kann ich mich einfach nicht entscheiden, welchen Weg ich in Sachen Hufbearbeitung einschlagen soll. Die Hufpflegerin verfolgt ein anderes Konzept, als das auf Arianes Seite, hat aber eine gute Kundenzufriedenheit und ich konnte auch nichts Nachteiliges an den Pferden beobachten.

Um Zeit zu gewinnen, lasse ich den Schmied am Montag nach den Hufen sehen. Da ich die Hufe rund gehalten habe, wird er außer am Strahl keine Arbeit finden.
So kann ich meine Entscheidungsfindung noch ein wenig vor mir her schieben :-(
Eigentlich ist Unentschlossenheit überhaupt nicht meine Art. Da ich aber in Sachen Hufbearbeitung schon Mal fast fünf Jahre auf einem falschen Weg war, bin ich übervorsichtig.

20. November 07
Letzten Montag war der Schmied da, diese Fotos sind vom 17.11.
Für Jocker habe ich noch keine wirklich passenden Hufschuhe für hinten gefunden. Aber vorn trägt er nun auch welche für den Weg zur Halle -nur vorsorglich- habe Sorge, dass der Abrieb zu stark sein wird.
In der Halle läuft er sehr schön, flott und motiviert. Auch läßt er kein Bein mehr stehen und stolpert nicht mehr.
Die Äppel sind perfekt, kein Husten, kein Lahmen, keine Kolik. Ich bin einfach nur glücklich.

25. November 07
Eigentlich wollte ich nur Flower nächstes WE mit auf den Kurs mit Britta Rasche nehmen, aber nun reitet eine Freundin noch mit und wir teilen die Pferde. Jocker hatte ich eigentlich nicht mehr trainiert, aber egal, wir nehmen trotzdem immer viel fürs Basistraining mit.
Joki findet arbeiten bei Britta nicht so klasse, weil sie seine (und meine) Mogelei nicht akzeptiert. Sie erwartet, dass das QH seinen Hintern nicht nur gewaltig aussehen läßt, sondern ihn auch zur Arbeit gebraucht. :-) Da ist unserer Trainerin zu Hause, Petra Flocke Kochs, netter zu ihm ;o)
Keine “heißen Socken” bis zum Wochenende! Das ist unser Ziel.

5. Dezember 07
Jocker war der Hit am WE :o))))))))
Wir haben ein dickes Lob von Britta bekommen und viele nützliche Tipps für unser weiteres Training.
Ich bin echt froh, dass Jockers Hufe uns nicht im Stich gelassen haben.

Ariane war so nett und hat sich Zeit genommen, um mir Ihre Einschätzung über Jockers Hufe mitzuteilen. Fotos sind zwar nicht so gut wie Natura, aber sie hat mir im Wesentlichen bestätigt, dass ich mit Jockers Hufbearbeitung auf einem guten Weg bin.

Sie warnte mich wo ich auf keinen Fall mehr weg nehme darf, z.B. Wandhorn im Bereich der Zehe und ermutigte mich, die Mustangrolle auch im seitlichen Hufbereich deutlicher anzulegen, aber ohne die eh dünnen Wände von oben zu schwächen.

Jockers Hufe sehen für mich ungewohnt kurz aus, er läuft auch vorsichtig auf hartem Boden, aber in der Halle noch immer sehr schön.

25. Dezember 07
Jocker hatte am Nachmittag des 24.12. eine Kolik.
Es gibt ja kaum einen besseren Termin im Jahr, als diesen Zeitpunkt.

Leider ist in der letzten Lieferung ein Heulageballen erster Schnitt zwischen die Ballen vom zweiten Schnitt gelangt.
Da wir das leider erst nach dem Öffnen gesehen habe, hatte ich keine Chance, wenigstens eine Futterumstellung innerhalb von 24 Std. zu machen, sondern ein Ballen war schon so gut wie gefressen und wir stehen da, vor einem Ballen völlig anderer (sehr guter!) Qualität.
Lange Rede kurzer Sinn, mit Jockers empfindlichen Magen kann so was schief gehen und so hatte der arme Kerl Bauchweh.
Gut - hatte ich ihn vorher regelmäßig äppeln gesehen, als er sich in seiner Not auf die Buckelpiste des gefrorenen Paddock warf, um dort zu liegen.
Aufstehen und Stellungswechsel waren von „Wind“ begleitet und nach einer längeren Liegephase kamen auch wieder Äppel.
Zwischen Duschen und Vorbereitungen für das Weihnachtsessen spurtete ich immer wieder in den Stall, um nach ihm zu sehen und Kügelchen zu geben.
30 Minuten von dem Gottesdienst lag er noch immer im Paddock und nicht im Stall, hatte einen stabilen Puls, kein Fieber und kein Schweiß. Ich entscheid mich nach einer letzten Gabe Globuli für die Kirche, weil ich schon sehen konnte, dass sich das liegende Pferd schon etwas entspannt hatte und ich meinem Bauchgefühl traue wenn es mir sagt, dass alles gut wird.

Einer Einstellerin nahm ich das Versprechen ab, nach einer weitern Gabe 20 Minuten später nach Hause zu fahren, ich wäre dann 45 Minuten später wieder da und könnte dann wieder selbst sehen, wie es ihm geht.

Nach dem Weihnachtsgottesdienst konnte ich sehen, das er zwischenzeitlich auch im Stall gewesen war, aber er stand zufrieden an seinem Stammplatz an der Raufe zwischen seinen Damen.
Auch alle weiteren Kontrollbesuche waren o.B. Gott sei Dank!

29. Dezember 07
Die Hufe sind gestern vom Schmied ausgeschnitten worden und ich bin bis jetzt noch immer sehr zufrieden mit unserem eingeschlagenen Weg.

In der Halle läuft er sehr schön und er trägt keine Hufschuhe auf dem Weg dorthin. Ich versuche mindestens 1x in der Woche 1 – 1,5 Std. ohne Schuhe auf wechselnden Böden mit ihm spazieren zu gehen.

Manchmal reite ich auf weichem Boden ein Stück ohne Sattel, was prima klappt uns auch auf Asphalt kommt er mit seinen Hufen immer besser zurecht. Wege mit kleinen Steinen oder gar Schotter versuche ich zu meiden und wenn, dann führe ich und lasse ihn immer am Rand entlang turnen.

Leider haben wir noch immer keine richtig gute Lösung zum Thema Hufschuhen für Hinten gefunden. Vorne kommt er nun sehr gut mit Easysboots klar.

Der nächst Schmiedtermin ist in 8 Wochen, da ist aber definitiv noch kein Beschlag geplant. So schnell geben wir nicht auf.

Januar 2008
Jocker geht es gut. Er spielt viel, besonders mit einem Wallach, der gern die Chefrolle übernehmen würde. Jocker lässt ihm spielerisch immer mal die Oberhand. Aber meist wird das Intermezzo mit einem deutlichen Hinweis hinter die Schranken beendet.

Im letzen Jahr ging die Rechnung immer auf, wenn ich ihn abends mit der letzten Heufütterung zwischen 20:30 und 21:30h mit einem Federstriegel grob vom Dreck aus dem Paddock befreite, musste ich am nächsten Morgen nur eben überbürsten und hatte ein sauberes Pferd.
Pustekuchen: schon vor dem ersten Füttern zwischen 7 und 8 Uhr hat es sich schon wieder gewälzt.

So oft es möglich ist, gehe ich mit ihm spazieren und bereite nur die Feld- und Wiesenränder. Da zeigt er dann gute Grundgangarten.

Februar 2008
Jocker nutzt das angenehme Pferdewetter um sich bis zu drei Mal täglich aufs Neue zu wälzen. Zwischen temperamentvollen Tobezeiten steht er sehnsüchtig am Tor zur Weide und „meditiert das Gras zu Wachsen an“.

Obwohl es ihm gut geht, arbeite ich zur Zeit wenig mit ihm. Andere Dinge stehen im Vordergrund.
Damit er die Arbeit nicht ganz verlernt longiere ich ihn ein bis zwei mal in der Woche nur an einem - aus einem für die Westernreiter typischen „Shutter“ - selbst gebautem Kappzaum.

Das einzige, was er schon seit einigen Monaten ungewöhnlich blöd findet, ist am Kopf geputzt zu werden und dass ich seine Mähne in Ordnung halte- Normalerweise liebt er das sehr. Er mochte es von Fohlen an, seine Mähne verlesen und gebürstet zu bekommen, sonst stand er dann dösend und genießend mit tiefem Hals und Kopf da, zur Zeit reckt er den Kopf in die Höhe und ich muss mich schon sehr mühen, seinen dreckverkrusteten Kopf „trensenrein“ zu bekommen.

18. Februar 2008
Jocker wurde vom Schmied nur angeschaut und dann auch für gut befunden und durchgewunken.

24. Februar 2008
Heute war Jocker an der Reihe von Kerstin behandelt zu werden.
Jocker war im Gegensatz zu Flower während der Untersuchung und Behandlung ohne Halfter. Manuelle Zuwendung mag er grundsätzlich sehr.

Auf den ersten Blick vermittelt Jocker Kerstin das Gefühl grundsätzlich schlecht Luft zu bekommen und einen „dicken Hals“ zu haben, was in einem engem Zusammenhang mit seiner chronischen Kehlkopfentzündung zu sehen sei.

Kaumuskulatur, Kehlkopf und Unterhals sind sehr verspannt und druckempfindlich. Er reagiert extrem empfindlich in beiden Leisten, was als Problem im Zuge der Kastration auftreten kann. Der Blasenmeridian ist nicht durchlässig. Bedingt durch mindestes das Kehlkopfsymptom und eine kraniosakrale Dysfunktion zeigt sich ein Atlasschiefstand, den sie als erste Handlung über sein linkes Ohr richtete.

Auch Jocker behandelte sie die verspannte Mukulatur mit der Matrix Rhythmustherapie und schaffte einen energetischen Ausgleich mit Akupunkt-Massage, Akupressur und wendete kraniosakrale Therapie an.

26. Februar 08
Jocker kann in der Halle am selbst gebastelten Kappzaum deutlich besser laufen. Ich bin überrascht, dass ich ihn kaum nachtreiben muss. Er kommt auffallend besser aus der Schulter, Rücken ist lockerer, hat häufiger als „normal“ abgeschnaubt, lässt sich viel leichter stellen und es fällt ihm leichter sich zu biegen. Dadurch sind die Handwechsel wesentlich flüssiger und die fliegenden Wechsel fallen ihm leichter.

3. März 2008
Heute hatte ich endlich mal wieder Zeit Jocker in der Halle zu erst mit Flower laufen lassen zu können und dann noch ein wenig an den Kappzaum zu hängen.

Obwohl Jocker häufig mit den Wallachen spielt und tobt, sind die Beiden erst mal bockend, keilend und laute Darmgeräuschen von sich gebend durch die Halle getobt. Immer wieder forderten sie einander zum Wettrennen auf, bremsten sich gegenseitig keilend aus um dann wieder voll Speed zu geben.
Nach ca. 20 Min geben die Beiden freiwillig die Rennerei auf und Jocker kommt erstaunlich schnell wieder zu einer ruhigen Atmung. Allerdings engagiert der sich auch mental weniger beim Toben und nimmt immer die Innenbahn. Ist halt ein schlaues QH ;o)

An der Longe kann ich im Vergleich zur letzen Woche keine weiteren Veränderungen ausmachen.

6. März 2008
Ich bin mega begeistert! Der Ton, der Jockers Galopp seit Jahren begleitet ist verschwunden. Er bewegt sich ungewöhnlich motiviert und fleißig in den Grundgangarten.
Ich freue mich nun, dass ich zeitgleich wieder Zeit habe, mit dem Training zu beginnen und bin sehr gespannt darauf, was sich in den kommenden Wochen noch alles verändern wird.

Jocker hat sich nach dem Reiten mit der gewohnten Zufriedenheit seine Winterzöpfe neu flechten lassen. Ich bis soo froh, diese Entwicklung zu beobachten.
Böse Zungen finden, dass dieser Teil der Behandlung irgendwie falsch gewirkt hat. Jockers Einstellung keine Indianerzöpfe haben zu wollen fand der Eine oder Andere wohl doch passender für einen Wallach ;-)

01. April 2008
Leider hatte der Winter uns im Griff und ich konnte mit den Pferden nicht regelmäßig zur Halle. Aber immer wenn ich sie dort laufen ließ, war ich zufrieden mit dem, was ich frei Laufend, frei Springend oder zwanglos an der Longe zu sehen bekam.

Jockers Atmung hat sich deutlich zum Positiven verändert. Er kann 20 Minuten durch die Halle toben und sich verausgaben und kommt dabei kaum in Atem. Er hat Witz und Elan und bewegt sich harmonisch.

Schon seit Ende das vergangenen Jahres beschäftigt mich die Frage, ob es für Jocker sinnvoll wäre, versuchsweise die Gaben der Globuli runter zu setzen. Eigentlich ist es ein Bauchgefühl.
Jocker hat zu Beginn unserer homöopathischen Behandlung 2 –3 einzelne Gaben am Tag bekommen und hat sich in den ersten 12 Monaten sehr schnell, sehr positiv entwickelt. Danach blieb die Tendenz leicht Aufwärts, aber es gab immer wieder kleine Einbrüche,

Zuletzt bekam er 4 Gaben am Tag, 3 davon immer 2 Medikamente pro Gabe.

Da ich unsere THP nicht von der Idee überzeugen konnte, die Globuligaben runter zu setzen, mache ich das nun seit 2 Wochen auf eigene Verantwortung, langsam aber stetig und bin nun auf nur noch 2 Medikamenten auf 2 Gaben am Tag verteilt, mit einem mulmigen Gefühl im Bauch und der Hoffnung, die eine richtige Entscheidung für ihn getroffen zu haben.

Mit der Entwicklung seiner Hufe bin ich weiter zufrieden. Der Austritt am WE ohne Hufschuhe war in Ordnung, aber es scheint mir Grundsätzlich noch zu früh, daran weiter zu Arbeiten. Da Asphaltwegen nicht auszuweichen ist, außer wir würden den frisch geschotterten Reitweg benutzen, muss ich mich für Ausritte weiter mit dem Thema Hufschuhe intensiv beschäftigen.

Der Weg zur Halle und in der Halle ohne Schuhe reiten ist kein Problem. Da fühlt er sich wohl und arbeitet voller Elan mit. Von seiner Triebigkeit ist kam noch etwas übrig geblieben. Ich reite schon seit Monaten ohne Sporen, die Gerte hat einen großen mentalen Einfluss und kommt selten zum Einsatz.

Hier gibt es Fotos vom 20.02.08 und vom 26.3.08

21.Mai 08
Jocker geht es sehr gut.

Alle Symptome, die mich vor 4 Jahren zur Homöopathie wechseln ließen, kann ich bei Jocker nicht mehr aufzählen.

Er ist ein zuverlässiges, bewegungsfreudiges Reitpferd.
Er hat eine gute Kondition, keinen Husten, keine Atemgeräusche, keine Magen-/Darmprobleme, keine Lahmheiten, kein Stolpern, keine Hautirritationen, .... ich hoffe, ich habe nichts vergessen.

Mit der Entwicklung seiner Barhufe bin ich weiterhin sehr zufrieden.

Wir sind nun ausschließlich ohne Hufschuhe unterwegs.
Ich nehme deutlich Rücksicht auf die Wege, die ich reite und führe ihn auf besonders arg geschotterten Wegen. Auch trabe und galoppiere ich nur auf den wenigen vorhandenen Wiesen und Waldwegen. Die eher felsigen Wege bewältigt er im Schritt vorsichtig, aber fleißig. Wenn er mir deutliches Unbehagen zeigt, führe ich, bis der Weg für ihn wieder ok ist, aber in der Länge der Ritte schränken wir uns nicht mehr ein.

In der Halle lässt er sich gut gymnastizieren. Wir können die Trainingseinheiten deutlich verlängern. Die gesamte Aufenthaltsdauer in der Halle oder auf dem Platz ist von 20 Minuten auf 45 – 60 Minuten gestiegen, ohne das Jocker für den Rückweg ein Taxi bestellt. Im Gegenteil, wir können ohne Probleme einen „45 Min (+) Ausritt“ hinten dran hängen.

Die Länge der Reitzeiten wird nur noch durch mein Zeitfenster eingeengt, nicht durch die gesundheitlichen Möglichkeiten von Jocker.

Unsere jetzige Therapeutin hat Jocker nun als GESUND entlassen.

Nach dem ungeplanten Therapeutenwechsel in Februar wurde Jocker insgesamt zwei mal manuell behandelt.
Die Globuligaben reduzierten sich stetig, bis auf zu Letzt eine Gabe alle 4 Tage.

29. Juli 2008
Ende letzen Monats habe ich Jocker nach langer Zeit mal wieder erfolgreich von „seiner“ Chiropraktikerin behandeln lassen.
Im Training wurde immer deutlicher, dass seine Leistungsbereitschaft und –fähigkeit rechts immer besser wurde und links nicht.

Diese Behandlung hat ihm sehr gut getan und er läuft nun deutlich „runder“.
100% zufrieden bin ich noch immer nicht, vor allem war sonst sein Linksgalopp immer viel „schöner“ als der Rechtsgalopp und nun ist es völlig seitenverkehrt.

Auch wechselt er fliegend von Links auf Rechts prompt, von Rechts auf Links kann das auch mal 5 – 8 Sprünge dauern und hat dann nichts mehr mit harmonischer Hilfengebung zu tun ;o)

Jetzt warte ich gespannt, was Herr Dr. M.P. am kommenden Wochenende bei Jocker durchLaserakupunktur noch “bewegen kann.

27. August 08
Zwei Behandlungstermine später sind die Kopfschmerzfältchen unter seinen Augen fast nicht mehr zu sehen.

Insgesamt hat das Pferd einen so guten Status erreicht, wie ich es zu Beginn unseres alternativen Weges nicht für möglich gehalten hätte.
Ich habe in den letzen Monaten begonnen, mich selbst mit Energiearbeit zu beschäftigen. Durch eine Einhandrute kann ich Disharmonien und Bedürftigkeiten meiner Pferde sichtbar machen.

Ich kann nun abfragen, mit welchen therapeutischen Maßnamen ich die Pferde unterstützen kann.

Alle Fragen rund um Fütterung, Belastbarkeit, momentane Disharmonien kann ich austesten und wenn nötig Globuli auswählen oder austesten, welcher Therapeut bei diesem Problem helfen kann.

Dr. MP hat ihm geholfen, den Status Atlas und 2.Halswirbel deutlich zu verbessern. Im Gespräch darüber, „dass hier eine sehr alte Sache begraben liegt“ fiel es mir plötzlich wieder ein! Zu Beginn seiner Ausbildung ist er von einer Trainerin äußerst unfair in starrer Flexion ausgebunden longiert worden und damit gestürzt. Zufällig habe ich damals diese Begebenheit mitbekommen und den Trainer gewechselt, aber es war zu spät.

Jede Erkenntnis hat einen Zeitpunkt, so auch diese. M.P. war nicht der erste Therapeut, der diese „Baustelle“ bei Jocker gefunden hat. Bis zu diesem Tag hatte ich immer behauptet, dass meines Wissens das Pferd keinen Unfall hatte, der einen Schaden dort verursacht haben könnte.

Wie dem auch sei, Jocker ist zur Zeit mit seiner Befindlichkeit zufrieden und möchte eine Pause von manuellen Therapien.

Durch die Akupunktur - habe ich das Gefühl - kann Jocker seinen „Status“ selbständig halten. Das Zusammenspiel zwischen osteopathischer und energetischer Unterstützung durch Frau und Herrn P. waren vom Zeitpunkt sehr gut und damit sehr effektiv. Ich habe das Gefühl, dass er noch immer von den Behandlungen profitiert, sein Körper sich nachhaltig mit den Informationen im Positiven auseinander setzt.

Ich hatte für Jocker eine homöopathische Wurmkur zusammengestellt. Ich kann keine Veränderung feststellen, aber energetisch hat ihm das geholfen.

Die letzen 6 Wochen Behandlungszeit haben ihm insgesamt sehr gut getan und er möchte noch einige Zeit „im Schongang“ gearbeitet werden.

Ausritte ruhig auch lang, in allen Gangarten sind in Ordnung, aber in der Halle kein biegen und stellen. Nur Dehnungshaltung.

Leider hatte mich vor zwei Tagen über seinen Wunsch hinweggesetzt und doch ein wenig Biegung und Stellung gefragt. Nun schreibe ich hier mit schlechtem Gewissen, weil Jocker mir heute bei der Statusabfrage angezeigt hat, dass ich die Situation der Halswirbelsäule sehr verschlechtert habe. Dafür darf ich ihm nun Symphytum jede Stunde auf die Weide bringen. :-/

In den kommenden drei Wochen will er nur zwei mal in der Woche in die Halle. Ich darf reiten ohne Biegung und Stellung! (versprochen!!!), aber auf keinen Fall longieren.

Mit seiner Hufbearbeitung ist er sehr zufrieden, will ohne Hufschuhe ausgeritten werden, auch wenn die Bodenverhältnisse ihn dann schleichen lassen. Eisen will er auf keinen Fall wieder haben. (Obwohl ich damit gerechnet hatte, dass er vorne gern Welche hätte)

Kraftfutter braucht er keins, würde es aber gern „scheppenweise“ essen.

1. November 2008
Jocker geht es gut und auch die Hufentwicklung macht weiter kleine Fortschritte.

Er wird abwechslungsreich im Gelände und in der Halle gearbeitet, Hufschuhe benutze ich nicht.

Ich möchte mir nicht angewöhnen, Jockers Tagebuch mit Wiederholungen zu füllen, macht Euch keine Sorgen, wenn es über einen längeren Zeitraum keine Neuigkeiten gibt!

Keine Nachrichten sind Gute Nachrichten!!!!

Febuar 09
Jocker geht es sehr gut. Die gesamte Entwicklung seiner Hufe ist positiv.

Seine körperliche Kondition ist größer als die Ausritte, die ich zu Gunsten seiner Hufe unternehme. Tendenziell werden seine Hufe weiter langsam widerstandsfähiger und seine Tendenz weichen Boden zu suchen nimmt ab.
In der Halle zeigt er sich leistungsbereit und kooperativ. Inzwischen reite ich beide Pferde gebisslos mit dem LG-Zaum von Monika Lehmenkühler.

Jocker dachte vorübergehend, dass seine Chance gekommen sei, seinen demokratischen Gedanken neu aufleben lassen zu können oder evtl. doch noch die Monarchie bei unseren gemeinsamen Ritten einführen zu können. :-))
Diese Anwandlungen freuten mich vom Grundsatz her sehr, aber nicht genug, um seinen Wünschen nachzukommen. Wir belassen es dabei, dass auch ohne Metall im Maul Tempo und Richtung von mir angegeben werden.

Jockers „Ton“, der sich im letzten Jahr nach der manuellen Behandlung von K.G. und Dr. M. P. deutlich verbessert hat und sogar zeitweise fast nicht mehr zu hören war, ist noch mal weniger deutlich zu hören, wenn er gebisslos geritten wird.

In der Halle habe ich Jocker nur sehr selten mit Halfter geritten, weil er sich gern über „festhalten“ blockierte. Auf Trense gelang es mir immer besser, ihm den gewünschten Weg zu weisen.
Mit dem LG-Zaum gelingt mir das nun nach einigen wenigen Tagen Umstellung deutlich besser als mit anderen gebisslosen Zäumungen. Ich kann mir noch nicht vorstellen ihn 100% auf den GL-Zaum umzustellen aber er ist auf jeden Fall eine prima Abwechslung.

April 09
Mit einem dicken Lächeln im Gesicht muss ich leider zugeben, dass der LG-Zaum eine prima Zäumung für Jocker in der Halle ist und auch für den kleinen “Bummelritt” um den Block.

In der Gruppe im Gelände reite ich ihn nun doch lieber mit einer Western-Kandare. Das geht dann einhändig am langen Zügel und wenn er darüber nachdenkt übermütig zu werden, reicht ein kleiner Impuls, ihn an die Hausordnung zu erinnern. ;-)

Anfang Juli 09
Jockers Barhufe entwickeln sich weiter positiv. Hufschuhe brauchen wir keine und die Reitzeit wird lediglich durch meine Zeit eingeschränkt, aber nicht durch Jockers Kondition.

Seit August 08 erhält Jocker keine regelmäßigen Globuligaben oder sonstige alternativen Medikamente. Ich teste ihn radionisch aus und so bekommt er nach Bedarf ein Paar Tage ein Schüsslersalz, eine Solunate oder einige wenige Globuligaben.

Alle paar Monate unterstützt ihn Grit Ostermann mit einer manuellen Therapie und er bekommt die pflanzliche Wurmkur Verm - X.

Oktober 08 und Februar 09 besuchte ich Seminare Alexandertechnik und Reitenmit Walter Tschaikowski.
Die ersten beiden Kurse legten ihren Schwerpunkt auf die Arbeit mit uns Menschen. Wir erhielten Sitzschule auf dem stehenden Pferd und im geführten Schritt.

Im Juni 09 fand ein kombinierten Kurs Alexandertechnik und Reiten mit Walter Tschaikowski undSarah Mrozek statt. An diesen 3 Tagen war der Schwerpunk auf der Arbeit mit den Pferden. Hier die mein persönlicher Eindruck vom Kurs.

Mit Jocker konnte ich zunächst nur eine geringfügige Verbesserung der Kommunikation mit nach Hause nehmen.
Das lag sicher unter anderem daran, dass er in den letzen Wochen vor dem Kurs vermehrt Koordinationsprobleme der Hinterhand zeigte. Das fiel besonders im Galopp auf, der sich nach und nach verschlechterte und häufig schon ein 4-Schlag wurde.

Grit Ostermann riet mir, mit ihm am Springtraining teilzunehmen, um Koordination und Kraft zu fördern.

Da Springen nicht meine Leidenschaft ist, nimmt eine gute Bekannte für mich auf Jocker nun an besagtem Training teil. Die Fotos stammen von seiner 2. Springstunde im Juni 09.

Am ersten WE im Juli ließ ich Jocker von V. G. mit APM nach Penzel behandeln und seitdem ernten wir die Früchte der vergangenen Wochen.
Jockers Grundspannung hat sich zum Positiven verbessert und er hat noch mehr Freude an seinen eigenen Bewegungen.
Diese positive Spannung ermöglicht es ihm, sich endlich vermehrt selbst zu tragen. Er versucht wesentlich weniger sich auf meiner Hand oder am Schenkel abzustützen. Durch den Kurs AT& Reiten fällt mir viel schneller auf, wenn ich ihm „anbiete“ sich auf meine Hand zu legen.

Januar 2010
Jocker geht es gut.

Im November 09 ging er ein paar Tage hinten links taktunrein. Einen Tag mehr einen Tag weniger deutlich, nur leicht im Trab sichtbar, allerdings war der Linksgalopp furchtbar.

Grit Ostermann konnte keinen Grund dafür finden und nach ca. 10 Tagen war der Spuk vorbei.

3 Wochen später bei der Hufbearbeitung fanden wir ein Hufgeschwür in der Nähe der Eckstrebe zur Sohle. Der arme Kerl, hätte er doch nur deutlicher angegeben, wo es weh tut.
Hier Huffotos vom 15.12.09

Ich finde es zugegebener Maßen zeitweilig sehr mühsam den Barhufkurs bei zu behalten.
Unser Ausreitgelände ist derart barhuffeindlich, dass ich schon manches Mal hinter der Zeit mit Hufeisen her getrauert habe.

Es ist aber auch echt zum k..... ! Die wenigen Meter Reitweg, die es gibt, sind in diesem Sommer mit Basalt aufgeschüttet worden. Meist in 16-32er Körnung - wenn es gut gelaufen ist mit 0-32er Körnung, die verdichtet wenigstens ein Wenig.

Und noch was, Hufschuhe und Jocker sind zwei Dinge die nicht zusammenpassen.
Ja, richtig, es gibt noch Modelle, die ich noch nicht ausprobiert habe aber Nein, da bin ich dann auch mal beratungsresistent. - Mit der Konsequenz nur kleine wohl durchdachte Runden reiten zu können, oder das Pferd in einen Hänger zu packen und dort hin zu fahren, wo Reiten möglich ist.
Da lobe ich doch ein schneereiches Wochenende wie dieses. :-))))

Die abgelegenen Straßen eignen sich hervorragend, um ausgiebig zu traben und zu galoppieren. Natürlich alles im Rahmen der Grundkondition! Nach 2 Stunden kamen wir ohne ein nasses Haar wieder zurück zum Stall.

Alle anderen Probleme die uns vor 2005 plagten sind Geschichte.
Noch immer hat Jocker seitdem keine Impfung und keine chemische Wurmkur mehr bekommen und so war für ihn auch kein TA mehr auf dem Hof.

In unregelmäßigen Abständen bekommt er manuelle Behandlungen wie zum Beispiel APM-Behandlung oder Chiropraktik.

Ich arbeite ihn abwechslungsreich in der Halle oder auf dem Platz, viel vom Boden aus und unter dem Sattel.
Die Seminare Alexandertechnik und Reiten mit Walter Tschaikowsky und die Arbeit mit Sahra Morzek haben uns Meilen vorangebracht.
Hier meine persönlichen Gedanken zu den Kursen.

Mai 2010
Mit den Hufen aller Pferde, Jockers eingeschlossen, hatten wir Anfang diesen Jahres große Probleme.

Sämtlich Straßen und Bürgersteige wurden wegen fehlendem Salz im Winter mit feinem Splitt gestreut und der liegt bis heute auf sämtlichen Wegen und Straßen.
Diese kleinen Steinchen setzten sich bei feuchtem Wetter ständig in der weißen Linie fest und zerstörten sie langsam aber sicher. Jocker belastet “schon immer” die Außenwände seiner Vorderhufe mehr als die innere Seite. So kenne ich die Disposition zur hohlen Wand bei ihm schon seit Jahren. Immer wieder hatte ich versucht den Hufbearbeitern eine Meinung zu entlocken, ob seine “Fühligkeit” auch von den losen Wänden kommen könnte. Nix genaues wusste man aber nicht.

Zusätzlich bin ich bei aller Überzeugung mit der Barhufgeschichte das Richtige zu tun noch immer erschütterbar, welche Hufbearbeitung für Jockers Problemhufe die “richtige” ist.
Aus diesem Grund hatte ich mir im September letzten Jahren die Entscheidung nicht leicht gemacht, den Weg von NHC zu verlassen und einem anderen Konzept die Möglichkeit gegeben, Jocker dazu zu veranlassen seine Hufe mehr aufzurichten und das immense, unerwünschte Wachstum in die Zehe einzuschränken.

Die Hufe von außen betrachtet veränderten sich in die von mir gewünschte Richtung.
Aber die Splittsteinchen waren auch für Jocker ein fundamentales Problem.

Im Februar ging er hinten links zu lahm um ihn zu reiten und dann humpelte er bald auch erbarmungswürdig vorn rechts.

Unübersehbar entwickelte sich dort kein Hufgeschwür, wie hinten links, sondern die Hufwand schien sich täglich weiter von der weißen Linie zu separieren.
Ich hatte das Bedürfnis die Wand von unten außen so zu entlasten, dass nur noch die Sohle an den belasteten Stellen trägt. Die Hufbearbeiterin entschied die Wand stehen zu lassen aber zur Sohle hin das Loch im vollem Maße zu öffnen und das Pferd dann großflächig auf den Tragrand zu stellen.

Ein Hufverband sollte den Huf schützen und so verhindern, dass die Wand weg bricht. Jedes Mal wenn ich morgens um die Ecke kam und Jocker sich vom Hufverband verabschiedet hatte, blieb mir vor Schreck fast das Herz stehen weil ich Angst hatte die Wand “geht fliegen”.

Ist sie nicht. Gott sei Dank.
Nach wenigen Tag habe ich begonnen dem Tragrand an den hohlen Stellen eine Schwebe anzubringen. Mit gutem Erfolg. Dies war der Zustand Anfang März. Jocker ging über 8 Wochen unreitbar lahm.

Alle paar Tage ging ich mit ihm eine kleine Runde (15 - 20 Min.) mit Hufschuhen spazieren, damit er sich nicht abgeschoben fühlt. Aber Jockers Gesichtsausdruck wurde immer trauriger.

Als Anfang März 2010 Mary, die Tinkermixstute tagsüber auf einem eigenen Paddock bei uns zu Gast sei durfte und Abends nach Hause gebracht wurde ging er noch immer lahm, war aber konstant wieder ohne Hufverband oder Hufschutz.

Fast alle Pferde der Herde hatten wir zuvor schon in der Reitanlage einzeln freilaufend in der Halle Bekanntschaft machen lassen. In der Halle waren die Pferde einander freundlich neutral eingestellt. Jocker konnten wir prima mit Mary gemeinsam frei laufend longieren. Sein Tempo passte gut zu ihrem und er übertrug seine Ruhe auf die Stute, die schon mal hektisch werden kann.

Jocker war angetan über eine neue Frau in seiner Herde. Aber als bei der 1. Kontaktaufnahme ohne Zaun, Flower sich von Mary bedrängt fühlte, warf Jocker sich zwischen die Damen und verteidigte sich und Flower mit den Hinterhufen gegen Mary und verlor diese Auseinandersetzung. Er musste das Feld mit einem Streifschuss humpelnd räumen.

Nun legte die gesamt Herde auf ein Ohrwackeln von Mary den Rückwärtsgang ein und ich sah zum ersten Mal mehrmals täglich einen flüchtenden Jocker.

Mary hatte es nicht auf die Führung der Herde abgesehen und es ging ihr offensichtlich nicht um Dominanz, sondern eher dem Gedanken: Angriff ist die beste Verteidigung. Mit diesem Verhalten machte sie sich keine Freunde. Aber sie konnte schnell die Nähe an der Heuraufe ertragen und so schaffte es bald auch die gesamte Gruppe wieder gemeinsam Heu zu fressen. Das Jocker Mary immer einen Fluchgedanken entgegen brachte kostet ihn viel Ansehen in der Herde. Aber keiner hatte es wirklich auf Jockers Job abgesehen. Und so konnte ich beobachten, wie sich ein Chef fühlen muss dem das Team entgegen bringt dass er eine 0 ist; aber an Ermangelung einer besseren Alternative darf er seinen Scheiss Job behalten.
Es tut mir leid beobachten zu müssen wie unglücklich er mit der Situation ist.

Mitte April stellten wir Crazy, ein Vollblut, den ehemaligen Boxennachbarn von Mary auf einen Paddock mit Unterstand, um sich Zaun an Zaun an die Herde und ein Leben ohne Box zu gewöhnen. Jocker und Crazy haben wir in den letzten Monaten häufig in der Halle gemeinsam frei laufend longiert. Die Jungs hatten manchmal zaghaft angefangen miteinander zu spielen.

Für einen Wallach wurde Crazy von Jocker sehr freundlich begrüßt. Kein Quietschen, kein weg jagen des Eindringlings oder der Restherde. Das wäre auch schwierig geworden, weil Mary und Crazy sich sehr freuten einander wiedergefunden zu haben. Mary erlaubte ihrerseits nur gemäßigten Kontakt zu Crazy.

Da Crazy sehr gestresst war wenn die Herde sich für ihn unerreichbar weit weg bewegte, ließen wir ihn nach 3 Tagen zu Herde auf eine nun ausreichend große Weidefläche um sich aus dem Weg gehen zu können.

Ohne Gerenne und ohne dass wir eine Rangelei beobachten konnten, hat Crazy Flower und Mary in seinen Bann gezogen. Jocker versuchte Flower immer wieder zurück zu “seinem Teil” der Herde zu treiben, aber Flower schloß sich immer wieder Crazy und Mary an. Beide Stuten rossten um die Wette und machten dem Braunen schöne Augen.

Einmal habe ich gesehen das Jocker versuchte Flower von ihm weg zu treiben und da sind die Beiden ganz kurz aneinander geraten. Da Jocker Flower zunächst mit nahm dachte ich, das Crazy nun mit Mary eine Gruppe bilden würde, aber schon nach wenigen Minuten kehrt Flower wieder zu den beiden Neunen zurück.

Jocker war darüber so verärgert, dass er mit Argusaugen auf Lotti aufpasste. Nicht mal schauen durfte sie zu den 2 abtrünnigen Mädels.
In der anderen Gruppe sorgte Mary dafür, dass niemand außer Flower sich Crazy näherte und Crazy versuchte seiner seits zu verhindern, dass einer der 2- Beiner eine seiner Stuten von der Weide führte.

Da muss man nicht extra erwähnen, dass auch die Zweibeiner an ihrer Entscheidung zweifelten ob es eine gute Idee war neue Pferde in die Herde zu integrieren.

Die Besitzer von Crazy und Mary erkennen ihre Pferde nicht wieder und haben ein schlechtes Gewissen. Vor allem dem armen Jocki gegenüber, den alle schon seit Jahren kennen und gern haben. Und mir tut er einfach nur leid.

Gott sei Dank kann ich nun wieder beginnen zu Reiten. Das gibt ihm eine Aufgabe und da versuche ich ihn immer viel zu loben. Aber die Traurigkeit verschwindet nicht aus seinen Augen.

Er leidet offensichtlich unter Schlafmangel. Die zerstreute Pferdegruppe macht ihm mehr zu schaffen als es scheint.

Einmal nutze er Anfang Mai die Gelegenheit während Crazy und Mary angebunden waren und ihre Hufe gemacht bekamen in den Stall zu verschwinden und sich hinzulegen. Nach wenigen Minuten lag er flach und schlief tief und fest. Gut, dass ich auch zufällig draußen war. Die neuen Einsteller hätten ihm am liebsten hoch gescheucht und einen TA gerufen. ;-)

Am 7.-9 Mai fand unser lang ersehnter 5. Kurs Alexandertechnik und Reiten statt. Jocker hatte ich bis dahin nur 2 x 15 Minuten in der Halle geritten, war froh, dass er nicht mehr lahm ging.Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig, dass ich ihn nicht wenigstens in einer Einheit selbst geritten bin, sondern er nur anderen Teilnehmern als Reitpferd diente. Aber irgendwie hatte ich mich während des Kurses nicht “auch noch” drauf setzen wollen.

Dafür kümmere ich mich jetzt mehr um ihn.
Mary mischt sich nicht mehr ständig ein und achtet nicht mehr so extrem darauf, dass sich die Herde annähert. Sie grasen oder liegen manchmal etwas näher beieinander. Wenigstens beim Ausreiten hat Jocker den Respekt vor Mary etwas abgebaut und man kann die beiden auch nebeneinander am Putzplatz anbinden ohne das Jocker erstarrt.

Bis zu 6 Pferde gleichzeitig haben wir schon an der Raufe mit 12 Plätzen fressen sehen. Das macht Hoffnung, das bis zum Herbst Friede in die Gruppe kommt.

Mitte Juni 2010
Dadurch, dass wir Crazy wieder eine eigene Weide zugeteilt haben kehrt nun tatsächlich langsam wieder Ruhe in. Jocker hat noch immer großen Respekt von Marys Hinterhand. Ich habe nicht mehr gesehen, dass Sie tatsächlich ihre Hufe benutzt, aber er braucht zu ihr noch einen deutlichen Abstand und weicht, wenn sie kommt. Obwohl es nicht ihr Ansinnen ist die anderen Pferde zu schicken.

Jamal wir toleriert, aber regelmäßig dazu angehalten einen Abstand zu ihm zu halten. Kontakt zu anderen Pferden erlaubt er Jamal.

19. Juli 2010
Vor dem eigentlichen Seminar Alexandertechnik und Reiten haben wir drei Tage Früh-morgens Unterricht von Sarah bekommen.

Leider ist Jockers neuer Dressursattel nicht rechtzeitig vor dem Kurs ausgeliefert worden.
Ich habe mir einen mäßig passenden Dressursattel ausgeliehen. Ich befinde mich im Westernsattel hinter dem Schwehrpunkt und muss unnötige Körperspannung aufbauen, um das auszugleichen. Zusätzlich verlagert der Westernsattel einen großen Teil der Last Richtung Lendenwirbelsäule. Das macht es Jocker unnötig schwerer seinen Rücken aufzuwölben.

Sarah hat uns gelobt wie gut wir in der Zwischenzeit gearbeitet haben. Sie zeigte uns nochmals eine Form der gymnastizierenden Handarbeit, die ich beim letzten Mal noch nicht für uns umsetzen konnte. Diesmal habe ich einen Zugang dazu finden können.

Es war schön zuzusehen, wie mein Pferd sich unter Sarah präsentieren konnte. Ich schaffe das nicht so nachzureiten, aber ich habe den Weg (so ich hoffe ;-) verstanden und weiß nun woran ich arbeiten muss - wenn es nicht so funktioniert, wie ich es beobachten konnte.

Der Unterricht mit Sarah war diesmal deutlich auf praxisorientiertes Reiten ausgerichtet. Mit dem Ziel uns Hilfen an die Hand zu geben, dem Pferd in die Losgelassenheit zu verhelfen. Dabei ist die eigene Balance ein wichtiges Fundament, an dem wir weiter arbeiten werden. Der Weg ist das Ziel und das macht Freude.

Bis zum 10. August habe ich auf meinen neuen Sattel für Jocker gewartet.
In der Zwischenzeit hab ich ihn viel vom Boden aus gearbeitet und bin ohne Sattel geritten.

Und nun, seit der Sattel da ist, habe ich ihn nur ein Mal benutzt. Jocker hat der Sattel gut gefallen und ich fühle mich gut darin - nur sehr ungewohnt. Aber ich stecke gerade mal wieder in einer größeren Krise.

20. August 10
Jocker gehte es gut, aber lange nicht so gut wie ich das gern hätte.
Natürlich habe ich nicht aus den Augen verloren, das er nicht mehr reitbar war. Im Vergleich zu vor 5 Jahren geht es ihm unübersehbar besser. A B E R

Seine Hufe haben noch immer keinen gesunden und belastbaren Zustand erreicht und dieses Ungleichgewicht setzt sich unweigerlich auch auf den gesamt Organismus fort.

Im Grunde meines Herzens bin ich ein optimistischer positiv denkender Mensch. Das hilft mir, meine Pferde nicht ständig defitztorientiert zu bewerten und mit ihnen in einer positiven Grundhaltung umzugehen.

Und dann gibt es Tage an denen ich weniger gut positiv sehen und denken kann. Dann sehe ich die Defizite klar und deutlich. Dann sehe die noch immer kranken Hufe, die nur eingeschränkt belastbar sind, die schwache Oberlinie, mangelnde Fähigkeit sich zu versammeln, manchmal Kummerfalten um die Augen oder eine faltige Maulpartie, dann und wann ungeformten Kot, noch immer zu ruhig vom Temperament, …...

Dann bin ich voller Frust auf die Menschen denen ich Tage, Wochen oder Jahre lang vertraut habe. Von denen ich erwartet habe, dass sie auf Grund ihrer Ausbildung „Ahnung“ haben von dem was sie mir für mein Pferd rieten. Welche Medikamente sich gaben, was sie empfahlen zu füttern, wie sie manuell behandelten, wie sie unterrichteten und vor allem wie sie seine Hufe zu dem machten was sie heute sind.

Der arme arme Kerl, was der schon alles aushalten musste, damit ich was lernen kann.
Immer wenn ich durch eine Veränderung eine Verbesserung erreicht hatte, dachte ich: „AH, so sollte es sein.“ - Um kurze Zeit später zu bemerken: Das stimmt doch immer noch etwas nicht.

So bin ich mal wieder bei den Hufen angekommen und lese und grüble über den Ü…bersetzungen der Texte von Pete Ramey. ..

5. September 2010
Jockers Tagebuch soll kein Kriegsschauplatz unterschiedlicher Hufbearbeitungsmethoden sein. Es war nie mein Plan einen regelmäßigen Verlauf zu dokumentieren aber aus Interesse habe ich jetzt mal alle Huf -Bilder die ich habe zusammengestellt.
Oktober 2007
Januar 2008
Februar 2008
Juli 2008
September 2008
Januar 2009
Dezember 2009
äMrz 2010
September 2010
Oktober 2010
November 2010

15. Oktober 2010
Es ist nicht leicht einen körperlichen Zustand zu beschreiben und zu bewerten, wenn sich die Messlatte ständig zu verändern scheint.

Jockers „Tagebuch“ ist nun schon 5,5 Jahre alt und es besteht keinen Zweifel darüber, dass Renate S. seinen gesundheitlichen Gesamtzustand innerhalb weniger Wochen deutlich verbessern konnte und damit aus dem Frührentnerstatus katapultierte.

Zeitgleich habe ich wesentliche Dinge begonnen zu verändern, Hilfegebung beim Reiten, Kommunikation vom Boden, Methode der Bodenarbeit, Fortbildungen Alexandertechnik und Reiten, ….. .

Das veränderte meine Wahrnehmung in viele kleine spannende Facetten.

Ich könnte zu der jeweiligen Momentaufnahme „Jocker geht es gut“ spielend einen Aufsatz über 5 Seiten schreiben. Über den Ausdruck seiner Augen, seine Halshaltung, die Atmung, seinen Stand innerhalb der Gruppe, seine Bewegungsfähigkeit, …. . Wen interessiert das außer mir?

Wer die Ehre hat, so viel von seinem Pferd und auch anderen Pferden mitgeteilt zu bekommen weiß, was ich meine.
Die Pferde haben mich darauf gebracht, dass ich mich selbst Fortbilden muss, um guten Reitunterricht von schlechtem zu unterscheiden. Daraus ergab sich für mich, den Trainerschein zu erwerben.

Ich habe mich in viele Bereiche der Pferdegesundheit und Ernährung eingearbeitet, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass es keine gute Idee ist, Fachmenschen in dieser Richtung blind zu vertrauen.

Ich habe viel Geld für Sättel ausgegeben weil ich den falschen Verkäufern vertraut habe. Also besuchte ich Sattelseminare um zu lernen, wie man einen Sattel ein Pferd und einen Reiter zusammenbringen kann, wenn alles stimmt. Es ist ernüchternd zu einem neuen Reitschüler zu kommen und die Ausrüstung schon auf 10 Meter Entfernung mit mangelhaft bewerten zu müssen.

Gleiches oder fast noch mehr trifft auf die Hufbearbeitung zu. Mir persönlich ging es zugegebenermaßen besser, als ich noch im Tal der Ahnungslosen lebte.

Ich verbrachte viel Zeit damit unterschiedlichen Hufschmieden und Barhufbearbeitern über die Schulter zu schauen und mit Fragen zu löchern und Dank Internet viele Stunden und Tage zu lesen und schließlich an meinen Pferden umzusetzen.

Jetzt ist Jocker ziemlich genau 3 Jahre ohne Eisen.
Mein Resümee?!

Es könnte besser, aber auch schlechter sein. ;-) Wie ich das meine? Frag‘ mich einfach.

28.Februar 2011
Jockers Hufe sind nun auf einem konstant guten Weg.

Da muss ich oft an der Refrain des Liedes von Xavier Naidoo denken:
Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer. Nicht mit vielen wirst Du Dir einig sein :-) …. .

Eine frühere Therapeutin hat mal etwas gesagt, was sich an meinem Pferd ein weiteres Mal bestätigt. Es dauert genau so lang gesund zu werden, wie die Krankheit dauerte. Im Bezug auf seine Hufe kann ich nur hoffen, dass mein Pferd 30 Jahre alt wird :-)

Es geht nicht darum, wie lange es dauert, die Hufkapsel in eine scheinbar optimale Form zu bringen. Die inneren Strukturen haben sich den jahrelang den schmerzenden Hufen angepasst und damit das Laufverhalten und den dazu gehörenden Knochen und Bandapparat negativ beeinflusst.

Mir haben sich in den letzten Monate einige neue Beobachtungs- und Bewertungsaspekte von Bewegungsabläufen erschlossen.
Es ist erstaunlich in wie viele kleine Bestandteile sich Bewegung auflösen, und damit auch detaillierter „bewerten“ lässt.

Die Alexandertechnik hat in diesem Punk bei mir diese Seite der Wahrnehmung sensibilisiert.
Zunächst am eigenen Körper und dem geänderten Körperbewusstsein.
Dann folgte die Fähigkeit die Disharmonien in der Haltung und im Bewegungsablauf der Mitmenschen besser zu verstehen. Die sensiblere Wahrnehmung der Pferde entwickelte sich zeitgleich.

Jocker und Flower haben beide auf „hartem Boden“ einen etwas weniger fließenden Bewegungsablauf als auf „weichem Boden“. So lange innere Strukturen noch nicht völlig schmerzfrei nutzbar sind findet ein festhalten der Bewegung statt, die wiederum dafür sorgt, dass die Hufe nicht ökonomisch, sondern fürs Pferd am wenigsten „schmerzhaft“ landen. Das gilt natürlich besonders dann, wenn Reitergewicht zur Bewegung addiert wird.

Die Hufschuhe sind eine prima Möglichkeit Jocker (und den anderen Pferden) ein komfortables Laufen in unserem hufunfreundlichen Gelände zu ermöglichen. Egal, ob wir mit den Pferden Spazieren gehen oder reiten. Ich liebe sie noch immer nicht und die blöden Dinger halten auch noch immer keinen gesetzten Galopp, aber bei Schrittausritten hab ich schon ewig keinen Schuh mehr verloren.

Jocker hat in diesem Winter nun fast Idealgewicht erreicht. Mir hat es in der Vergangenheit gefallen wenn er etwas moppelig war, aber Übergewicht ist einfach ungesund und das sollte man sich nicht schön reden.

Wir haben vor ca. 2 Monaten begonnen das Heu in 3 cm Netze zu packen, ohne die Menge zu reduzieren. Das reicht bei ihm schon aus, um ihn langsam Gewicht verlieren zu lassen. Und das, obwohl die Maschen der neuen Netze sich durch den Gebrauch schon nach wenigen Tagen auf 3,5cm ausgedehnt hatten.

In den letzten Wochen habe ich mich tiefer in das Thema pferdgerechte Ernährung eingearbeitet. Auch hier fühle ich mich nach einigen Recherchen mit meinem rückblickenden Wissen mangelhaft beraten. Das erfordert eine neue Themenseite Fütterung.

November 2011
Keine Nachrichten sind bei uns gute Nachrichten.
Jockers Gesundheitszustand hat sich in den letzten Monaten stetig weiter stabilisiert. Sünden der Vergangenheit kann ich nicht ungeschehen machen und aus einem 16 Jahre alten Pferd wird auch trotz besten Absichten kein 5 jähriges mehr.

Jocker ist bis auf ein Hufproblem im Juli/August stets ein Reitpferd gewesen.
Er ist ein Lehrmister in allen Bereichen. Verhaltenslehre, Reitlehrer, Fütterungsberater und in diesem Sommer zwang das Pferd meinen Fokus auf die Zusammenhänge zwischen (Huf)-Balance, Belastung und Fütterungsmanagement.

Während sich Jockers Hinterhufe langsam aber positiv verändern, ist es bei Jockers Vorderhufen immer wieder zu deutlichen Rückentwicklungen gekommen.
Immer wieder kommt es bei Jocker vor allem vorn rechts zu Zusammenhangstrennungen zwischen Hufbein und Hufbeinträger im Bereich der Außenwand.

Obwohl wir die Weide in diesem Jahr so deutlich wie noch nie zuvor reduziert haben und Jocker zusätzlich durch einen Maulkorb an der Grasaufnahme behindert wurde, war es offensichtlich für Jocker noch zu viel.
Das Dumme ist, wenn dieser Fehler an die Hufen sichtbar wird, ist es schon Monate zu spät.

Ich hoffe, dass es mir gelingt Jocker im kommenden Jahr optimaler durch die Weidezeit zu bringen. Einen wichtigen Grundstein dafür haben wir in diesem Jahr damit gelegt, dass wir die Pferde nun wieder mit Heu füttern. Damit fallen die negativen Eigenschaften der Heulagefütterung für den Pferdestoffwechsel schon mal weg.
Jocker bekommt kein Getreide mehr, ausschließlich FutterNatur und zwischendurch auf seine Bedürfnisse abgestimmte Kräuter. Im Moment bekommen die Pferde eine Entgiftungskur auf Kräuterbasis. Gespannt warte ich darauf, in wie weit es möglich ist zu beobachten, welche positiven Effekte das für die Pferde haben wird.

Mein Verhältnis zu Hufschuhen hat sich deutlich verbessert, weil wir die Dinger kaum noch verlieren! Vielen vielen Dank Jenny Kapretz!!! - Du hattest ja sooooo Recht! Wenn die Pferde korrekt Fußen verlieren sie die gut angepassten Hufschuhe auch nicht mehr!

Bei einem Ausritt im Frühjahr hat Jocker an einer Stelle an der wir oft (nicht immer! ;o) galoppieren aus Lebensfreude und Übermut gebuckelt und gebockt weil ich eben nicht galoppiert bin. Leider sind gleichzeitig beide Zügel gerissen. (Achtung! Bitte die blöden Lederbändchen mit denen Westernzügel gern zu geknotet werden regelmäßig austauschen!!!) Und mein Pferd ist volles Pfund los geprescht. Beim LG Zaum ist da leider kein Trensenring den man erreichen könnte, außerdem legte er noch einen Zahn zu als ich mich weit im Sattel vorbeugte um zu versuchen wenigstens den Kinnriemen zu erreichen.

Nachdem ich kurz überlegt hatte wie ich mich am Besten noch vor der der Bundesstraße im Galopp ins Feld absetzen könnte, fiel mir noch rechtzeitig das Zauberwort seiner Grundausbildung ein WOOHH. - Danke Jocker! - Ich glaube nicht das Frau Flower das auch getan hätte.

August 2012
Jocker ist für seine Vorgeschichte sehr fit.
Futter Natur“ und diverse Kräuter scheinen im sehr gut zu bekommen. Unerklärlicherweise hat er tageweise leicht mit Kotwasser zu tun, auch Bauchweh hatte er einmal im Frühjahr.
Da dies an einem Tag nach einem Tages-Lehrgang war, zu dem ich mit ihm allein gefahren bin, habe ich das auf den Stress geschoben.
Den Kurs an sich hat er augenscheinlich sehr gelassen und konzentriert absolviert.

Schon an nächsten Morgen gefiel er mir nicht. Er hatte den nächtlichen Schlafplatz der Herde auf der Weide mit Abstand als letzter verlassen. Am Nachmittag hat eine Einstellerin ihn liegen gesehen, während die anderen Pferde grasten und am frühen Abend lag er dann im Stall.
Er war nicht geschwitzt_ und hatte sich nur zaghaft gewälzt.
Er hat Tropfen und Kügelchen bekommen und am nächsten Tag war offensichtlich alles wieder in Ordnung.
Zwei weitere Tageslehrgänge hat er auch ohne Bauchweh geschafft.

Ich habe zwar noch immer die Hoffnung, das Jocker irgendwann einmal ohne Hufschuhe reitbar sein wird, aber im Moment muss ich mich mit der Hufschuhvariante zufrieden geben.
Auf der Weide und auf glatten Flächen kommt er prima zurecht und zeigt konstant eine Trachtenfußung. Mit Reitergewicht schafft er das auf solchen Untergründen nicht.
Also Hufschuhe, und zwar auch in der Halle wenn ich reite, oft auch beim Longieren und der Handarbeit.

Manchmal lasse ich auf dem Weg zur Halle die Hufschuhe hinten weg und manchmal logiere ich auch ganz ohne Hufschuhe. Ich möchte die Hufe trainieren, aber der Komfort fürs Pferd steht immer an erster Stelle. Alles andere ist widersinnig.Solange seine Bewegungen mit Hufschuhen sichtbar losgelassener sind, muss ich mir beim Reiten keine Probleme schaffen.

Es ist mir gelungen, Jocker deutlich schlanker zu halten.
Durch eine Kombination von mehr Bewegung, Fressbremse und Weidemanagement.
Hin und wieder geht er als Handpferd mit, darf Flower zur Halle begleiten, auch wenn ich keine Zeit habe, mit ihm „etwas zu machen“. Er muss den Weg dann mitgehen und hat mit der Wartezeit gleichzeitig eine natürliche Fresspause.

Wie es scheint, gewinnt Jocker seinen Platz als Herdenchef allmählich zurück.
Nachdem Varusha zurückgekommen ist, hat er Mary und Jamal einige Male klar gemacht, dass er keinen unerlaubten Kontakt zu ihr gestattet.
Ohne Hufe, ausschließlich mit Drohgebärden.
Als dann die Bremsenzeit begonnen hat, ist er nicht wie vergangenes Jahr im Eingangsbereich des Stalls geblieben wenn Mary und Jamal schon vor ihm oben waren und damit den Weg in den Stall verstellten. Er geht einfach an ihnen vorbei bis hinten in die dunkelsten Winkel.
Und die zwei wackeln nicht mehr drohend mit den Ohren wie im letzten Jahr.

Auch Dubi und Varusha dürfen sich Plätze bis in den hintersten Winkel aussuchen.

Anfangs haben die zwei noch versucht zu zicken, aber wenn Jocker entschieden hat, dass jetzt Fliegensiesta ist und irgendwer stänkern will, bekommt er oder sie eine Abmahnung und fliegt bei wiederholtem Nerven nachdrücklich aus dem Stall.Angemessenes Zurückkommen in den Stall ist von seiner Seite aus dann nach kurzer Zeit kein Problem.

Darin unterscheidet sich seine Herdenführung deutlich von der auf lose Hinterteile und Zähne basierenden Führung des vergangenen Jahres.

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