Jamal  VA - Wallach

 

* 19. Juni 1997

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Jamal

 

 

 

 

 

 

 

 

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Abdullah

 

 

 

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Psikhea

 

 

 

 

Hamid

 

 

 

Taima

 

 

 

 

 

Chadiga

Jamal: VA Wallach * 19.06.1997, v. Amal, a.d. Jonina

Andrea führt das Tagebuch ihres Pferdes in brauner Schrift. Ich gebe meinen Senf in grün dazu ;-)

Gekauft habe ich ihn nach kurzer heftiger Verliebtheit (in ihn natürlich) und einiger nervenaufreibender Überzeugungsarbeit des Vorbesitzers und gleichzeitig Züchters meinerseits im Oktober 2002.

Als ich ihn das erste Mal gesehen hatte, war er noch Hengst – superbrav & lieb im Umgang. Sein Vater Amal (v. Abdullah) ist ein bekannter Rennpferdevererber, somit war Jamal’s Karriere ursprünglich für die Rennbahn bestimmt – er lief auch erfolgreich u.a. in Frankfurt. Da ich ihm ein Leben im Herdenverband ermöglichen wollte und keine züchterischen Intentionen hatte, vereinbarte ich im Kaufvertrag, dass ich ihn als Wallach kaufen werde.

So kam er dann 2 Wochen nach der Kastration zu mir. Er war sehr schlank (eher schon rippig) – hatte offensichtlich noch mit den Nachwirkungen des Eingriffs zu kämpfen. Leider war die Weidesaison schon beendet, so konnte ich ihm die Eingewöhnung nicht in angenehmer Wiesengesellschaft erleichtern. Im Umgang nach wie vor sehr brav zeigte er sich in der Box, freilaufend in der Reithalle oder im Round-Pen als Nervenbündel und „Rennsemmel“ – er war einfach nicht zu bremsen, weißschäumend – patschnaß konnte er einfach keinen Schritt oder Trab gehen – nur geführt war das möglich.

Nach einigen Tagen betüddeln, spazieren führen, frei laufen lassen (ihm möglichst viel Bewegung gönnen wollen) und anlongieren, dachte ich mir, dass er vielleicht sich vielleicht beim Reiten wohler fühlen könnte.

Es war bereits grauer regnerischer November geworden und natürlich die Reithalle permanent voll. Jetzt durfte ich feststellen, dass Jamal panische Angst vor „Gegenverkehr“ hatte: Kam ihm ein entgegenkommendes Pferd zu eng, drehte er auf der Stelle um – egal aus welcher Gangart. Besonders beliebt war bei ihm der „Start“ aus der Ecke, den er aus unerklärlichen Gründen (wahrscheinlich für Menschen unsichtbare Eckenmonster) hinlegte. So muß sich das Losgaloppieren aus einer Startbox auf der Rennbahn anfühlen – leider hatte ich die ersten 40 Meter keinerlei Einflussmöglichkeit auf Richtung und Geschwindigkeit – ich versuchte ihn innerlich so ruhig wie möglich in eine Ecke zu lenken, die bremste ihn automatisch und dann konnte ich wieder „Chef“ versuchen.
Meine Arme erreichten in dieser Zeit „affenlänge“, das interessierte Jamal jedoch überhaupt nicht. Ich war absolut gegen ein scharfes Gebiß und so versuchten wir uns zu einigen.
 

Ende Dezember 2002 / Anfang Januar 2003
lahmte er vorne, eine Sehne war dick, der Tierarzt verschrieb Equi und Einreibung mit Tensolvet. Ich nahm an, er habe sich bei einer seiner „Rennattacken“ verknickt. 1 oder 2 Wochen Schritt führen waren nötig.
Gerade wieder an Reiten verletzte er sich im Februar Frühmorgens beim Verlassen seiner Box durch einen „Hintereingang“ ziemlich schwer, die Verletzung konnte nicht mehr genäht werden, da sie den Stallbetreibern nicht aufgefallen war und ich sie erst Spätnachmittags entdeckte, als ich zum Stall kam. So war direkt wieder Pause mit Reiten und Spazierenführen eines lahmen Pferdchens angesagt.

Anfang / Mitte April
begann ich beide Pferde anzugrasen. Irgendwann um diesen Zeitpunkt ließ ich ihn Influenza und Herpes impfen (erster Teil der Grundimmunisierung), da im damaligen Stall zumindest die Imfluenza-Impfung Pflicht war und die SB anhand des Impfpasses festgestellt hatte, dass bei Jamal zwei Impfungen übersehen worden seien.

In der 2. oder 3. Maiwoche 2003
schwere Kolik mit darauffolgender OP und ca. 50 cm Darmresektion direkt am Magenausgang - sehr schlechte Prognose - angeraten wurde während der OP eine Vertiefung der Narkose (eingeschläfern) - ich habe gebeten, doch weiterzumachen, er hätte diese Chance verdient. Nach der OP war ich täglich bis zu zweimal in der Klinik, täglich sicherlich 2 - 3 Stunden (seit dieser Zeit "spricht" Jamal mit uns). 5 oder 6 Tage lang bekam er täglich 1 Liter Paraffin-Öl per Schlundsonde, nach 4 Tagen durfte er händchenweise Heu nagen, nach 10 Tagen durfte mein nur noch aus Haut und Knochen bestehendes Pferdchen wieder Nachhause. Auch hier weiter die Maßgabe: händchenweise Heu, täglich etwa 0,5 ltr Paraffin-Öl auf selbstgekochtes Mash, Boxeneinstreu selbstverständlich kein Stroh!

Die Rekonvoleszenz-Phase war lange und für alle strapaziös (auch für Jamal), er wurde 4 - 5 mal täglich Schritt geführt, anfangs nur 1 klitzekleine Runde im Hof, das wurde dann im wöchentlichen Rhytmus gesteigert, nach 4 Wochen sollte er minutenweise wieder ans Gras gewöhnt werden usw usw usw ...

Etwa 10 Tage nachdem er wieder Zuhause war (also etwa 20 Tage post-OP) war der zweite Teil der Grundimmunisierung "Influenza-Herpes" schon fast überfällig. Bei einer turnusmäßigen Kontrolle der OP-Narbe ist er dann vom Haus-TA (der auch bei der Kolik da war) geimpft worden. Ganz kurz darauf wieder schlimme Kolik: Haus-TA stellte wie auch bei der ersten Kolik fest, daß da wieder Dünndarmschlingen tastbar seien, wo sie nicht hingehörten und riet mir, Jamal wieder in die Klinik zu bringen. Ich sagte nein, der bleibt jetzt hier und entweder schafft er das oder eben nicht - er hat irgendwas gespritzt bekommen und das wars dann - stand in seiner Box wie ein häufchen Elend und ich saß etwa 10 stunden vor und in seiner Bbox und hab geheult wie Schlosshund.

Aber er hat auch das überlebt.

Im Nachhinein betrachtet war die erste Kolik wenige Wochen nach dem ersten Teil der Grundimmunisierung (mit vorheriger WK-gabe) wohl schon eine unerwünschte Reaktion auf die Impfung, die zweite Injektion hätte zu diesem Zeitpunkt gar nicht erfolgen dürfen, weil es absolut kontraindiziert ist, einen frisch operierten Organismus im schlechten Allgemeinzustand zu impfen! Das steht im Übrigen auch auf dem Beipackzettel ... und das w a r mein Haus-TA!

2004:
Schlundverstopfung, nachdem er Abends kein Fizzelchen Heu mehr in der Box hatte, brachte ich ihm einen Arm voll. Es war ganz feines „Meerschweinchen-Heu“ – es war auch kein anderes da. Kurz darauf hatte ich mal wieder ein klitschnasses panisches Pferd in der Box, die Symptome entsprachen einer Kolik – er scharrte und war komplett entsetzt. Ich auch! Habe natürlich erst mal sofort den TA angerufen, anschließend den Kerle genauer begutachtet und einen Knubbel an der Speiseröhre ertastet. Nachdem Lianna ähnliches als 4 jährige hatte, begann ich sofort, den „Knubbel“ nach unten zu streichen / drücken / massieren. Er hat es sich brav gefallen lassen. Als der TA kam, war alles vorbei. TA diagnostizierte Kolik und verabreichte eine Spritze. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht so „Widerspruchs-bereit“ wie Heute...

Irgendwann im Sommer entdeckte ich ein gigantisches Überbein re vorne. Der TA riet zur Abtragung, da eine Sehne darüber (oder am Rand entlang) laufe und permanent Reizungen verursacht werden könnten. Ich entschied mich gegen eine OP. Daraufhin wurden “scharfe Einreibungen” empfohlen.(Name habe ich leider vergessen!)
Ich sollte Einmalhandschuhe tragen und sehr aufpassen, daß ich das Mittel nicht selber auf die Haut bekäme, außerdem sollte ich darauf achten, daß ich lokal sehr begrenzt nur das Überbein treffe, da an dieser Stelle die Haare ausgehen würden. Einmal bekam ich dann doch ein wenig davon auf den Arm und hatte sofort einen ekelhaften metallenen Geschmack im Mund.
Die Auftrage-Prozedur mit der Zahnbürste konnte ich allerdings nur 3 mal durchführen, da der sonst so superbrave Jamal sich energisch dagegen wehrte.

Ende Mai 2005 zog auch Jamal (wenige Wochen nach Lianna) in den neuen Stall.

Im Sommer 2005 hatte er eine arge Qual mit „Pocken“ ausschließlich im Gesicht, das waren kleine verkrustete, stark juckende Einstiche (?), nach Entfernen der Kruste trat gelblich klare Flüssigkeit aus, später gingen kreisrund die Haare aus. Ich salbte diese Stellen und irgendwann heilt alles ab.

Im Winter 2005
hatte Jamal noch einmal einen „Einbruch“ nach einer zahnärztlichen Kontrolle – das Desinfektionsmittel der Geräte war nicht verträglich für meine beiden Pferde.

Seit Oktober 2005
wird Jamal homöopathisch behandelt. Begonnen habe ich damit wegen dauerndem Stolpern und hinten Wegknicken.

Direkt bei der ersten Untersuchung und Aufnahme der Erstanamnese äußerte die THP bereits, dass Jamal Borreliose habe. Die Lahmheit in 2002/2003 könnte bereits eine Reaktion auf die Anfang Dezember verabreichte Wurmkur gewesen sein. Die schwere Kolik könne durchaus mit der Impfung in Zusammenhang gebracht werden, zusätzlich kommt hinzu, dass Ende April (kurz vor Öffnung der Weiden) natürlich auch wieder der ganze Stall entwurmt wurde.

Mal abgesehen von diesen Aussagen war mir schon irgendwie bewusst, dass Lianna’s Hufrehe unter anderem in einem klaren Zusammenhang mit Wurmkur, zwei Tage später Umzug in neuen Stall (Streß), wenige Tage danach Impfung gg Herpes und Influenza, sowie zusätzlich der andauernden Equi-Gabe stehen könnten.

Jamal wurde anfänglich erst einmal „Entgiftet“, zusätzlich ließ ich einen Borreliose-Test durch das Zeck-Lab durchführen, welcher positiv ausfiel. Nun bekam Jamal auch noch die entsprechenden Impfnosoden, etwas später begannen wir mit der Borrelien-Nosode.

Das Stolpern und Wegknicken wurde im Verlauf der homöopathischen Behandlung seltener.

Im Sommer 2006
hatten wir wieder diese „Pocken“ wie im Sommer zuvor, diesmal ließ ich die Finger davon, sie verheilten von selber.

20.10.2006
Jamals linkes Auge ist ganz latent am Tränen, nicht viel - aber immerhin so, daß ich halt jeden Tag mit einem nassen Tüchlein das Krüstchen abweiche ... im Moment aber kein therapeutischer Handlungsbedarf.

Bewegung ähnlich wie Lianna, er ist wochentags häufiger in die Dressurarbeit eingebunden durch Reitbeteiligung und Unterricht. Häufig zeigt er dann anfangs ein leichtes Ticken links vorne und ist extrem klemmig. Wenn ich ihn selber arbeite -> kein Ticken, kein Klemmen.

Im Gelände ist er frisch, fleißig, frech ... ein richtiger Lausbub ... macht Spaß :-)))

Ansonsten kein TA mehr gebraucht, keine Impfungen und Wurmkuren

Bezüglich der Lahmheit und des tränenden Auges hat mich eine Freundin auf einen „neuen“ feindlichen Virus aufmerksam gemacht:

http://www.vu-wien.ac.at/i123/SPEZVIR/EAV1.html

… ein weiteres Puzzleteil in unserem Gedankenspiel, daß es nicht die Lösung ist einzelne Symptome zu bekämpfen und im Hinterkopf zu behalten, daß diese Virusbelastung für unsere Pferd auch nicht neu ist.

... und ganz bestimmt haben sich auch hier wiederum sehr sehr viele Pferde (so auch unsere) bereits mit diesem Virus auseinander gesetzt, bloß: wer mißt schon gleich Fieber, weil ein Äuglein am Tränen ist - oder ähnliches ... allerdings ist es wohl so, daß die "hohes Fieber Pferde" schneller damit fertig werden und seltener weitere Symptome zeigen - erinnert mich irgendwie daran, daß in der Humanmedizin bekannt ist, daß Patienten die häufig Antibiotika eingenommen haben, schwerer und seltener Fieber entwickeln können und somit mit Viren schlechter fertig werden ...

Im Januar 2007
sah Jamals Po sehr seltsam aus. Ich hatte den Verdacht auf Candia, der sich gerne zu einer Borreliose gesellt. Es wurde keine spezielle Behandlung eingeleitet, ich habe mit reinem Aloe-Vera Gel gecremt und einige Wochen später war das komplette Fell wieder nachgewachsen.

Aufgrund der Irritationen hatte ich Anfang Januar 2007 die Laborparameter überprüfen lassen, hier die Ergebnisse, die außerhalb der Referenzwerte lagen:

Niere: Kalium: erhöht
Leber: y-GT: deutlich erhöht
Pankreas: Glucose: niedrig
Muskel: CK: 369 deutlich erhöht
LDH: erhöht

Blutbild:
Leukozyten: niedrig
Differential-Blutbild:
Monocyten: 9 deutlich erhöht
Segmentkernige (absolut): niedrig
Monocyten (absolut): etwas erhöht

... der TA interpretierte:
- die niedrigen Leuko's auf eine durchgemachte Infektion
- die erhöhten Leberwerte erklärte er mit der WK, die 3 Wochen vor Blutentnahme bei uns im kompletten Stall gegeben wurde (er wußte ja nicht, daß meine zwei Pferde seit Mai 2005 keine WK mehr bekommen hatten).
- die erhöhten Muskelwerte kämen meist zustande, wenn das Pferd kurz vor Blutentnahme bewegt worden sei - auf meinen Einwand, daß dem nicht so war meinte er, daß dies auch vorkäme, wenn das Pferd am Vortag zu stark bewegt worden sei und Muskelkater hätte - auch das konnte ich definitiv ausschließen.

Nachdem ich aber den TA nur das Blut abnehmen ließ und keine Behandlung wünschte, war dieses Thema erstmal i.O..

Die Werte hatte ich nur "sicherheitshalber" erheben lassen und es schadet ja nie, für später mal Vergleichswerte zu haben, außerdem war mir seit Anfang Dezember aufgefallen, daß er ein wenig "gedämpft" bei der Arbeit erschien - nachdem er anscheinend eine „stille“ Infektion durchmacht (oder durchgemacht hat), habe ich ihn natürlich tagesformabhängig bewegt.

Eine Bekannte meinte: „Es gibt verschiedene Muskelwerte.
Verschlag, Hufrehe, falscher Selenwert, aber auch PSSM und vieles andere können damit zusammenhängen.
Hier mal sehr gute Informationen dazu:
http://www.agrar.de/pferde/forum/index.php/topic,12879.0.html

Oder hier:
Erhöhte Muskelwerte bei Borreliose
http://www.agrar.de/pferde/forum/index.php/topic,6797.0.html

Ich denke , gerade Borreliose (und andere chronischen Erkrankungen) bringen den Stoffwechsel so stark durcheinander, dass man diese erhöhten Leber- und Nierenwerte, ebenso den Glukosewert (Bauchspeicheldrüse!) ohne weiteres zu Folgesymptome zählen kann. Beim Menschen sind Nieren- und Leber-Probleme, Unterzuckerung und Muskelprobleme (Gefühl von ständigem Muskelkater, bis hin zum Muskelabbau) bei Borreliose bekannt.“

Abgesehen davon sollte man die Toxin-/ und Schwermetallbelastung nicht völlig außer acht lassen ...

Und noch so ein paar Gedanken zum Hautgeschehen ... Autoimmunreaktionen hat man oft als "unerwünschte Nebenwirkungen von Impfungen" ( böse Leute betiteln das auch als Impfschaden) und diese Reaktionen kommen natürlich an den "Schwachstellen" raus ... und die Haut ist eben das größte Organ des Organismus, das darf man nie vergessen ...

... das Fäßchen ist halt irgendwann voll - und läuft dann über ...
... ob der letzte Auslöser für's Überlaufen eine Impfung, Wurmkur, Phenylbutazon, Cortison, Antibiotika oder sonstige "chemische" Behandlung war, ist letztendlich unerheblich ...

Aber ich habe eindeutig festgestellt, daß ich auf ziemlich hohem Niveau jammere ... denn grundsätzlich geht es meinen beiden Arabis doch wirklich gut !!!
Seit langem keine Tage, an denen ich nicht reiten könnte.

Frühjahr 2007
J
amal ist momentan megamässig im Fellwechsel, ich weiß gar nicht, wohin mit der vielen Wolle. Bedingt durch die Borreliose (+ wahrscheinlich Herpes) und den Fellwechsel bemerke ich, daß er trotz ordentlicher Grundkondition stärker zum Schnaufen kommt als sonst - ich nehme darauf Rücksicht und erlaube ihm dementsprechend zwischendrin immer wieder mal nette Schrittpausen.

Die homöopathische Therapie scheint uns offensichtlich ganz ordentlich über die Infektion geholfen zu haben, Jamal hatte zu keinem Zeitpunkt Fieber, Durchfall, Husten oder Sonstiges.

Mai 2007
Allgemeinzustand, Leistungsfähigkeit und Arbeitseifer prima.
Infektionsdruck im Stall ziemlich hoch, 50 % der Pferde husten, viele gehen lahm, die Augen laufen und noch vieles mehr ...

Mitte Juli 2007
Jamal geht es soweit gut, er wird täglich geritten / gearbeitet bei etwa 6 Stunden Weidegang.

Die Schweifschabbelei mit Schrunden war schon mal besser, seit nunmehr etwa 8 - 10 Wochen wurde es kontinuierlich schlimmer - was ein Glück, daß er wirklich nur oben an der Schweifrübe schabbelt, so ist sein Schweif in Volumen und Länge immer noch gut ausreichend zum Verscheuchen der lästigen Insekten.

Rückblickend stelle ich fest: Hautirritation begann nach der ersten Impfung Influenza/Herpes am Mäulchen und am Schweif ... nachdem ich die Trense komplett "abgespeckt" hatte, ist am Kopf soweit alles ok, Schweif war behandelbar mit Baby-feuchtigkeitslotion ... in besonders juckenden Zeiten war eine minimale Besserung durch Erhöhung der Globuli-Gabe zu erkennen ...

Futterumstellung auf ein "besonders" gutes Zusatz-Müsli-Futter etwa im November, seither immer schlimmer mit dem Schweifschabbeln ...

Vor einer Woche habe ich angefangen, das Zusatzfutter auszuschleichen (50/50 mit vom Stall angebotenem Müsli gemischt) und ich bilde mir ein, daß es ein klitzekleines bisschen besser wird, nicht mehr blutig gescheuert und bei Morgens und Abends eincremen scheuert er gar nicht mehr ...

Die Futterumstellung erfolgt so langsam, da Jamal ja eine Kolik-OP hatte und ich da immer sehr vorsichtig bin ...

Nachdem nun meine beiden Arabis mit ziemlicher Sicherheit mit Hautprobirritationen auf dieses Zusatz-Müsli-Futter reagieren, scheint sich der schon mal gehörte Verdacht zu bestätigen, daß das bei diesem Futterhersteller wohl schon mal öfter passiere ... mal ganz abgesehen davon, daß die Hautprobleme ja offensichtlich sind - ich weiß aber nicht, was im Inneren - unsichtbar - noch so vor sich geht ...

Ende Juli 2007
Es ist sehr heiß – lange Phasen mit über 30°C, keine Bäume und somit kein Schatten auf den Weiden. Ich bringe die Herden von Lianna & Jamal schon vor 6 Uhr raus und organisiere das „Reinholen“ vor der großen Mittagshitze.

Ich versuche wieder einmal ein "neues" Mineralfutter und erhoffe mir davon auch eine deutliche Besserung der Hautprobleme – bei der telefonischen Beratung wurde mir diese Möglichkeit erzählt.

Allerdings wurde mir in dem Beratungsgespräch auch erklärt, daß Ekzemerpferde (zu denen ich Jamal nicht zähle - er schabbelt ausschließlich Schweif) am besten gar kein Getreide bekommen sollten ...

Ich starte mit etwa 1 kg Hafer täglich ( = morgens und abends 1 Scheppe ) plus 70 g Mineralfutter und gar kein Müsli mehr ... mal sehen, was das kann ...

Interessant ist, daß bereits wieder einige Pferde bei uns am Stall ihre Last mit den Grasmilben haben, teils in der Fesselbeuge - aber besonders fies auch auf der Stirn ... eines wurde jetzt sogar geimpft (mit einem Pilzmittel - bin gespannt auf die Wirkung) ...
Bei Jamal bis jetzt hat er nur ein klitzekleines Krüstchen - vielleicht wird er mit zunehmender Gesundheit (Immunsystem) immer weniger anfällig für derartige Quälgeister.

Ende November 2007:
Jamal hatte diesen Sommer / Herbst überhaupt keine sichtbaren Probleme mit Grasmilben, dafür war die Schweifrübe fast kahl.

Nachdem das superteure Mineralfutter im Versuch von über 4 Monaten keinen durchgreifenden Erfolg (außer sehr schönem Fell bei Beiden) zeigte, habe ich es sachte ausgeschlichen ... es ist mir einfach zu teuer ... beide haben jetzt einen Equiphos-Mineralstein, den sie sehr rege besuchen.

Der schon lange von der THP angeratene Versuch mit Aloe-Vera-Gel war ein voller Erfolg, jetzt sieht man gar nicht mehr, daß er jemals Probleme hatte. Die früher immer vorhandenen großen Schuppen sind verschwunden geblieben - etwa zweimal wöchentlich (wenn ich dran denke) wird die Schweifrübe mit dem Gel eingecremt und gut isses ...

In der Fellwechselzeit mußte ich leider wieder feststellen, daß er ab und zu hinten wegknickte - das ist jetzt wieder besser ...

Vergangene Woche hat der Frechdachs es tatsächlich geschafft, zwei Reiterlein abzusetzen ... obwohl er die letzten drei Monate auch einiges von Lianna's Arbeit mit übernimmt ... scheint nicht wirklich ausgelastet zu sein ...
Im Januar habe ich ein 3-Tages-Seminar „Reiten mit Philippe Karl“ besucht und bin von der „Schule der Légèreté“ sehr angetan. Mithilfe der teils aufgefrischten, teils aber auch neuen Kenntnisse kann ich Jamal einiges erleichtern – ich fühle, wie sehr ihm die klassische Alternative behagt.

Seit Ende März 2008 wird die nach wie vor immer mal „hängende“ linke Schulter (er tickt ab und an ein wenig, erscheint manchmal wie Zügellahmheit, selten auch beim Freilaufen zu sehen) von Kerstin Gockeln behandelt, sie arbeitet energetisch, mit APM und setzt hier auch die Matrix-Rhythmus-Therapie ein. Zusätzlich erhält er Bachblüten, Globuli und EM.

05. Juni 2008
Die Pferdedentistin Alexia Kolpondinou kontrolliert Jamal’s Zähne und stellt ein Treppengebiss fest, welches sich sicherlich nicht in den letzten 18 Monaten (letzte Behandlung durch anderen Dentisten) so ausgeprägt entwickeln konnte! Soweit wie möglich wird dies nun ohne Sedierung korrigiert – Jamal wird zum Ende der Behandlung ein wenig unleidig, daher ist der nächste Termin für November angedacht. Seine Schneidezähne kürzt sich Jamal im Eigenregie sehr schön gleichmäßig am Paddock-Gatter ... dafür bekam er ein Lob von Alexia (ich hatte bisher immer geschimpft ...)

Jamals Boxen-Nachbar und Weidegefährte verläßt den Stall – wir bemerken, daß „er“ ihm fehlt und beschäftigen uns noch ein wenig mehr mit ihm.

Anfang Juli 2008
Die ersten Grasmilben melden sich auf der Stirn, diesmal habe ich anfangs ein wenig Crab Apple aufgetupft, nach ein Paar Tagen per Biotensor ausgetestet: Schwedenkräuter mit einigen Tropfen Star of Bethlehem.  Die Schweifrübe wird in der Kriebelmückenzeit täglich mit EM’s plus einigen Tropfen Star of Bethlehem sowie Aloe-Vera Gel behandelt, das Ergebnis kann sich sehen lassen – der Schweif ist dicht und glatt, solange keiner von uns das Auftragen vergißt ...

Mitte Juli 2008
Es scheint, daß auch Jamal um Lianna trauert – er ist müde, antriebslos und zeigt häufiger die „klemmende“ Schulter links vorne. Er bekommt dementsprechende Globuli, außerdem für kurze Zeit Mobifor und getrockenete Brennesseln. Häufig sehe ich ihn in der Reithalle mit stark geweiteten Nüstern – ohne sich irgendwie angestrengt zu haben. Er atmet nicht richtig tief durch, sondern eher schnell und flach und hat sogar bei mir keine Lust, sich wie sonst üblich zu bewegen. Nachdem unser Stroh dieses Jahr gar nicht schön ist, stelle ich auf Biolein um, da ich ihm zusätzliche Belastungen ersparen möchte.

Ende August 2008
Aus einem kurzen Nachmittags-Seminar in der Nähe von Hamburg habe ich rudimentäre Anfangskenntnisse der Alexander-Technik mitgebracht. Ich habe begonnen, einzelne Segmente in meinen Unterricht einzubauen und bin mit dem Ergebnis von Reiter und Pferd begeistert:
Durch die etwas bessere „Losgelassenheit des Reiters“ kann Jamal sich deutlich gelöster bewegen. Es gelingt mir trotz meiner geringen Kenntnisse sogar, das seltener auftretende flache – hechelnde Atmen durch eine spezielle Übung so günstig zu beeinflussen, daß er nach relativ kurzer Zeit fühlbar und sichtbar „tief durch den Bauch atmet“.

Die Alexandertechnik hat mir durch nur ein Seminar bei Walter Tschaikowski ein positives verändertes Körpergefühl und  spannende neue Sichtweisen vermittelt. Ich bin so sehr davon begeistert, dass ich Ende Oktober auf unserer Anlage ein Seminar mit ihm organisiere http://www.vitafun.com/3.html .

http://community.webshots.com/user/araaber

März 2009
Huffotos

Huffotos September 2009

Am 22. Mai 2010 kam Jamal bei uns an. Und leider konnten wir Jamal nicht wie gehofft mit der Herde laufen lassen.
Jocker, Flower und Voyou kannte er durch gemeinsame Kurse mit Walter Tschaikowski und die 4 hatten schon als Paddocknachbarn friedlich von einem Heuhaufen gefressen.

Lotti und Djerid hätten mit sich mit hoher Wahrscheinlichkeit diesem freundlich distanzierten Verhalten angeschlossen. Vor allem weil Jamal sichtlich bemüht war, immer einen Abstand von mindestens 30 Meter zwischen sich und die andren Pferde zu bringen.

An dieser Stelle haben wir Mary und vor allem Crazy völlig falsch eingeschätzt.
Für Crazy war die gesamte Weidefläche nicht groß genug als Sicherheitsabstand zu seinen Stuten und auch dem Rest der Herde.
Wie eine Furie schoss er immer wieder aus der hintersten Ecke der Weide ohne Ohren auf Jamal zu und beide jagten dann minutenlang über die Weide. Das Vollblut ist so wie Jamal in jungen Jahren auf der Rennbahn gelaufen und nun wurden wir ungeplant Zeugen dafür, dass Araber (zum Glück!) schneller sein können als Vollblüter.

Crazy hatte sich offensichtlich zum Ziel gesetzt, jedes gewonnene Rennen durch einen kräftigen Biss in Jamals Popo zu dokumentieren. Und Jamal gab was das Zeug hielt das zu verhindern, außer seine Hinterhufe zur Verteidigung einzusetzen.

So trennten wir die Pferde in zwei Gruppen. Leider zu spät um zu verhindern, dass Jamal wegen zu hohem Tempo auf der gepflasterten Fläche ausrutschte, stürzte und auf der Seite liegend einige Meter weiter schlitterte. Dabei hatte er sich beide Karpal- und Fesselgelenke vorn, sowie hinten links Sprunggelenk und Fesselgelenk und Hüftknochen aufgeschürft.
Dabei hat er noch viel Glück gehabt! Nur Fell weg, kein Lahmen und dank unserer homöopathischen Hausapotheke ist alles prima ohne Schwellungen oder sonstiger Probleme verheilt. Und nein, das Pferd hat seit 2004 keine Tetanus-Impfung mehr bekommen.

Da nicht Jamal Proble mit der Integration hatte sondern Crazy und Mary, trennten wir je nach Situation 4 -5 Pferde der Herde zu Jamal ab. Außer Mary und Crazy.

14 Tage versuchten wir unter Bewachung mal Mary, mal Crazy zu Jamal und der Restherde zu lassen. Mit Mary klappte das schnell, mit Crazy trat keine nennenswerte Besserung ein. Zwar tolerierte er Jamal oft bis auf eine Nähe von 60 Metern, aber er attackierte Jamal immer wieder und hörte dann auch nicht auf ihn zu verjagen wenn er einmal damit begonnen hatte. Auch wenn er nicht immer bis zum Äußersten versuchte ein Stück aus seinem Hintern zu ergattern.

Die Besitzerin von Crazy machet sich große Sorgen, ob ihr Pferd es schaffen wird sein Verhalten dahin zu verändern, dass ein Herdenleben wieder Perspektive hat, bevor es zu ernsthaften Verletzungen kommt.

In den ersten Junitagen starteten wir mit der Gabe von Bachlüten und Bachblütenkügelchen gegen Aggression. 10 Tage später schien deutlich mehr Ruhe in die Herde zu kommen.
Noch immer tendieren Flower und Mary deutlich zu Crazy als 3-er Konstellation, aber manchmal kann man auch eine Herde auf der Weide innerhalb eines Radius von 80 Metern beobachten. Crazy duldet auch Jamal auf diese Entfernung. Jamal fungiert meist als Trabant, manchmal in loser Gesellschaft zu Djerid oder/und Voyou. Jocker und Lotti sind zu zweit „unterwegs“ oder in enger Gesellschaft mit Crazy und seinen Damen.

Mitte Juni entschieden wir den Integrationsversuch von Crazy abzubrechen. Alle paar Tage griff er völlig unvermittelt Jamal an. Die teils blutigen Striemen auf Jamals Hintern zeugten davon, auch wenn der Angriff selbst nicht gesehen wurde. Mit der Rosse der Damen stieg auch sein territoriales Verhalten wieder deutlich an. Wenn sich beim Grasen oder zu Schlafzeiten die Stuten “in” die Herde mischten, startete Crazy irgendwann einen Angriff auf alle Pferde, die zwischen ihm und den beiden Stuten stand. Da mussten dann auch unsere Senior - Wallache aus dem Schlaf aufspringen und die Beine in die Hand nehmen. Das geht nicht.

Anfang Juli war an einem Abend der Zaun zwischen Herde und Crazy zerrissen und wir “erwischten Crazy dabei, wie er gerade dabei war, mit Zähnen die beiden Damen unter sein Regiment zu bringen. Dafür konnte er höchstens 30 Minuten Zeit gehabt haben.

Mitte Juli versuchten wir ein weiteres Mal Crazy zur Herde zu lassen. So lange die Stuten nicht dabei sind, funktioniert das. Asta können wir auch zur Gruppe lassen, aber Mary und Flower nicht. Bis die Besitzerin von Crazy einen neuen Stall gefunden hat, bleibt er nun separiert, damit die Herde beginnen kann sich zu finden.

August 2010
Jamal wirkt häufig sehr müde. Im Vergleich zu dem Rest der Herde liegt er sehr selten. Ich habe den Eindruck, dass ihm das viele Stehen zwar Mühe bereitet, er aber nicht die Ruhe findet, sich hin zu legen.
Jenny Kapretz bestätigte leider unseren Eindruck dass er zu wenig Muskulatur an den richtigen Stellen hat. Die Muskeln, die seit seinem Einzug bei uns verlohren gegangen sind, bezeichne ich als “Stehmuskulatur”.
Obwohl Andrea in ihrem alten Stall dafür gesorgt hat, dass Jamal mindesten ein bis zwei Mal am Tag eine Stunde bewegt wird, stand er trotzdem viele Stunden am Tag in einer großen Paddock-Box. Im Sommer weniger, Dank Weidegang.

Mitte September 2010, ist Crazy umgezogen.
Der Rest der Gruppe hat sich recht gut aneinander gewöhnt. Während der Fliegenplagezeit stehen mindestens 5 von 7 Pferden im Stall. Zwei, darunter immer Jamal, dicht davor. Für Mitte September ist das ein gutes Zeichen. Der Individualabstand der Pferde hat sich so verringert, dass das gemeinsame Fressen an der Raufe möglich sein sollte.
Ab dem kommenden WE wird dar Stall wieder eingestreut. Ich bin gespannt, ab wann und von wem der Stall zum Liegen der Weide wieder vorgezogen wird.

Noch etwas ist sehr interessant!
Vor dem Einzug von Mary und Jamal hatten die Pferde einen kalkulierbaren Rhythmus, ich wusste zu welchen Zeiten sie wo zumindest teilweise schlafend vorzufinden waren.
Ich habe die Herde den gesamten Sommer Abends kein einziges Mal liegend vorgefunden. Normaler Weise beginnt ihre Liegephase gegen 22 Uhr, auch wenn es im Sommer dann noch hell ist. Bis 2 Uhr Morgens ist es mir seit April nicht ein einziges Mal gelungen die Herde liegend zu sehen.

Nur in den frühen Morgenstunden lagen einzelne Tiere. Selten und nicht als Gruppe, sondern nur mit einem Freund zur Seite der aufpasste.

In der ersten Nacht nach Crazys Auszug lagen 4 von 7 Pferden pünktlich um 22.30h an der Stelle der Weide, die von uns als Schlafzimmer bezeichnet wird. Und das Beste ist, Jamal hatte seit Mai noch Niemand von uns überhaupt schon mal liegend gesehenen, außer zum Wälzen. Jamal lag tief schlafend dicht bei den anderen, Djerid wachend in seiner Nähe.

Es ist erschreckend zu realisieren, wie sehr ein Pferd die positive Schwingung einer Gruppe beeinflussen kann, obwohl es räumlich von den Anderen fern gehalten wird.
Das es innerhalb der Gruppe möglich ist war mir sehr bewusst - zum Positiven so wie zum Negativen.
Interessierte Beobachter können bei unseren Pferden die Aura, sowie den Individualabstand untereinander sehr gut beobachten.

Jamal hat wie Crazy, aber weniger aggressiv versucht, Djerid und Voyou dazu zu zwingen in seiner Nähe zu bleiben und auf sein Kommando zum Fressen auf die Weide zu gehen, oder vor den Fliegen unter der Heuraufe zu ruhen.

Die Beiden haben sich immer wieder konsequent entzogen. Jamal hat dann zunächst ca. 4 Wochen probiert, allein seinen Rhythmus zu leben und immer wieder versucht, wenigstens ein Pferd für sich und seine Idee zu gewinnen.

Für einige Sequenzen, z. B eine extra Weidezeit oder eine längere Pause unter der Heuraufe, ist ihm das auch gelungen. Sein Charisma reicht nicht aus, um wirklich einen Nachfolger oder Mitläufer zu finden - damit ist er auch von einer Freundschaft noch weit entfernt.

Jamals Hufe haben einen höheren Abrieb als im alten Stall. Er hat Hufschuhe angepasst bekommen mit denen er sehr gut zurechtkommt.
So bald Andrea ihm seine Renegades anzieht, beginnt er zu Lecken und Kauen. Sofort verändert sich der Bewegungsablauf positiv. Seine Schritte werden Raumgreifender und er Zeigt eine leichte Trachtenfußung. Interessant zu beobachte ist auch, dass er seine Hinterhufe ohne Schuhe mit der Außenwand zuerst aufsetzt und dann den Huf seitlich zur Körpermitte einige cm über den Boden reibt und dann erst mit dem gesamten Huf aufsetzt. Mit Hufschuhen zeigt er tendenziell eine leichte Trachtenfußung und erst wenn er Müde wird?, zeigt er dieses Bewegungsmuster auch mit Hufschuhen.

Mit diesem Bewegungsmuster fördert er die Schiefe seiner Hufe unaufhaltsam in die falsche Richtung. Um Hufmaterial zu schonen, soll er in den kommenden Monaten die Hufschuhe auch für kurze Wege bis zu Reithalle so oft wie möglich tragen. Nur so kann genügend Horn nachwachsen, um Material zur Korrektur zu bekommen.

Dezember 2010
Jamal benimmt sich an der Heuraufe unmöglich. Mit seinem langen Hals sorgt er dafür, das er auf jeder Seite mindestens 2 Plätze frei hält und verteidigt das Futter mit Drohgebärden auch noch darüber hinaus. Andrea sagt, dass er seit sie ihn kennt, immer sehr rangniedrig war und immer vor allen Pferden auf der Flucht sein musste. Bei uns scheint er diebische Freude daran zu haben, dass alle Pferde ihm Platz machen, wenn er sich nähert.

Wirklich Chef ist er nicht, die anderen flüchten nur vor ihm. Jocker hat auch einen riesen Respekt vor ihm. Die Jungs müssen auch ein paar Mal aneinander geraten sein. Beide roten Pferde hatten Streifschüsse. Einige wenige Male beobachtet ich zögerliches Fellkraulen mit Mary ( nur wenn sie rossig ist) und vorsichtige Annäherung an Jocker. Jocker misstraut ihm aber so sehr, dass er sich nicht auf einen Dialog mit ihm einlassen will.

Bis jetzt hat Jamal nur einige wenige Male verräterische Späne an seinem Fell kleben gehabt, die darauf hinweisen, dass er im Stall gelegen haben muss oder sich dort gewälzt hat.

Bei feuchter Witterung müssen wir ihn spätestens bei 8° eindecken. Bei dem Massen an Schnee und ständigen Minus Temperaturen, darf nur über Tag einige wenige Stunden ohne Decke sein. Warum mag er sich nicht legen? Ist es noch immer Unsicherheit? Er macht auf mich häufig einen müden Eindruck, aber auch Schmerzen kann ich nicht mit Sicherheit ausschließen.

In meinen Augen ist er auch zu wenig temperamentvoll für einen Araber. Zu brav, zu gedämpft.
Noch immer sind seine Hufe deutlich aus der Balance und das macht ihm ohne Zweifel zu schaffen. Das seine Füße ihm unbequem sind, wirkt sich zwangsläufig negativ auf das gesamt Skelett aus und zieht verspannt Muskulatur, Sehnen und Bänder nach sich.

Jamal ist eines der ersten Pferde, an denen ich zeigen kann wie Hufbearbeitung positiv auf den gesamten Organismus auswirken kann. Wenn man das Skelett der Pferde nur aus der Sicht eines Statikers vorstellt. Gibt es für jedes Bin nur eine einzige Position in der Das Pferd ohne Muskelkraft balanciert stehen kann und zwar, wenn alle 4 Röhrbeine senkrecht zum Boden stehen.
Jede andere Körperhaltung erfordert eine Muskelkraft.

Es ist meine Aufgabe die ungleichmäßig belasteten Hufe dazu zu bringen das Gewicht des Pferdekörpers wieder gleichmäßig zu verteilen. Pferde benötigen dazu einen passiven Strahlkontakt, eine tragfähige feste Sohle, gesunde Eckstreben und Trachten, die mit dem Ballen unter das den Schwerpunkt der Röhrbeine angeordnet sein sollte. Dieser Umbauprozess wird bei Jamal mindesten 2 Jahre dauern.

Die Hufkapsel könnte man unter Umständen in wenigen Monaten äußerlich in einen passablen Zustand versetzen. Das ist aber nicht der Punkt. Ich möchte erreichen, dass die Gelenke, sehnen Muskeln und Bänder sich allmählich den angebotenen Umbauprozessen anpassen können.

Februar 2011
Jamal ist an der Heuraufe etwas friedfertiger und toleranter.
Ob das an den Heunetzen liegt, die dafür sorgen, dass die Pferde zwar insgesamt etwas weniger Heu fressen aber dafür im Gegenzug immer immer etwas zum Knabbern haben?
Oder liegt es daran, dass der Herr manchmal die Vorzüge einer Liegepause im Stall in Anspruch nimmt?
Hat es etwas mit der Frühjahrsoffensive von Andrea zu tun, die die länger werdenden Tage dazu verwendet häufiger mit ihm Spazieren zu gehen?

Mit der Entwicklung seiner Hufe und der dazugehörigen Statik des restlichen Pferdes bin ich sehr zufrieden. Leider ist der Abrieb noch immer so hoch, dass ich kaum die Möglichkeit habe die Hufe lateral zu korrigieren.

Juni 2011
sind die Hufe auf einem guten Weg der Besserung.
Ich für meinen Teil beende an dieser Stelle das Tagebuch von Jamal. Seit Mitte des Jahres 2009 verspricht Andrea es selbst wieder zu übernehmen. Warten wir’s ab ;-)

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