Verlauf

April 05
Die THP sagte, daß auch Flower Borna und Borreliose positiv sei. Mit völlig anderer Symptomatik als Jocker. Nie hätte ich zwischen den Beiden eine Parallele gezogen.

Sie nahm Flower kritisch in Augenschein. Dabei stand vor allem Flowers Optik im Fokus (Muskelschwund, Magerkeit, sichtbare Rippen und Wirbelsäule, ataxisches Laufen v.a. im Galopp). Unsere Rittigkeitsprobleme erwähnte ich nicht, da sie für mich ein Ausfluß aus ihrem Allgemeinzustand waren. Auch hatte ich die fehlende Muskulatur sehr wohl bedauernd festgestellt, aber auf die gerade frisch hinter uns liegende Krankengeschichte geschoben. Wer über 4 Monate nur in der Box steht und danach nur auf einem kleinen Paddock kann halt nicht aussehen wie Arnold Schwarzenegger! Woher sollte sie denn Muskulatur haben!?

Die THP erklärte mir genau, wie sie zu der Diagnose Borreliose und Borna bei Flower kommt, und zeigte mir das anhand von einfachen Tests.

Ich empfand das als äusserst bemerkenswert, dass Flower und Jocker mit gleichen Viren und Bakterien belastet sein sollten. Ich wäre alleine niemals darauf gekommen, dads zwei Pferde mit so unterschiedlichen Krankheitsbildern/- verläufen an den gleichen Krankheiten leiden können! Vielleicht auch deshalb, weil mir diese Diagnosen in mehr als 30 Jahren Umgang mit Pferden noch nie untergekommen waren.

Vom Borna Virus hatte ich noch nie etwas gehört und Borrreliose bekommen laut TA Pferde, Hunde und Katzen angeblich nicht.

Ich nahm die Diagnose zur Kenntnis und wollte erst mal abwarten, was geschehen würde.

Sie stellte nun auch für Flower einen Behandlungsplan für die kommenden 3 Tage auf und ließ für weitere 14 Tage die verschiedensten Globulis da, die erst später zum Einsatz kommen sollten.

Sehr gewissenhaft startete ich die Therapie.

Behandlungstagebuch

Mai 05
Ich bemerke schon nach kurzer Zeit, das Flower entspannter wirkt. Ich schiebe das auf die immer längere werdende Weidezeit.

Die Chiropraktikerin behandelt Flower zum ersten mal. Optisch und reiterlich sind positive Veränderungen festzustellen. Sie trägt den Schweif in Ruhe weniger schief, das Becken ist mobiler.

Ich lasse Flower durch die THP mit TENS-Therapie verwöhnen.
Die ersten zwei Behandlungen schienen ihr erst noch unangenehm zu sein, dann hat sie begonnen, sich zu entspannen.

Der Borna Test ist positiv.

Juni 05
Nach einer Medikamentenänderung benimmt sich Flower so schlecht wie nie und auch an der Hand und in der Halle führt sie sich so ätzend auf, daß mir ganz schnell bewußt wird, wie positiv sich Flowers Gemütszustand zu vorher schon verändert hatte.

Das Medikament wird deswegen nach drei Tagen geändert und die THP erklärt, daß ein Medikament durchaus auch mal unerwünschte Nebenwirkungen haben kann, unter .Umständen auch auf der psychischen Ebene!

Juli 05
In der Halle und auf dem Platz wird Flower zwar “gesprächsbereiter”, aber ihr Motto “Lieber tot als zweiter, nur vorne gibts Geld!” prägen noch immer den Charakter unserer Arbeitseinheiten an der Longe, unter dem Sattel und als Handpferd.

August 05
Es gibt Tage, da glaube ich, einen Silberstreifen am Horizont zu sehen. Es hat Ritte gegeben, an denen sie sich wie ein braves Reitpferd benommen hat. Aber ich trage immer Wanderschuhe an den Füßen! Das ist auch besser so, weil es auch Tage gibt, an denen ich mit einem tobenden Pferd den Rückweg von 60 Minuten Ausritt per Pedes zurücklege, weil ich mein Leben im Sattel bedroht sehe.

September 05
Nun, Anfang September, ist sie im Gelände zwar noch kein Verlasspferd, aber zu kontrollieren. (Manchmal wird’s mir immer noch zu heiß und ich steige ab, aber dann ist’s auch gut. Und ich kann später wieder aufsteigen!)
Wenn ich mit ihr ausreite, trägt sie immer ein Halfter mit Strick unter der Trense. Ich habe herausgefunden, dass sie besonders schnell ungehalten wird, wenn ich sie über das Gebiss im Maul halten muss wenn sie beginnt sich zu verspannen. Ich versuche sie dann immer zuerst über das Halfter zu halten egal ob ich reite oder führe.

Habe ich eine zuverlässige Reitbegleitung, übergebe ich den Führstrick in brenzligen Situationen, sitze nur passiv, versuche mich zu entspannen während ich versuche sie mit meiner Stimme zu beruhigen, oder ich schimpfe nur mit ihr und lasse den Mitreiter Flower ausschliesslich über das Halfter kontrollieren.

Wir gehen fast ausschliesslich Schritt. Wenn ich ein gutes Bauchgefühl habe, traben wir manchmal ein kleines Stück. Erst waren es nur wenige Tritte, dann Sekunden und irgendwann Minuten. Ich versuche sie immer zum Schritt zurück zu parieren, bevor sie ärgerlich wird weil sie schneller und länger traben will. So komme ich dazu, sie loben zu können.

An dieser Stelle ein ausdrückliches Lob an meine geduldigen Mitreiter! Wer mit Flower und mir ausreitet muss sich darauf einlassen, dass ich mit ihr nicht “zum Spaߔ ausreite, sondern mit Ihr ein negatives Verhaltensmuster in ein positives verändern möchte.

Wenn wir allein unterwegs sind, gehe ich häufig zu Fuß und steige immer wieder auf. So lernt mein Pferd, dass ich nicht nur absteige, wenn ich Angst bekomme ;-)

Das Shaken kommt nur noch bei hohem Stresspegel, sie wirkt ausgeglichen und zufrieden.

Ich hab nicht wieder beobachtet, daß sie einfach umfällt.
Erst jetzt fällt mir auf, dass sie vorn rechts nicht mehr stolpert. Ich hatte es vorher nie erwähnt, weil ich bis dato nur stolpernde Pferde kannte und von daher davon ausging, dass ein wenig (bis ein bißchen mehr) Stolpern einfach normal sei!
Die positive Wesensveränderung ist so deutlich, daß ich von weitläufig bekannten Reitern angesprochen werde, was denn mit der Stute gemacht wurde.

An der Hinterhandaktivität arbeiten wir noch. Die noch immer unterversorgte Muskulatur, vor allem der Hinterhand, muss daran gewöhnt werden, wieder arbeiten zu können. Besonders zu Beginn der Arbeit fällt auf, dass sie hinten rechts kurz tritt und vermeidet Last aufzunehmen. Aus diesem Grund ist der Linksgalopp besonders schlecht. Tendenz steigend, von der TENS Therapie profitiert sie sehr.

November 05
Seit wir das Training in Begleitung der THP aufgenommen haben, hat sie vorn nicht mehr gelahmt.

Ich kann nun mit ihr alleine oder mit den Pferden unseres Stalles ausreiten. Mit fremden Pferden auszureiten habe ich bis jetzt immer vermieden.

Flower bekommt 2 x täglich Globuli, um Borna und Borreliose weiterhin zu managen. Der Zustand der Rücken- und Kruppenmuskulatur bessert sich, wenn auch langsam, sie ist insgesamt jedoch ein rundes, harmonisches Pferd geworden mit einer gut bemuskelten Halsung.

Sie ist unter dem Sattel deutlich kooperativer geworden. Das führe ich unter anderem auf die Bachblütentherapie zurück, die Flower auf Grund ihrer von 0 auf 100 in 3 Sec. Mentalität für 14 Tage bekommen hat.

Seit dem ist sie von 0 auf 100 in 10 Sec. So hab ich wenigstens genug Zeit zu reagieren. Das wirkt sich auch positiv im Herdenverhalten aus. Wenn’s eng wird, reagiert sie nicht mehr gnadenlos mit Angriff, um ihren Individualabstand zu vergrößern. Sie kann nun auch manchmal mit angelegten Ohren weg gehen, ohne ihren Frust am nächst Rangniederen auszulassen.

Nächste Woche lassen ich nochmals Borna testen um zu sehen, ob das Virus noch nachweisbar ist.

Dezember 05
Der Test ist Borna negativ!
Im Umgang ist sie völlig wesensverändert. Sie ist schmusig und anhänglich. Putzen beginnt sie zu genießen.

Der Winter hat uns immer mal wieder so im Griff, daß ich nicht zum Reiten komme, weil ich den Hof oft wegen Glatteis nicht verlassen kann. Wenn ich zur Halle gehen kann, longiere ich nur leicht und lassen die Pferde dann toben, wie sie wollen.

Wenn das Wetter es zulässt, machen wir auch kleine ruhige Austritte und Flower ist fast immer gut zu händeln. Selbst wenn sie “doof” ist, fühle ich mich sicher genug, im Sattel zu bleiben und nicht fluchtartig abzuspringen. Ich reite entweder allein mit ihr aus oder mit einem Pferd aus unserer Gruppe. Mit Fremden zu reiten traue ich mich noch nicht, zum einen weil sie sich noch immer schlecht zu einem langsamen Schritt überreden und sie sich noch immer leicht von anderen Pferden elektrisieren läßt.

Da sie in der Hallenarbeit aber immer besser auf halbe und ganze Paraden reagiert, ohne sich in ihrer Persönlichkeit angegriffen zu fühlen, arbeite ich immer wieder daran, sie im Schritt im Gelände mehr setzten zu können.

16. März 2006
Flower schwächelt nun seit ca. 14 Tagen mit zunehmender Tendenz.

Ich hatte langsam mit dem Training der beiden Pferde begonnen, aber Flower hat nach dezentem Anlongieren und 2 –3 mal leichte Gymnastik unter dem Sattel zu Ticken begonnen.

Die Taktung der Beine ist dabei gleichmäßig, aber auf der festen Seite wurde das Nicken immer deutlicher. Hab sie etwa alle 3 Tage zur „Bestandsaufnahme“ am Halfter an die Longe genommen. Nicht gearbeitet. Keine Ausritte, kein Spaziergang. Tendenz jedes mal leicht schlechter.
Erst bin ich davon ausgegangen, dass sie Schneestollen oder Eis unter den Füßen kleben hatte und deswegen gefallen oder gerutscht sein könnte.

Keine Ahnung was sie genau hat. Fieber ist keins da, wenig Appetit, kleines Auge, Lymphe leicht geschwollen, Taktfehler aus der Oberlinie, sie steht deutlich gebogen, abends schon mal wechselnd angelaufene Beine, hat sie sonst nie, sie schläft viel und ist sehr zurückgezogen.

THP war da, die Chiropraktikerin Di. zum 2. mal. Sie genießt die Behandlung und es scheint ihr besser danach zu gehen. Sie steht dann nicht mehr schief und wirkt entspannter. Aber sie gefällt mir nicht.

Die THP geht von einem Borreliose -Schub aus und hat die Medis hoch gesetzt.
Wärme und Ruhe und Zeit, darauf setze ich nun.

Flower ist nicht die einzige, die so ruhig ist. Aber die einzige, die leicht gearbeitet wurde.
Pferde mit „viel Blut“ sind offensichtlich stark angegriffen.

18. März 06
Flower ist aus dem Tal raus und es geht nun wieder Berg auf. Die Augen sind wieder offen, sie beobachtet interessiert, was um sie herum geschieht und hat gestern wenigstens ein paar Minuten an der abendlichen Spiel- und Tobezeit teilgenommen, hat sich nach dem Wälzen 2 x bis in die Schweifspitze durchgeschüttelt und wieder begonnen, die Fütterungszeiten durch blubbern zu kommentieren.
Alles, was im Rang unter ihr steht, weiß, daß es jetzt nicht mehr egal ist, wer an ihrer grünen Seite beim Heufressen stehen darf.

Bis Montag werde ich noch warten, bis ich sie mir wegen des Taktes in der Halle anschaue. Halte die zusätzlichen Gaben der Globuli noch bis dahin bei.

Dafür zeigt nun eine andere VA Stute und zwei Araber Wallache die Abgeschlagenheits- Symptome.
Die Augen auf „halbmast“, auch beim Fressen, viel dösen, wenig Reaktionen auf das Geschehen drum herum. Dabei aber weder Fieber, noch Appetitlosigkeit, noch Erkältungssymptome. Die 3 bekommen seit heute ihre Medis auch in häufigeren Gaben.

Da die Pferde alle aus einer Tränke trinken, (Offenstall) denken wir darüber nach, ob die Selbsttränke in der Infektionsübertragung eine Rolle spielt!

Ich halte die Tränke augenscheinlich sauber. (Futterreste und was sonst so rein fallen kann. Die Vögel haben gut raus, wo es im Winter Wasser gibt und lassen als Dank auch schon mal was ins Wasser fallen, sehr ärgerlich.)

Ich hoffe, der Rest der Herde schließt sich nicht auch noch an.

7.April 06
Flower hat, während sie krank war, einen Tritt vor das Röhrbein kassiert und geht darauf noch immer lahm.
Es bildet sich ein Überbein und das so blöde, daß das Unterstützungsband der tiefen Beugesehne gereizt ist.
Da noch Temperatur drin ist und auch die Form sich noch ändert, wird es noch ein Weile dauern, bis ich sie wieder reiten kann.
Sonst ist sie wieder sehr munter. Sie steht mit den anderen im Offenstall und meidet von sich aus den Naturboden im Paddock und hält sich die meiste Zeit auf der befestigten Fläche auf.
Nur zum Wälzen oder zum Schlafen bzw. Liegen sehe ich sie manchmal dort.

14. April 06
Habe Flower röntgen lassen.
Der Sehnen- und Bandapparat ist noch immer sehr schmerzempfindlich und das Überbein arbeitet auch noch.
Ich hatte nun die Befürchtung, daß mal wieder das Griffelbein Ärger machen könnte.
Zum Glück unbegründet!

Der TA hält das Überbein nicht für den ausschlaggebenden Grund für die Lahmheit.
Außer dem Griffelbein wurden das Karpal- und Fesselgelenk ausgiebig durchleuchtet.

Der TA diagnostizierte deutliche Veränderungen am Gleichbein mit Sehnenbeteiligung.
Er schlägt bliestern vor und natürlich Boxenhaft.
Hab nicht mit ihm selbst gesprochen sondern nur mit der Helferin.
Egal, die Vorschläge werde ich auf keinen Fall in die Tat umsetzen!!

Mag ja sein, das Flower nicht mehr ganz jung ist, aber seit ich sie kenne hatte sie immer klare kühle Beine. Selbst wenn sie sich nach Buckelattacken auf der Weide selbst angeschlagen hat, trat nie eine Schwellung auf.
Ich glaub nicht an die Gleichbeingeschichte!

Sie bekommt weiter eine homöopathische Behandlung mit Blick auf eine mögliche Knochenhautentzündung, mit Beteiligung der Sehnen und Bänder. Zusätzlich mache ich warme Enelbin- Verbände. Sie wird mit der Herde zur Zeit angeweidet.
Sie tobt jetzt wieder mit den Anderen und während sie ihre arabische Seite raushängen lässt, geht sie nicht lahm.
Gleich nach einer Tobeattacke sieht man die Lahmheit dann deutlich, wird dann aber unter Bewegung schon wieder besser.

Beim Fressen oder Ruhen schont sie das Bein nicht und belastet beim Umdrehen voll, wenn’s was zu beobachten gibt! Keine Temperatur im Huf oder Fesselgelenk, nur leicht in der Umgebung des Überbeins.

Mag sein, dass sie mit Boxenruhe schneller gesund würde, aber da die Weidesaison vor der Türe lauert, könnte ich sie bei mir zu Hause nicht aufstallen, ohne das sie in der Box ihren Unmut (zu Recht) raus lässt, wenn die Herde grasen geht, während sie ruhen soll. Da helfen auch keine zur Seite gestellten Leidensgenossen.

13. Mai 2006
Leider steht Flower noch immer mit ihrem Überbein auf der Weide. Im Schritt sieht man keine Lahmheit mehr, aber im Trab noch deutlich. 7 Wochen nun schon. Der TA war letzten Donnerstag noch mal da und wir haben zur Sicherheit nochmals geröntgt. Nix zu sehen. Aber das blöde Überbein sitzt genau unter dem Ansatz der Beugesehne, obwohl es nun langsam wieder kleiner wird, ist es noch immer druckempfindlich und die Sehne ist gereizt.

Als Fortschritt sehe ich, daß sie jetzt manchmal wieder Rechtsgalopp wählt. In der Zeit, als es ihr nicht so gut ging, fiel sie ausschließlich in den Linksgallopp.

Der TA wollte Flower von Anfang an scharf einreiben und in die Box stellen. Aber das will ich nach wie vor nicht. Ich finde, das ist Tierquälerei. Mit Menschen geht man auch nicht so um. Unabhängig davon, daß ich von der Therapieempfehlung des TA Abstand genommen hatte, stellte der TA mir von Anfang an 8-30 Wochen Probleme mit dem Überbein in Aussicht!
Flower bekommt homöopathische Mittel und sieht umwerfend aus. Der Rückenmuskel ist gekommen, das Fell glänzt, ihre Augen strahlen Ruhe und Zufriedenheit aus

29. August 2006
Nachdem Flowers Überbein „kalt“ geworden ist, habe ich Anfang Juli an der Longe begonnen wieder mit ihr zu arbeiten.
Sie machte schnell gute Fortschritte. Noch immer bewege ich sie oft vom Boden aus, gehe gern mit beiden nur spazieren oder nehme Flower als Handpferd mit. Eine Chiropraktikerin hat ihren Rücken noch immer in Beobachtung. Sie trägt ihren Schweif noch immer leicht nach links.
Flower longiere ich ca. einmal in der Woche auf unterschiedliche Arten, Platz oder Hallenarbeit ein oder zwei mal in der Woche. Unterricht nehme ich auch hin und wieder, um mich von außen korrigieren zu lassen. Sonst gehe ich am liebsten ins Gelände. - Wer hätte das gedacht, dass ich das einmal in Flowers Tagebuch schreiben würde?

Mein nächstes Ziel ist nun mit fremden Pferden ins Gelände zu gehen.

September 2006
Die Herde hat mit diversen Symptomen zu tun, dicke Lymphknoten, tränende Augen, einzelne Huster, suboptimaler Kot, wund gejuckte Nase. Es scheint, als hätte sich jedes Pferd was anderes ausgesucht, was nicht so ganz i.O. ist.
In der Summe nix schlimmes, wahrscheinlich der Fellwechsel in Verbindung mit der Witterung.

Ich reite und bewege mit etwas Vorsicht, aber eines muss ich nun doch endlich mal schreiben:
Vor der Behandlung von Flower konnte sie sich von 0 auf 100 ohne wirklich erkennbare Gründe unbeschreiblich hysterisch und gefährlich unter dem Sattel und am Halfter aufführen.
Das zwar selten in der Halle, aber dafür besonders im Gelände! Daher ich hab sie ja letztes Jahr nur sehr selten kleine Runden ausgeritten, und wenn nur mit ausgeglichenem Begleitpferd, das sich auf keinen Fall anstecken lässt. Selbst als Handpferd konnte sie immer wieder gefährlich ausrasten.
Nun reite ich schon seit einigen Wochen allein und mit Begleitung aus!!! Sie ist temperamentvoll, aber immer gesprächsbereit. Auch Trab und Galopp ist nun möglich und sie kann sich immer wieder nach kurzer Zeit entspannen und Schrittphasen gelassen genießen.

Da sie noch immer wenig tolerant Bremsen und vielen Fliegen gegenüber ist, habe ich sie in den Sommermonaten nur bei Nieselwetter ausgeritten, um keinen Ärger vom Zaun zu brechen. Ich wollte die guten Erfahrungen nicht zerstören.
Aber nun sind die Bremsen weg und die paar Fliegen, die noch da sind, stören sie nicht mehr als andere Pferde auch.

Auch erste Ritt “Flower allein mit fremdem Pferd” gehört schon zur Geschichte. Alles hat prima geklappt. Noch vor einem Jahr hätte ich nicht geglaubt, das wir das schaffen könnten! Ich will mich auch nicht mehr wirklich an all die gefährlichen Situationen erinnern, in die sie uns damals gebracht hat. Aber alle die einst so schrecklichen Plätze haben wir nun schon einige male passiert, ohne das sie blöd geworden wäre.

Sie hat sich nicht zu einem Lamm ohne Meinung verwandelt, sie tänzelt und fragt nach, ob man hier nicht einige Gänge schneller gehen könnte, kann sich auch Kopf und Schweif schlagend über mein nein ärgern und noch mal fragen, aber sie bleibt händelbar und gibt dann auch angemessen nach. Damit kann ich leben. Hab ja was arabisches haben wollen und keine Schlaftablette.

21. Dezember 06
Nun ist auch Flower ohne Eisen und vom Winter noch immer keine Spur.

Sie läuft wesentlich fühliger ohne Eisen zur Halle als Jocker, geht auch ohne Hufschuhe dort hin und wählt trotzdem lieber Asphalt als Randgrün.
Wenn sie sich nicht akklimatisiert, bekommt sie halt wieder Eisen. Ich muss da nicht meinen Kopf durchsetzen.

Mit Hufschuhen auszureiten fühlt sich ähnlich an, wie mit Eisen, Mitreiter sagen, dass sie keinen Unterschied sehen.
In der Halle macht die Arbeit mit Ihr immer mehr Freude, weil sie immer kooperativer wird. Ich nehme nun bei einer klassischen Ausbilderin (im Westernsattel) Unterricht.

Sie selbst reitet bis Grand Prix und kann super gut erklären. Sie gehört zu den wenigen Ausbildern die ich kennen gelernt habe, die wirklich ihre Kniffe und Tricks verraten.

Petra hat mehr als einen Weg, wie man zum Ziel kommen kann und gemeinsam arbeiten wir an der positiven Ausführung bis wir drei mit dem Ergebnis eines Teilschrittes zufrieden sind. Freundlich aber bestimmt motiviert sie mich und damit Flower, nicht immer gleich in Verweigerung zu gehen, wenn’s mal etwas anstrengender wird.

15 Januar 07
Noch ist Flower ohne Eisen und ich denke das ohne schlechtes Gewissen auch noch bis Anfang so Februar zu lassen. Der Kronrand wölbt sich deutlich als Zeichen dafür, dass das das Hornwachstum angekurbelt ist. Der Oberflächenspalt vorn, genau in der Mitte, der entstand, als sie mit zwei Aufzügen vorn beschlagen war, wächst jetzt nach unten raus und hat sich von genau mittig ein wenig nach links verschoben.
Bei Flower halten die Hufschuhe im Trab, würden das sicher auch im Galopp tun. Den vermeide ich noch immer. Weil ich dann einen Kontrollverlust riskiere und Angst bekomme wenn Flower beginnt sich auf eine Art zu verspannen, die letztes Jahr mit Tobeanfällen endete.
Wenn ich Angst bekomme, verspannt sich auch mein Körper und ich ziehe an den Zügeln ohne es zu wollen und Flower reagiert darauf sofort wütend mit Kopf schlagen, den ganzen Körper schütteln und versucht mir den Zügel aus der Hand zu reißen. Trotzdem galoppiere ich hin und wieder an und spreche mit ihr. Ich bitte sie, bei mir zu bleiben und nicht zu drücken und mich das Tempo bestimmen zu lassen, damit ich keine Angst bekomme. Irgendwie glaube ich, dass sie versteht, was ich ihr da erzähle.
Da Jocker durch seine Scheuerstelle vom Hufschuh nicht ins Gelände geritten werden konnte habe ich Flower öfter und vor allem vermehrt ohne Begleitung im Gelände reiten “müssen”. Das hat uns ein Stück näher zusammen gebracht.

9. Februar 07
Es kam, wie es kommen musste, es hat geschneit und der Hufschmied beschlug Flower während der Winter nach 8 Wochen ohne Schnee doch mit aller Kraft zeigen wollte, das Schneefall im Februar möglich ist.

Flower läuft mit Eisen raumgreifender. Auch wenn die Zeit ohne Eisen den Hufen gut getan hat, so kann Flower sich mit Eisen auf der befestigten Fläche deutlich besser bewegen.
Für ihre Psyche ist es gut, dass ich wieder mehr reiten kann. Eine kleine Runde durchs Gelände vor oder nach der Dressur ist für sie optimal und nun wieder möglich ohne den umständlichen Aufwand mit den Hufschuhen.

Flower beginnt Fell abzuwerfen.
Bin gespannt, wie wir den nächsten Wechsel erleben werden.

Zur Zeit hustet sie ein bis zwei mal wenn nach wenigen Minuten Schritt und manchmal auch nach dem Antraben. Das macht sie sonst nie. Ich nehme das zur Kenntnis und warte ab. In Schweiß bringe ich sie bis auf wenige Ausnahmen eh nicht im Winter Reitpensum behalte ich bei und ändere auch erst mal nichts am Behandlungsplan.

01. April 07
Flower wundert sich sicher, warum ihr die 4 Tagewoche abgesprochen wurde, da Jockers Verletzung in Ruhe ausheilen soll.
Das Wetter ist einfach zu schön um sich das Ausreiten zu verkneifen.

Sie kann es noch immer nicht leiden, in Gebiete geritten zu werde, wo wir selten sind. Entsprechend gespannt war ich heute, sie auf die „andere Seite“ zu Reiten. Zum Ersten Mal seit November und dann gleich ohne Begleitung.

Wirklich entspannen konnte sie nicht, aber sie war gut zu händeln. Sie weiß genau wo wir sind. Das merke ich immer daran, dass sie alle Stellen kennt an denen sie in den letzten zwei Jahren ausgetillt ist.
Sie kaut dann schon vorher hektisch auf dem Gebiss rum, versucht den Zügel aus der Hand zu stoßen und eilig zu werden. Einige male hat sie ärgerlich mit dem Kopf geschlagen und sich geschüttelt. Das war letztes Jahr noch die letzte Warnung vor der „Explosion“.

Ich habe viel mit ihr gesprochen und ihr erzählt dass ich auf sie aufpasse und mir viel mühe gegeben mein Beine locker zu und die Zügel weiter lang zu lassen. Um ihr Kooperation zu fördern habe ich sie immer wieder aufgenommen und wieder ohne Anlehnung gehen lassen.
Flower ging ohne Theater durch den Fluß! Das hatte ich noch nie wenn wir allein unterwegs waren! Meist ging hier schon alles schief und die ersten Versuche zu steigen und zu bocken waren an dieser Stelle fast Programm.
Auf dem Rückweg müssen wir über ein Rinnsal, das meist mit einem riesen Sprung überwunden werden musste. Heute ein großer Schritt ohne Zögern. Ich hätte sie küssen können.
Einige Fluchtsituationen vom letzen Jahr haben wir heute ohne große Probleme gut überstanden. Kläffende Hunde hinter uns, Pferde die uns auf einem schmalen Weg begegnen, nur hörbar, aber nicht sichtbar Fußgänger auf einem Weg parallel über oder unter uns. .... Hätte nie gedacht, das ich so einen Ritt mal als etwas besonderes sehen würde.
Hörte ich so was von anderen Reitern, dass Pferde unkalkulierbar reagieren und ihren Besitzern das Fürchten lehren, dachte ich, so was wäre mit guter Basisarbeit in der Erziehung vom Boden und im Sattel unmöglich zu erleben. Ich dachte die Pferde seien dann unerzogen und frech.
Flower hat mir gezeigt, dass auch “brave Pferde” einem im Gelände das Fürchten lernen können.

26. April 07
Flower ist fast fertig mit Fellwechsel und gut drauf.
Sie steht ruhig und gelassen in der Mittagssonne Wache für ihr „Patenkind“. Noch durch einen Zaun getrennt vom Fohlen, aber sehr gewissenhaft. Die Herren stehen von den Fliegen in die Flucht geschlagen im Stall und sie erträgt eine dicke Traube Fliegen mit dösend geschlossenen Augen ohne Shaken.

Unter dem Sattel kann das zwar anders sein, wenn sie sich ärgert und ihr die Begleitung zu langsam ist, aber immer hin.

12. Juni 07
Flower hat mir an ihrem Kurstag bei Britta Rasche viel Freude gemacht.
Ohne Theater verbrachte sie die reitfreie Zeit allein, zum Teil ohne Sichtkontakt zu anderen Pferden, in der Ga
stboxreihe.

Brav zeigte sie sich von ihrer besten Seite, ließ sich von dem tiefen Boden kaum beeindrucken.

Flower ist nun 12 Jahre alt und bei aller Nachsicht und Freude über unser persönlichen Erfolge darf ich uns auf einem Reitkurs nicht mit anderen Pferden vergleichen. Flower kann mich jeder Zeit aussehen lassen, als wäre ich in meiner 10 Reitstunde. Seit 2004 heißt unser Ziel Takt und Losgelassenheit. Die Stute hat unübersehbare Probleme mit der Balance und von Durchlässig sind wir Lichtjahre entfernt.

Im Unterricht bei Petra Flocke-Kochs hat sich Flower heute entsetzlich benommen, sie war so was von renitent, dass ich mit Mühe nach einer mangelhaften Aufwärmphase einen gescheiten frühen Abschluss finden konnte.

Dabei war sie in den letzen Wochen deutlich kooperativer. Mit Kampf kommt man bei Flower nirgendwohin, außer evtl. in den Dreck des Hallenboden. Hilfe! Was soll ich denn noch machen?

Flower galoppiert in der Halle unter dem Sattel mangelhaft, oft mit angelegten Ohren, ich kann nur mit Mühe wenige Tritte ihren Trab aussitzen. Sie neigt dazu, sich eilig und spannig der Arbeit zu entziehen, verpasse ich den Punkt, wo sie dann wirklich die Kraft verliert und versäume die Arbeitseinheit abzuschließen ist sie grantig und echt frustriert.

Dann will sie nicht mal mehr eine gescheite Zirkellinie traben. Sie kann dann mit dreifacher Biegung in der Körperachse laufen, jede Hilfe meinerseits wird von ihr mit der komplett entgegengesetzten Reaktion bestraft.

16.Juni 07
Flower hat leicht erhöhte Temperatur 39,5° man merkt ihr aber nichts an. Sie hatte heute eine leichte Schlundverstopfung. Die letzte hatte sie vor ihrer letzen Zahnkontrolle/-behandlung

Ich will die Viren vom Lehrgang nicht in unserer gastfreundlichen Reitanlage verteilen. Flower bekommt nun auch eine Woche Pause und dann halten wir uns erst mal von dort fern.

26. Juni 07
Gestern war eine Pferdezahnärztin bei Jocker und Flower.

Flower hatte nun 7 leichte Schlundverstopfungen in 10 Tagen. Ich hoffe hier die Ursache dafür zu finden.

Unsere THP ist gegenüber Zahnbehandlungen sehr kritisch eingestellt. Sie bezweifelt die Notwendigkeit grundsätzlich und drohte uns im Vorfeld die Kündigung der Betreuung der Pferde an, falls die Pferde sediert werden und/oder die Geräte aus einem mit Desinfektionsmittel befüllten Eimer entnommen und am Pferd verwendet werden.
Die THP meint, dass Pferde wie Flower, wenn etwas nicht ok. ist, mit Schlundverstopfung reagieren können.
Trotzdem hoffe ich das Problem auf diese Weise in den Griff zu bekommen.

Obwohl Flower im September 2006 das letzte Mal behandelt wurde, konnte die Dentistin mich visuell, durch Hören und Tasten miterleben lassen, worin der Vorteil einer regelmäßigen Zahnbetreung besteht.

Bei Flower hatten nur noch die Frontzähne Kontakt. Kein Mahlgeräusch durch die Backenzähne vor der Behandlung hörbar. Inwieweit da noch zwei recht deutlich vorstehende letzte Backenzähne ihr Übriges taten und seit wann, keine Ahnung.

Auf jeden Fall hat die “Frau vom Fach” beide Pferde sehr einfühlsam behandelt. Mit Ruhe + Geduld und passenden Pausen fürs Pferd, konnte sie Beide sehr gut zur Kooperation bewegen.

Ist das Pferd zufrieden, freut sich der Mensch.

Mal sehen, wie das mit den Schlundverstopfungen weiter geht.

14. Juli 07
Flower war auch nach der Zahnbehandlung nicht von Schlundverstopfungen verschont.
Ich habe die „Studie“ abgebrochen in dem ich einfach kein Kraftfutter mehr gegeben habe. :o(

Durch die äußeren Umstände (Bremsenplage im Gelände & Ferienkinder in der Reitanlage) longiere oder reite ich nur ein bis zwei mal in der Woche. Da ist Weide völlig ausreichend. Böse Zungen sprechen sogar schon von Übergewicht.

Am 9. Juli hatte ich Flower einem Osteopathen vorgestellt. Die Chiropraktikerin hat in den letzen Monaten immer mal wieder Blockaden gelöst, aber spätestens nach 14 Tagen war fast alles wieder im alten Zustand. Ihr Organismus hat die Blocks immer wieder an die gleiche Stellen gesetzt. Vor allem ISG links.

Der Osteopath konnte nach seiner Untersuchung Flower sehr gut beschreiben. Durch meine Ergänzungen behandelte er das Pferd und nun bin ich gespannt wie es weiter geht.

Sie hat offensichtlich Probleme mit Magen und Lunge. Das wirkt sich unter Belastung auf das Herz aus, weil sie wenn sie verspannt nicht regelmäßig und tief atmet. Eine weitere Problemzone ist der letzte Teil vom Dünndarm und ihre Gebärmutter.

Ihre mangelnde Fähigkeit ihr rechtes Hinterbein unter den Schwerpunkt zu nehmen und gern, statt nach vorn zu schwingen, eine seitliche Ausweichbewegung zu führen, liegt irgendwo dort. Der TA versuchte die Ursache immer auf Knie und Kniebänder zu bringen, nachdem das Sprunggelenk keinen Befund aufgewiesen hat.

Der Osteopath war aber nicht dafür, einzelne Probleme speziell hervor zu heben ich habe das so verstanden, dass alles, der gesamte Organismus, wie kleine Rädchen eines Uhrwerkes ineinander laufen. Und wenn nur ein Zahn eines Rädchens nicht richtig mitläuft oder gar gebrochen ist, kann die Wirkung so groß sein, als wäre das ganze Zahnrad defekt.

Laut seiner Aussage hat er nun dem Pferd geholfen einen Heilungsprozess in Gang zu setzen. Die Wirkung entfaltet sich in den kommenden Wochen und Monaten. Es könnte sein, das gewisse Veränderungen sofort sichtbar sein könnten und anderes braucht so viel Zeit, das es erst später auffallen könnte.

30. August 07
Im Schritt führt sie das rechte Hinterbein nun besser unter den Schwerpunkt, bei gleich großer Schrittlänge. Der Rechtsgalopp, besonders auf dem Zirkel ist nun besser als der Linksgalopp was eindeutig zu ihrer eindeutigen Händigkeit passt.

Die Probleme mit den Schlundverstopfungen haben wir offensichtlich wieder im Griff, ohne die Ursache zu kennen und dem zu Folge auch ohne zu wissen, welche Behandlung genau zum Erfolg geführt hat. Hauptsache weg.

Ich genieße lange Ausritte bei guter Kondition und was bei Flower das Schönste ist, meist ohne jegliche Spiränzchen.

Noch immer steigt in mir eine gewisse Beklommenheit auf wenn sie ihr Temperament entfaltet und es kostet mich eine Menge Mühe „einfach“ weiter zu reiten und ihr einen Vertrauensvorschuss zu geben, das aus den „Temperamentshüpfern“ keine „Tobeattacken“ werden. Was das angeht bin ich noch immer traumatisiert, aber es wird! Die Anlässe die mir den Schreck in die Glieder fahren läßt werden immer seltener (vielleicht noch 1 – 2 mal im Monat) und die Schrecksekunden werden kürzer.

04. Oktober 07
Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu, seit zwei Wochen sind die Pferd nicht mehr Tag und Nacht auf der Weide.

Eigentlich wollte ich Jocker und Flower die Eisen für die Winterpause erst in sechs Wochen abnehmen lassen, aber zu Gunsten unseres Nachwuchses habe ich Flower schon heute nicht mehr beschlagen lassen.
Flower hebt eigentlich nie ein Bein gegen Herdenmitglieder, eigentlich.
Ich möchte kein Risiko eingehen und die Paddockzeit ohne Eisen beginnen. In den ersten Tagen, wenn die Weidetore bis zum Frühjahr geschlossen bleiben, sind die Pferd meist schlecht gelaunt. Da die Pferde eh wieder eine eisenfreie Zeit haben sollen, kommt es auf ein paar Tage nicht an. Ich würde mich ärgern, wenn das Fohlen von einem beschlagenen Huf unglücklich getroffen würde.

Der frühere Zeitpunkt hat auch den Vorteil, dass die Pferde tagsüber noch auf der Weide sind und so die Umstellung für die Hufe nicht ganz so krass ist.

Sonst geht es Flower sehr gut.
Sie macht weiter kleine Fortschritte in der Dressur, ist brav bei Ausritten, kommt auf Zuruf im Galopp über die Weide, einfach nur schön.

06. Oktober 07
Der Weg ohne Eisen und Hufschutz zur Halle hat Flower nicht gefallen. Sie lief fühlig und deutlich langsamer als mit Eisen. Die Hufe sind nicht temperiert, auf der Weide bewegt sie sich normal.
Habe sie nur wenige Minuten am Halfter auf dem Platz, der nach dem letzen Starkregen ziemlich desolat ist, traben und galoppieren lassen. Dieses Bild gibt mir wenig Hoffnung, das ich Flower ohne Eisen lassen kann. Sie klemmt vorn und hinten, versucht die Stützphasen zu verkürzen.

07. Oktober 07
Aus dem geplanten Spaziergang mit Hufschuhen ist ein kleiner Ausritt ohne Sattel geworden. Mit Hufschutz fühlt sich Flower wesentlich wohler, was doch Hoffnung aufkeimen läßt, sie erst einmal ohne Eisen lassen zu können.

08. Oktober 07
Der Weg zur Halle ohne Schuhe war schlechter als Laufen mit Hufschuhen. In der Halle unter dem Sattel ist alles sehr gut. Da bemerke ich keinen Unterschied. Der Rückweg nach Hause war dann auch besser als der Hinweg. Flower könnte mehr als die Hälfte des Weges auf dem Grasstreifen gehen, sie macht das aber nicht freiwillig, ich muss sie deutlich dazu auffordern.

11. Oktober 07
Vor Zwei Tagen wurden Flowers Hufe von einer Huforthopädin bearbeitet.
So weit ich das nach meinem theoretischen Vorwissen beurteilen kann, ist für mich o.K. was und wie bearbeitet wurde. Fotos sind gemacht! Seite 4/5 Vielen Dank Elke!

Flower scheint mit ihren leicht bearbeiten Hufen gut zurecht zu kommen, aber die Hufschuhe sind jetzt eine Katastrophe viel zu groß! Heul! Ich brauch 3-4 Paar neue Hufschuhe.
Das Desaster zeichnete sich, das muss ich der Ordnung halber natürlich richtig stellen, schon dieses Frühjahr ab. Da haben die Pferde die Hufschuhe am Ende der Barhufzeit auch verloren. Weil mir das so sehr auf den Wecker ging habe ich die beiden Pferde schon früher wieder beschlagen lassen als ursprünglich geplant.
Flower war im letzen Winter nur wenige Wochen ohne Eisen. Mit Jockers Swiss in Gr 1 kam sie besser zurecht als mit den Kings. Deshalb kaufte ich für sie auch die Swiss.

24. Oktober 07
In der Zwischenzeit ist es mir gelungen, Easy- Probeschuhe in Größe 1 zu organisieren
Flower scheint sich bei Ausritten mit diesen Schuhen sehr wohl zu fühlen, außer auf sehr steinigem Boden läuft sie mindestens so schön rund wie mit Eisen.

Der Weg zur Halle ohne Schuhe ist ihr deutlich unangenehm, aber in der Halle läuft sie fast so gut wie mit Eisen. Noch sind Ihre Tritte kleiner, sie mag nicht Verstärken, dann hebt sie sich raus und macht den Rücken zu. Untertourig fällt das nicht auf.

08. November 07
Zum Ausreiten haben wir nun eine gute Hufschuhlösung gefunden. Den Weg zur Halle geht sie ohne Schuhe und das im Grunde sehr zügig.
In der Halle bewegt sie sich traumschön.

19. November 07
Leider ist der Abrieb der Hufe durch die gepflasterte Fläche deutlich zu sehen. Um die Hufe zu schonen, ziehe ich auf dem Weg zur Halle lieber die Hufschuhe an.
In der Halle läuft sie richtig schön, das lässt mich hoffen.
Genau vor einer Woche war der Schmied da und hat außer am Strahl nichts zu tun gefunden.
Diese Fotos sind von Sa. 12.11.

25. November 07
Jetzt heißt es Daumen halten!
Die optisch sehr kurzen Hufe scheinen die Stute nicht zu behindern. Sie soll mit mir am WE einen Kurs mit Britta Rasche gehen. Ich werde nichts riskieren und nur noch zweimal in der kommenden Wochen zur Halle gehen. Im Trainingsrückstand sind wir eh, das hole ich sowieso nicht auf, da sind mir heile Hufe wichtiger.

05. Dezember 07
Flower hat leider meine Freundin auf dem Kurs „schlecht aussehen lassen“. Stute halt. Echt blöd benommen, mit Ziegenhörnchen am Kopf. Nicht wirklich unfreundlich, aber konsequent anti. Ein fettes NÖ, mach ich nicht, auf die Stirn geschrieben.

Das wollte ich nach so intensiver und auch erfolgreicher Arbeit in den letzten Monaten nicht so auf ihr und mir sitzen lassen. Also wollte ich sie am zweiten Kurstag selbst reiten.
Leider sind wir über das Abreiten nicht hinaus gekommen, weil Flower von der Arbeit wegen Lahmheit „ausgemustert“ wurde.
Während ich eher die kurzen Hufe und mein Gefühl von verkürzter Stützphase dafür verantwortlich hielt, glaubte Britta, dass Problem sei viel weiter oben - Knie- oder ISG-Gelenk.

Britta hat Flower in der Vergangenheit noch nie richtig taktrein laufen gesehen, weil sie auf den Kursen nie entspannt war und wirklich schon oft mit dem ISG-Gelenk Probleme hatte. Schade, weil Flower mental gut drauf war.
Nächste Woche kommt die THP, dann sehen wir weiter.

Auch mit Ariane habe ich mich über meine Unsicherheit ausgetauscht, ob ich Flower ohne Eisen mehr Schaden zufüge als Nutzen.
Sie sprach mir Mut zu, das Projekt nicht schon nach acht Wochen aufzugeben, die Hufe mit der Zange vorsichtig abzudrücken und so ein genaueres Bild über die Dicke der Sohle zu bekommen. – Da scheint alles noch im grünen Bereich –
Besonders bei Flower soll ich darauf achten, wirklich nur die Rolle zu erhalten und sonst nichts machen.

6.Dezember 07
Flower geht an der Longe eindeutig hinten rechts Lahm :o(
Im Schritt ist davon nichts zu sehen, aber im Trab deutlich. Der Grund liegt auf keinen Fall bei den Hufen, das kommt von oben.
Pause bis die THP kommt.

12.Dezember 07
Flower, die sich außer bei Dauerregen täglich ausgiebig wälzt, hatte sich schon vor unserem Reitkurs ein paar Tage nicht gewälzt. Ist mir nicht so aufgefallen, weil es wirklich nasse Tage waren und sie immer an beiden Körperseiten wenigstens Hanfspäne der Liegefläche hatte.
Während der Woche Wartezeit auf die THP habe ich sie nicht mit zur Halle genommen und sie blieb strahlend weiß.

Montag habe ich sie dann lazy nur mit Halfter an die Longe gehängt um mir ein Bild vom „Iststand“ zu machen.
Seit Wochen hatte wir das erste mal das Glück, das niemand in der frisch abgezogenen Halle war, als wir kamen. Schon in der Schleuse zog ich Flower das Halfter aus und normaler Weise schaffen meine Pferde es dann kaum noch bis ganz in die Halle um sich ausgiebig zu wälzen und dann abzubocken. Flower schnüffelte, ging wenige Schritte in die Halle und schaute mich an, und wartete.

Ich ging kreuz und quer durch die Halle, um ihr doch noch das Wälzen schmackhaft zu machen. Sie folgte mir mehr nicht. Ich forderte sie zum Spielen auf, Flower hatte keine Lust. Nicht bewegen wollen gibt es bei Flower eigentlich nicht. Vorne gibt es Geld, zur Not auch auf drei Beinen, mit Kopf unter dem Arm.

Reiter kamen in die Halle. Ich zog ihr das Halfter wieder auf und hängte sie an die Longe. Erst trabte sie motivationslos. Egal welche Hand, sie wollte sie immer einen Handwechsel. War aber nicht eindeutig taktunrein. Nur die Beine bewegten sich, aber der Popo wackelte kaum. Sie galoppierte nur widerwillig an, wollte immer wieder die Hand wechseln, schnaubte nicht ab.

Ich ärgerte Flower ein wenig mit ein paar Stopps und Turns, um sie zum Bocken zu veranlassen. Einmal diesen Knopf gefunden bockte und buckelte sie ausschlagend auf beiden Händen ausgiebig. Dabei hustete zwei-/ dreimal, schnaubte dann ausgiebig ab und danach funktionierte der Trab wieder völlig traktrein.

Obwohl noch ein anderes Pferd in der Halle war, zog ich ihr das Halfter ab, um ihr das Wälzen zu erlauben. (Meine Pferde dürfen sich nur „nackt“ wälzen.)

Begeistert wälzte sie sich grunzend ausgiebig hin und her, schüttelte sich energisch, um sich gleich an einer anderen Stelle wieder fallen zu lassen. Wir hatten beide ein zufriedenes Grinsen im Gesicht.

Hab sie heute, nach einem Tag Pause nochmals nur am Halfter laufen lassen und ich finde, sie läuft gut.

Ich habe leider mal wieder keine Zeit, sie noch in diesem Jahr wieder „richtig“ in Arbeit zu nehmen um zu prüfen, wie schnell sie sich wieder gut Reiten lässt. Das läuft aber nicht davon. Hauptsache sie sieht nun wieder schlammverkrustet aus und es geht ihr gut.

29. Dezember 07
Flowers Hufe wurden gestern vom Schmied ausgeschnitten und noch kann ich die Entwicklung gut verantworten. In der Halle bewegt sie sich gut, ich reite zur Zeit nicht aus, gehe dafür 1 – 2 x in der Woche ohne Hufschuhe auf wechselnden Böden spazieren.

Auch für Flower habe ich in 8 Wochen noch keinen Beschlag geplant.

Januar 2008
Flower geht es auf dem ersten Blick gut.
Aber irgendwas stimmt nicht. Sie hat glänzendes Fell, aber öfter als sonst ist ihr Blick nach innen gewendet.
Sie kommt mit den Hufschuhen im Gelände in allen Gangarten gut klar. Zu zweit fällt es nicht auf, aber bin ich mit ihr allein unterwegs schleicht sie und zieht nicht.
In der Halle arbeitet sie brav mit, gibt aber keine Widerworte und hat auch keine Temperamentsausbrüche. Das ist nicht meine Flower.

Sie wälzt sich nur selten. Das ist mega ungewöhnlich. Eigentlich möchte meine Schimmelin nicht weiß sein und schafft bis zu 3x täglich sich bis in die Ohren einzupanieren und jetzt strahlt das weißes Fell oft tagelang, weil sie die tägliche Wälz- und Spielzeit im Paddock nicht mitmacht.

Hinten rechts ist nicht immer auffällig, aber für reelles Reiten in der Halle ist sie mir zu schlecht. Ist schwer zu beschreiben, was sie da mit den Hinterbein macht. „Bandensteher“ sehen meist nichts, weil es so geringfügig ist. Sie hält den Rücken fest und bleibt hi. re. einen Tick zu lange in der Luft, um dann von der Schrittlänge her gesehen „normal“ zu fußen. Sie veratmet sich auch leider wieder. Das bedeutet, dass sie gemessen an der Bewegung zu schnell hinter den Atem kommt, die Atmung bleibt flach und oberflächlich, der Rippenbogen macht nicht auf.
Bewegung an sich ist trotzdem gut für sie, sie schnaubt ab und sie ist munterer und aufgeschlossener nach der Bewegung

Februar 2008
Seitdem Flower ohne Eisen ist, habe ich mich zusätzlich zu unseren Terminen mit unserem Schmied mit 4 erschiedenen Praktikern auf dem Barhufgebiet getroffen. Incl. Jährling haben wir zur Zeit 9 Pferde ohne Eisen, die als Gesprächsgrundlage dienen.

Ich möchte gern die Hufe meiner Pferde nach den Grundsätzen von NHC bearbeitet sehen und hätte am liebsten jemanden in der Nähe, der mich dabei begleitet.

Hufbearbeiter anderer „Fraktionen“ sind wegen einiger unterschiedlicher Sichtweisen leider ein Kompromiss den ich eingehe, weil ich wegen zu geringer Erfahrung nicht allein arbeiten kann und will.
Im Wesentlichen bin ich mit der Entwicklung bei Flower zufrieden. Wachstum braucht einfach seine Zeit und dran kleben geht leider nicht.

Die THP geht davon aus, dass ihre sporadisch vorhandene Takttunreinheit geringer wäre, oder sogar ganz verschwinden würde, wenn ich sie wieder beschlagen lassen würde. Sie meint ich soll versuchen, ob es ihr mit Eisen besser geht und sich dadurch ein Teil ihrer Symptome in Luft auflösen.
Möglich, dass sie Recht hat. In den letzen Jahren hat sie sich bei uns am Stall noch nie geirrt.

Das macht es mir nicht leicht, bei meiner vorläufigen Entscheidung zu bleiben, bis mindestens zur Weidesaison auf die Eisen zu verzichten.
Ein wichtiges „pro-“ Argument: Flower läuft gut mit ihren Hufschuhen. Bis auf blöde Schotterwege läuft sie mindestens so gut wie mit Eisen. Besonders auffällig ist, dass sie beim Reiten gar nicht mehr stolpert und sie in Ruhe vorn und hinten rechts nicht mehr „offen“ steht . 

Das Wetter ist erfreulich trocken und mild für Februar und die Pferde sind häufig im Paddock. Zwar wälzt Flower sich nun etwas öfter, aber nicht täglich. Das ist ungewöhnlich.

Wenn sie sich wälzt, macht sie das sehr ausgiebig. Rollt sich hin und her und kommt ohne Mühe rum, sogar „Berg auf“. Sie schüttelt sich danach zwei Mal von vorn nach hinten, steht dabei gleichmäßig auf allen vier Beinen und schnaubt auch ab.

An der Longe bewegte sie sich eher unmotiviert und holzbeinig, kaum Rückenbewegung, wird mit der Bewegung deutlich besser.

Im Moment fällt mir in der Halle an der Longe ihre Takttunreinheit hinten rechts wieder deutlicher ins Auge. Bei Ausritten spüre und höre ich nichts davon, auch ihre Hufabdrücke sind gleichmäßig. Sie ist zur Zeit bei Belastung ungewöhnlich kurzatmig. Weit gestellte Nüstern und kurze, flache Atmung sind eigentlich nicht ihre Baustelle.

17. Februar 2008
Die Osteopathin Kerstin Gockeln war bei Flower.

Flower machte auf sie einen traurigen, müden Eindruck: laßt mich in Ruhe, ... faßt mich nicht an. Sie diagnostizierte energetische Blockaden im Lendenbereich, der Blasenmeridian war nicht durchlässig mit Verspannungen der Kruppe, der Hinterhand und der Bauchmuskulatur und kraniosakrale Dysfunktion.

Kerstin wollte mit Akupressur beginnen. Da die Stute davon nicht begeistert war, behandelte sie zunächst die verspannte Muskulatur mit  der Matrix Rhythmus Therapie. ‘
Flower hat sich während der Behandlung mit dem Matrix-Gerät nicht wie erwartet entspannt. Sie konnte ihre Skepsis ungewöhnlich lange nicht überwinden, war aber auch nicht eindeutig gegen die Behandlung. Ich hatte ihr die Möglichkeit gegeben sich zu entfernen, das wollte sie aber auch nicht.

Nach der Massage durfte Kerstin der Stute einen energetischen Ausgleich mit Akupunkt-Massage und Akupressur verschaffen. Danach kümmerte sie sich um den kraniosakralen Ausgleich.

Zirka eine Stunde wurde Flower von Kerstin behandelt . Die Stute beobachte Kerstin dabei sehr genau und legte mit der Zeit ihre anfänglich große Skepsis ein wenig ab. Kerstin durfte oft nicht beim ersten Ansatz ihre Hände für die Akupressur liegen lassen sondern musste sich flexibel an die besonders schmerzhaften Punkte herantasten. Es war, als müsse Kerstin erst an weniger „wichtigen“ Punkten ihre Fähigkeit unter Beweis stellen.

Die Stute wendete sich sogar zwischenzeitlich einige Schritte ab, um sich dann nach einer kurzen Denkpause, Kerstin wieder zuzuwenden.

Die Behandlung beendete Flower dann auch freundlich aber bestimmt.

18. Februar 2008
Heute hat der Schmied Flowers von mir regelmäßig „rund“ -gehaltenen Hufe bis zum nächsten Termin in 8 Wochen durchgewunken.

Optisch bin ich mit der Entwicklung sehr zufrieden.

21. Februar 2008
Flower bewegt sich etwas schwingender, als vor der Behandlung. Sie schnaubt häufiger ab als sonst, mag sich noch nicht mit Freude bewegen, wenn ich treibe hält sie sich noch immer erst fest, legt die Ohren an und schlägt unwillig mit dem Kopf, macht dann aber doch.
Insgesamt taktet sie gleichmäßiger, hält ohne Nachtreiben ihr Tempo.

24. Februar 2008
Eigentlich hat heute nur Jocker einen Termin bei Kerstin, aber die Pferdedame wird doch mal kurz in Augenschein genommen.

Ich hatte Kerstin schon am Telefon davon berichtet, dass irgend etwas mit Flowers rechtem Vorderbein nicht in Ordnung ist. Sie hält es mir einerseits immer hin und findet es Klasse wenn ich das Bein dann nach vorne “raus ziehe“. Wie z. B. nach dem Satteln, um die Haut nach dem Gurten unter den Gut glatt zu ziehen. Oft dehnt sie sich dann, wie ein Hund nach dem Aufstehen, nur den Schweif kann sie zum Wedeln nicht gebrauchen. ;-)

Zum Auskratzen kann sie den Huf sehr schlecht still halten sie schwingt ihn immer vor und zurück.

Kerstin fand die Ursache in der Schulter und Oberarmmuskulatur und mit wenigen osteopatischen Griffen scheint das Thema nun aus der Welt zu sein.

3. März 2008
Heute hatte ich endlich mal wieder Zeit Flower in der Halle zu erst mit Jocker laufen lassen zu können und dann noch ein wenig an den Kappzaum zu hängen.

Obwohl der Boden im Winterpaddock zur Zeit griffig ist, sind die Beiden erst mal bockend, keilend und laute Darmgeräuschen von sich gebend durch die Halle getobt. Immer wieder forderten sie einander zum Wettrennen auf, bremsten sich gegenseitig keilend aus um dann wieder voll Speed zu geben.

Nach ca. 20 Min geben die beiden freiwillig die Rennerei auf und Flower atmet nur unwesentlich schneller als Jocker. Allerdings engagiert sie sich mental viel mehr beim Toben und lässt sich auf die Außenbahn drängen, was ihr nichts ausmacht, weil sie schneller ist. Typisch Araber: „Lieber Tod, als Zweiter.“

An der Longe konnte ich dann mit großer Freude einen guten Takt feststellen. Kein Zögern hinten rechts mehr zu erkennen. Sie trabt deutlich losgelassener und es ist ein Hauch von Schwung zu erkennen.

Tempowechsel „nach oben“ wurden artig befolgt, ohne die Ohren anzulegen und mit dem Kopf zu schlagen.

6. März 2008
Heute, nach 4 Wochen Pause (die nichts mit dem Gesundheitszustand der Pferde zu tun hatte!), zum ersten Mal wieder unter dem Sattel, trabte die Stute gleichmäßig wie ein Uhrwerk und locker wie ein Sahneflöckchen.

Die Atemprobleme sind nicht mehr da, auch im Galopp veratmete Flower sich nicht.

01. April 2008
Leider hatte der Winter uns im Griff und ich konnte mit den Pferden nicht regelmäßig zur Halle. Aber immer wenn ich sie dort laufen ließ, war ich zufrieden mit dem, was ich frei Laufend, frei Springend oder zwanglos an der Longe zu sehen bekam.

Flowers Atmung hat sich deutlich zum Positiven verändert und ich sehe nur selten am Anfang eine Spur von Taktunreinheit. Sie engagiert sich ehrgeizig in unfairen Galopprennen mit Jocker. Ich freue mich darauf, die Beiden im Mai über die Weide galoppieren zu sehen.

Schon seit Ende das vergangenen Jahres beschäftigt mich die Frage, ob es für Flower sinnvoll wäre, versuchsweise die Gaben der Globuli runter zu setzen. Eigentlich ist es ein Bauchgefühl.
Flower hat zu Beginn unserer homöopathischen Behandlung 2 – 3 einzelne Gaben am Tag bekommen und hat sich in den ersten 12 Monaten sehr schnell, sehr positiv entwickelt. Danach blieb die Tendenz leicht Aufwärts, aber es gab immer wieder kleine Einbrüche.

Zuletzt bekam sie 4 Gaben am Tag, 3 davon immer 2 Medikamente pro Gabe.

Da ich unsere THP nicht von der Idee überzeugen konnte, die Globuligaben runter zu setzen, mache ich das nun seit 3 Wochen auf eigene Verantwortung, langsam aber stetig und bin nun auf nur noch 2 Medikamenten auf 2 Gaben verteilt, mit einem mulmigen Gefühl im Bauch und der Hoffnung, eine richtige Entscheidung für die Pferde getroffen zu haben.

Mit der Entwicklung ihrer Hufe bin ich zufrieden. Letztes WE beim Ausritt mit ihren Hufschuhen zeigte sie einen raumgreifenden Schritt mit gleichmäßigem Takt.
Seit Wochen zum ersten Mal im Gelände - und dann allein unterwegs,- war für Flower nicht leicht, aber sie hat geschafft abzuschnauben, blieb ruhig und manchmal sogar ein wenig gelassen.

Hier gibt es Fotos vom 20.02.08 und vom 26.3.08

21.Mai 2008
Flower geht es sehr gut.

Die Herde ist nun schon seit 14 Tagen Tag und Nacht auf der Weide. Und wir haben schon die ausgelassenen „Galopptoberunden“ beobachten dürfen.

Flower geht nicht mehr lahm, arbeitet in der Halle willig mit und kommt recht gut ohne Hufschuhe zurecht. Meist reite ich ohne Schuhe, selten mit.

Auch sie schaffe ich nicht reiterlich auszulasten. Manchmal reite ich mit zwei Pferden aus (jeweils eins als Handpferd) und tausche die Pferde unterwegs. Weil es schon blöd aussieht mit zwei gesattelten Pferden durch die Gegend zu reisen, reite ich ohne Sattel, nur mit Halfter und Strick.

Sogar Flower versteht mittlerweile Spaß und ich darf nun auch die Pferde von Rücken zu Rücken tauschen. (Mein Glück, hoch komme ich nämlich nicht ohne Baumstümpfe oder Bänke ;o)

Wenn ich mit den beiden nur mit Halfter und Strick unterwegs bin, bleiben wir hübsch im Schritt. (besser ist das ;o) Mit Sattel geht traben und galoppieren nur, wenn Jocker das Reitpferd ist, auch in starkem Galopp. Flower kann es nicht leiden, wenn Jocker gern die Nase vorn hätte. Da hab ich im Sattel dann eher weniger zu sagen, also lassen wir das.

Flower bekommt nun schon seit vier Wochen keine Globuli mehr und hatte wie Jocker zwei manuelle Behandlungen.

Ende Juni 08
Flower hat einen sichereren Takt gefunden und auch ihr rechtes Hinterbein macht ihr offensichtlich weniger Probleme.

Das Aber ist für Außenstehende auf den ersten Blick nicht zu sehen. Unsere frühere Therapeutin nannte es immer „Meckern auf hohem Niveau“.

Im Schritt huft Flower hörbar gleichmäßig, sichtbar aber hi. re. einen halben Huf kürzer als links. Auf weichem Boden macht sie deutlich raumgreifendere Schritte als auf hartem Boden, was ich mit der Umstellung auf Barhuf erkläre. Sie hat eine hohe Leistungsbereitschaft und einen natürlichen Vorwärtsdrang.

Ihre ersten Trabtritte, egal ob an der Longe oder unter dem Sattel, sind immer deutlich klemmig hinten (gerade Hinterbeine, keine Bereitschaft die Sprunggelenke zu beugen und vor allem keine Kippbewegung in der Hüfte).  Das wird aber immer nach wenigen Minuten besser und verbessert sich unter der Arbeit weiter. Sie kommt dann auch schnell zum Abschnauben und die gesamte Mobilität verbessert sich zusehends.

Der lösende Galopp ist unharmonisch. Ich lasse sie ihre Haltung selbst wählen und bestehe ausschließlich auf ein ruhiges gleichmäßiges Tempo, reite im leichten Sitz. Leider ist dies noch immer die einzige Möglichkeit, sie zu Beginn einer Trainingseinheit Galoppieren zu lassen, ohne das wir uns schon in der Lösungsphase streiten. Nur so findet sie einen Rhythmus, nur so veratmet sie sich im Galopp nicht. Sie macht sich auf beiden Händen nach außen hohl, aber sie springt nicht mehr in Kreuz- oder Außengalopp und auch die einfachen Wechsel sind sicher.

Im Schritt und Trab sind Biegung und Stellung immer besser möglich, rechts immer schlechter als links. Ich bin sehr oft allein in der Halle und nutze die Möglichkeit, wechselnd gebogene Linien und den 2. oder 3. Hufschlag zu reiten.

Links Durchstellen ist schwierig, rechts noch schwieriger. Rechts klemmt die Schulter deutlicher als links.

Meine Trainingsziele für beide Pferde sind anspruchsvoll. Es würde mich freuen wenn ich mit ihnen S-Lektionen reiten könnte (wohl wissend, dass weder ich noch meine Pferde im Sport nur den Hauch einer Chance hätten, macht es mir Freude, dass wir an diesen Zielen wachsen und die Pferde an Kraft, Ausdauer und Stärke gewinnen). Das Schönste an den Zielen ist der Weg.
Wir werden so weit kommen, wie die Pferde Freude an der Arbeit haben.
Da ich genau so gerne Ausreite und den Pferden gerne freie Tage gönne, verfolgen wir meine Ziel nicht sehr strebsam, aber wenn ich mit den Pferden in die Halle gehe, mache ich das nicht vorrangig um sie zu „bewegen“, sondern um sie zu Gymnastizieren.

Ich sehe mich sozusagen als ihr Personal-Trainer und ich lasse mich wiederum auch durch Unterricht und Kurse coachen.

Flower ist sehr motiviert, kommt aber körperlich an ihre Grenze und ich spüre, dass sie will, aber nicht kann.
Wenn ich sie z.B. nach versammeltem Galopp frage, muss ich unweigerlich mit mehr Bein reiten und das kann sie nicht leiden. Sie kommt nur mit dem Tempo zurück und kann sich nicht setzen, dann verliert sie das innere Hinterbein und ärgert sich, bietet alles Mögliche an, nur keine reelle Biegung, das kann sie nämlich nicht.

Der Schweifschiefstand ist oft nicht mehr zu sehen. Wenn - in bekannter Weise nur leicht nach links. Nach solch einer Situation ist der Schweif dann sehr schief, stellt sich aber wieder gerader, wenn Flower wieder vorwärts abwärts darf.

Sie tritt hi. re. oft einen halben Huf kürzer als hi. li. Herr Dr. P. findet bei der Akupunktur zu den Symptomen passende.Zustimmungspunkte. 

11. Juli 08
Gleich nach der Behandlung ging es Flower deutlich besser. Leider verschlechterte sich der Zustand bei der Arbeit in den letzten Tagen wieder leicht.

Ich werde in Kürze für Flower einen weiteren Termin vereinbaren.

Am 14. Juli 08
wurde Flower ein zweites Mal von M.P behandelt. Diagnostisch war er sehr zufrieden mit ihr, viele Störfelder sind verschwunden oder kleiner geworden. Das Knie rechts macht ihr keine Probleme mehr, auch der Magen ist unauffällig. Der Herzmeredian noch auffällig, aber besser.

HWS um den 7. Wirbel „dicht“ und auch die dazu gehörende Muskulatur. Damit wäre das Schulterproblem fest eingegrenzt.

Flowers Bewegungsspektrum ist nach der Behandlung wieder deutlich besser, aber nicht so spektakulär besser als nach der ersten Behandlung.

Diesmal liegen ihre Probleme, so wie ich das sehe, ausschließlich im Muskelbereich. Seit Flower bei mir ist, ist es mir nicht gelungen, den „vielgespaltenen Dornmuskel“ aufzutrainieren.

Er verläuft in einer Reihe an allen Dornfortsätzen vom 7. Halswirbel bis zum letzen Lendenwirbel. Vor allem der Bereich vor den letzen Lendenwirbeln ist bei ihr auffällig schwach bemuskelt.

M.P. ist zuversichtlich, dass sie diese Muskeln nun wieder gebrauchen und damit auch trainieren kann. Ich bin sehr gespannt.

Ihre Hufe wachsen zur Zeit schneller, als es mir gelingt sie „abzureiten“. Auf Asphalt läuft sie sehr gut, auf Schotter noch immer sehr vorsichtig, aber ich muss nicht mehr absteigen.

Ca. alle 4 Wochen  werden sie nach AANHCP von D. Warkow-Fries getrimmt und ich bin sehr zufrieden mit dieser Entwicklung.

26. Juli 08
Gestern hat Flower mich am frühen Morgen in großen Schrecken versetzt!

Verletzungsbedingt hatte sie ein fast zugeschwollenes, tränendes Auge. Ich konnte die Verletzung der Hornhaut ohne große Mühe erkennen, der Glaskörper war leicht getrübt.

Da wir in der Herde ein Pony stehen haben, das durch eine Augenverletzung ein Auge verloren hat, kam ich gegen die in mir aufsteigende Panik kaum an.

Als Erstmaßnahme gab ich Flower Staphisagria und Euphrasia. Euphrasia als Globuli und ins Auge getropft und bestellte den TA, der binnen 60 Min. kam.

Die gute Nachricht war, dass der Glaskörper nicht beschädigt ist. Die Verletzung, die ich schon ohne fluoreszierendes Mittel erkennen konnte ist Gott sei Dank die Einzige.

Mit großem Widerstand bekam ich die Augensalbe, in geringerer Menge als vom TA empfohlen, ins Auge vom Pferd. Dafür nahm sie die in Apfelstückchen mit Globuli ca. alle 30 Min um so lieber.

Am Abend sah das Auge schon viel besser aus und heute Morgen ist es schon wieder mehr als ¾  geöffnet und der Glaskörper ist wieder völlig klar. Die Verletzung der Hornhaut ist im Gegenlicht gut zu erkennen.

01. August 08
Dem Auge geht es wider sehr gut! Die Verletzung ist nur noch stecknadelkopfgross. Das wird auch noch verheilen.

Nächste Woche werde ich sie auch wieder reiten.

27. August 08
Flower war in der Zwischenzeit noch ein Mal bei Herrn P. in Behandlung. Sie hatte auf die vorhergehenden Behandlungen sehr gut reagiert. Nur Hals und Schultermuskulatur der rechten Seite waren noch verspannt. Flower wurde akupunktiert, mit Laserakupunktur behandelt und Herr P. zeigte mir die Akupunkturpunkte, durch die ich Flower bei Bedarf helfen kann.

Ihr Auge ist vollständig verheilt und es geht ihr physisch und psychisch gut. Sie hat noch Probleme mit der Muskulatur der Hinterhand, besonders rechts, auch in Verbindung mit dem Knie. Therapeutisch möchte sie dort keine weitere Unterstützung. Nur Hypericum. Sie will viel Schritt ins Gelände - gern auch lange - ohne Hufschuhe, auch wenn sie dann Teile des Weges nur langsam und vorsichtig gehen kann.

In die Halle will sie nur zwei Mal in der Woche, aber nur an die Longe! Ein Mal nur Cavecon, ein Mal mit Longierhilfe, und auch da hat sie eine genaue Vorstellung wie diese eingestellt werden soll.

Hufeisen möchte sie auf keinen Fall. Evtl. vorübergehend einen Kunstoffbeschlag, aber nur hinten.

Kraftfutter oder Hafer braucht sie nicht, aber BT-Hefe.

11. November 2008
Flower geht es gut. Sie hatte keine Probleme im und mit dem Fellwechsel.

Ich sehe sie meist gut balanciert stehen oder ruhen. Sie ist sehr ausgeglichen und freundlich. Obwohl das Hufwachstum nun jahreszeitlich bedingt verlangsamt ist und die Pferde sich nun sehr häufig auf dem befestigten Teil des Auslaufes aufhalten, entwickeln sich ihre Hufe positiv.

Hufschuhe benutze ich nicht, wähle aber huffreundliche Wege. 

Februar 2009
Alles von ihrer Ausgeglichenheit, Freundlichkeit, Bewegungsfreude, bis zu Hufentwicklung ist positiv.

Die Entdeckung des LG-Zaum (Glücksrad) von Frau Monika Lehmenkühler für Flower war und ist der Hit in Tüten.
Flower liebt diese Zäumung. Ich hatte schon bei unseren Ausritten letzen Sommer bemerkt, dass sie wesentlich zufriedener nur mit Knotenhalfter zu reiten war. Beim Dressurreiten in der Halle war mir damit die Einwirkungsmöglichkeit zu ungenau.

Auf Trense neigt sie dazu, sich irgendwann nur noch auf die Hand zu konzentrieren und fast hysterisch auf unterschiedlichen Gebissen zu kauen. Zwar unterließ sie diese Art von Übersprungshandlung am langen Zügel sofort, aber durch ein erneutes Aufnehmen oder nur eine Korrektur konnte sie manchmal an schlechten Tagen immer unartiger bis wütend werden.

Dieses Phänomen ist ersatzlos gestrichen! Flowers Problem, sich unter dem Sattel im Galopp zu „veratmen“ ist ebenfalls geringer. Ich bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung.

Anfang Juli 09
Wie in meinem Bericht vom Kurs Alexandertechnik und Reiten zu lesen, haben Flower und ich eine völlig neue Ebene beim Reiten erreicht.

Das Glücksrad hatte uns schon deutlich weiter geholfen, da sich Flower nicht mehr so sehr auf meine trotz aller guten Vorsätze rückwärts wirkende Hand konzentrierte. Mir persönlich hat es sehr geholfen zu beobachten, wie Sarah Flower geritten hat und wie die Stute unter ihr förmlich zu erblühen schien.
Es war eine Art „positiver Ehrgeiz“ ebenso minimalistisch zum Ziel Harmonie, Takt und Losgelassenheit zu gelangen.

Die Unterrichtseinheiten mit Walter, der vorrangig mit uns Menschen arbeitete und Claudia v. Fürstenberg, die mir in auf einem Tisch liegend half, meinen Körper völlig zu entspannen, waren eine optimale Vorbereitung für die Arbeit mit Flower unter der Anleitung von Sarah.

Sarah hat Flower ca. 25 Minuten geritten und ihre Bereitschaft zur Mitarbeit geweckt.
Sie zeigte Flower und den anderen Pferden den Weg, auf den wir in der Theorie vorbereitet werden.

Unsere veränderte Balance auf das Pferd zu übertragen und dann das „Finale“, wenn Sarah uns auf unserem eigenen Pferde wieder neu zusammenbringt.

Flower und ich konnten viel vom Kurs mit nach Hause nehmen und zu Hause sichtbar vom Kurs profitieren.

Bei Flower hat V. G. keine ins Auge stechenden körperlichen Veränderungen bewirkt. Für Sie war seine Behandlung eher ein Seelenbalsam. Sie profitierte am meisten psychisch. Sie kann jetzt die Nähe zu anderen Pferden besser ertragen und wirkt weniger introvertiert den anderen Pferden gegenüber. Ich sah sie die letzten Tage mit Lena im unteren Offenstall dösen. Das gab es vor 14 Tagen noch nicht. Da stand sie höchstens mit „offenem Fluchtweg“ zur Tür neben Jocker.

Januar 2010
Flower ist einfach nur ein Schatz.
Mir gegenüber im Umgang immer freundlich und sanftmütig.

Unter dem Sattel leistungsbereit und ehrgeizig. Das führt schon mal zu Missverständnissen in der Feinabstimmung, weil sie vor lauter „kann ich!“ nicht bemerkt, dass die Fragestellung eine andere war.

Flower hat mir beigebracht immer zuerst meine Hilfengebung zu überprüfen und mit Geduld an den Punkt zurück zu gehen, an dem das Missverständnis aufkam. Um dort wiederum mit wenig Druck und viel Lob einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Meist reite ich sie mit dem Glücksrad, nur in der Halle manchmal auf Trense.

Sie kommt im Gelände deutlich besser mit ihren Barhufen zurecht als Jocker.

Wenn wir in einer Gruppe reiten wird immer Rücksicht aufeinander genommen. Meist funktioniert der Galopp prima und wenn sie dann doch mal übermütig wird und kein Platz dafür ist, das raus zu lassen, dann parieren eben alle durch zum Schritt und schon ist Ende der Diskussion.

Die verschneiten Wege letztes Wochenende habe ich auch mit ihr zum ausgiebigen Traben und Galoppieren nutzen können. Nur wir zwei allein. - Einfach nur schön.

Mai 2010
Mit den Hufen aller Pferde, Flowers eingeschlossen, hatten wir Anfang diesen Jahres große Probleme.
Sämtlich Straßen und Bürgersteige wurden wegen fehlendem Salz im Winter mit feinem Splitt gestreut und der liegt bis heute auf den Wegen und Straßen.

Diese kleinen Steinchen setzten sich bei feuchtem Wetter ständig in der weißen Linie fest und zerstörten sie langsam aber sicher gleichzeitig wurde sie zunehmend fühliger. Erst als die Trockenheit im April begann verbesserte sich der Zustand langsam.
Ich reduzierte die Ausritte zwar auf wenige Ritte im Monat, aber der Weg zur Halle reichte schon aus, um zig Steinchen pro Huf auf dem Weg dorthin “aufzusammeln”.

Da ich von Anfang Oktober bis Ende April eine andere Hufbearbeitungsausrichtung als NHC für unsere Pferde gewählt hatte, kann ich nicht beurteilen in wie weit sich das zusätzlich zu den bisher noch nie all gegenwärtigen Splittsteinchen ungünstig ausgewirkt hat. Genauso wenig wie der Wechsel zurück zu NHC etwas darüber aussagt, dass die Fühligkeit nun zunehmend nachlässt. Weil wir zeitgleich die Weidezeit erhöhten und sehr trockenes Wetter hatten.
Viele Barhufpferde in unserer Umgebung hatten dieses Problem bei unterschiedlichsten Hufbearbeitern.

Anfang März 2010 durfte Mary, die Tinkermixstute tagsüber auf einem eigenen Paddock bei uns zu Gast sein und Abends brachten wir sie fast 3 Wochen lang zurück in die Box in ihren “alten” Stall.
Wie fast alle Pferde der Herde hatten wir auch Flower und Mary freilaufend in der Reitanlage Bekanntschaft machen lassen. In der Halle waren die Pferde einander freundlich neutral eingestellt.

Hier bei uns war Flower mit ihrer Anwesenheit weniger einverstanden und zeigte das deutlich durch ihr “ohne Ohren Gesicht”.
Marys dominantes Auftreten wirkte auf Flower respekteinflössend. Als die Damen sich bei einer der ersten Kontaktaufnahmen an quietschten, drängelte sich Jocker entschlossen dazwischen um Flower zu beschützen. Beide Pferde zeigten einander Po an Po stehend die Hinterhufe. Jocker trat als erster die Flucht an und ich konnte ihm ansehen, wie geschockt er über so viel entschlossene Gegenwehr war.
Damit war geklärt, dass auch Flower nun einen großen Sicherheitsabstand zu Mary einhalten musste.

Innerhalb von 3 Wochen vergesellschafteten wir Mary recht zügig Tags in die Gruppe bis die Stute sich Abends nicht mehr gern in ihr altes zu Hause bringen lassen wollte. Da sich hinter Marys dominanten Gehabe keine wirklichen Führerqualitäten verbargen und sie nur selten ihren Spaß auslebte ihren neu erlangten Respekt auszuspielen, schliefen alle Pferde durch Späne nachweisbar im Stall und durften alle an der Heuraufe fressen, nachdem jeder einen Nachbarn gefunden hatte, neben dem zu Fressen erlaubt ist. Zu Mary halten alle mindestens zwei Fressplätze frei.

Mitte April stellten wir Crazy ein Vollblut, den ehemaligen Boxennachbarn von Mary auf einen Paddock mit Unterstand, um sich Zaun an Zaun an die Herde und ein Leben ohne Box zu gewöhnen. Flower und Crazy haben wir in den letzten Monaten häufig in der Halle gemeinsam frei laufend longiert. Das hat immer prima geklappt weil die beiden vom Typ und Schrittlänge harmonieren.

Auch ihm war die Herde Zaun an Zaun freundlich zugewannt und so ließen wir ihn nach 3 Tagen zu Herde auf eine nun ausreichend große Weidefläche um sich aus dem Weg gehen zu können.

Ohne Gerenne und ohne dass wir eine Rangelei beobachten konnten, hat Crazy Flower und Mary in seinen Bann gezogen. Jocker vesuchte Flower immer wieder zurück zu “seinem Teil der Herde zu treiben, aber Flower schloß sich immer wieder Crazy und Mary an. Beide Stuten rossten um die Wette und machten dem Braunen schöne Augen.
Jocker wurde von Flower nicht mehr beachtet. Sie hatte nur noch Augen für Crazy.

Flower machte es nichts aus, das der Wallach den beiden Stuten einen völlig anderen Rhythmus auferlegte als die Herde hatte. Zu den üblichen Zeiten sah ich keinen der Pferde liegen. Ich machte mir Sorgen, dass die Pferde wegen das Schlafmangels krank werden könnten. Wenn Jocker mit dem Rest der Herde auf der Weide war, standen die 3 an der Heuraufe und umgekehrt.

Unter dem Sattel und an der Longe arbeitete Flower gegen meine Befürchtungen gut mit und klebte nicht an ihrer neuen Herde. Wenn wir zurück zum Stall kamen wurde ihr allerdings die Entscheidung abgenommen wohin sie gehen möchte Crazy und Mary holten sie ab.

7.-9 Mai fand unser lang ersehnter 5. Kurs Kalexandertechnik und Reiten statt. Obwohl Flower und Jocker tagsüber eine Paddockbox teilten, gingen sie abends getrennte Wege.
Auch wenn die Herde und auch der Rhythmus sich allmählich wieder einander annähert sind die Pferde meist auf den ersten Blick erkennbar mit einem Sicherheitsabstand voneinander getrennt.

Diese Entwicklung gefällt mir im Moment nicht. Besonders Jocker leidet darunter seine Position verloren zu haben. Dazu mehr in seinem Tagebuch.

Um gegen die Spaltung der Herde zu arbeiten, nehme ich die Beiden jetzt wieder öfter zu zweit mit. Auf einen Spaziergang oder Ausritt. Dann scheint zwischen den Beiden alles wie immer zu sein. Erst am Stall driften sie wieder auseinander. Ich kann beobachten, dass Mary darauf besteht dass diese Kleingruppe erhalten bleibt. Crazy würde sich wahrscheinlich gern an schließen.

Mitte Juni 2010
Flower hat zu Jocker und zur Herde zurück gefunden, nachdem Crazy leider nicht mehr mit den anderen Pferden zusammen auf die Weide darf.
Wenn sie rossig ist, kann sie sogar freundlich zu Jamal sein ;-)

19.Juni 2010
Auch für meine Arbeit mit Flower habe ich ein dickes Lob bekommen.

In den Monaten vor dem Besuch von Sarah fühlte ich mich häufig eher ratlos. Wie verhindere ich, dass Flower sich gern und immer wieder hinter dem Zügel verkriecht. Welches Tempo ist „richtig“. Was muss ich verändern, damit sie hinten mehr Last aufnimmt? Woran liegt es, dass der Galopp nicht „runder“ wird? Reite ich sie besser mit Gebiss, auf das sie sich konzentriert, dem sie sich durch „schnucken“ nach hinten entzieht und wenn sie beginnt sich zu ärgern hektisch drauf rum kaut, - als Steigerung dazu beginnt mit dem Kopf zu schlagen? Oder mit Glücksrad, das sie ausnutzt um sich im Kopfgelenk fest zu halten und sich sehr stark anzulehnen?….. .

Eine für mich umsetzbare Antwort habe ich noch nicht gefunden. Wenn Sarah sie reitet sind alle Symptome wesentlich weniger zu beobachten.
Sie hat sie tiefer als Buggelenk kommen lassen, hat sie dazu aufgefordert fleißiger von hinten zu treten und den Rücken aufzuwölben. Ihre Fußarbeit wurde schnell raumgreifender und es war deutlich mehr Schwingung im Rücken erkennbar. Das Tempo war deutlich höher als das von mir in den letzten Wochen als angenehm empfundene Tempo.

Ich kann dieses Tempo, diesen Schwung nicht aussitzen, was bei Sarah mühelos auschaut. Ich muss dann Leichtraben, zu lasten des duchschwingenden Rücken. Seit dem Kurs habe ich Flower einige Male in der Halle geritten. Es ist mir noch nicht gelungen das gute Gefühl, das ich während des Unterrichts mit Sarah hatte, zu reproduzieren.

September 2010
Flower hat nun auch einen neuen Sattel von Jenny Kapretz angepasst bekommen.
Für mich eine riesen Umstellung von meinen Westernsätteln zurück zum Dressursattel. Besonders trauere ich um meine Jeans, die sich im Dressursattel nicht mehr stimmig anfühlen.
Flower gefällt ihr neuer Sattel offensichtlich sehr gut.

Oktober 2010
Der Vollständigkeit halber liste ich auch Flowers Huffotos ohne Wertung.
Ich habe mich in den letzten 3 Jahren 100te von Sunden mit dem Thema Hufe beschäftigt. Immer auf der Suche nach der besten Lösung für meine Pferde. Ich habe mit x Huffachmenschen gesprochen, das Internet durchforstet die Hufe meiner Reitschüler studiert und mich dazugestellt wenn diese bearbeitet wurden und habe auch diese Berabeiter mit meinen Fragen gelöchert.

Oktober 2007
Januar 2008
Februar 2008
Mai 2008
Juli 2008
Januar 2009
April 2009
März 2010
September 2010
Oktober 2010
November 2010

28. Februar 2011
Flower wird auch noch einige Zeit mit den Umbauprozessen ihrer Hufe und Co. zu tun haben. Suboptimale Bewegungsabläufe lösen auf die Dauer Beschwerden aus. Das ist bei uns Menschen nicht anders. Was dabei die Henne war/ist und was das Ei, ist oft nicht zu sagen und im Grunde auch unerheblich, weil beides behandelt werden sollte.

Die vor Jahren spannungsgeladene Stute ist heute ein völlig anderes Pferd. Im Schritt am hingegebenen Zügel ist sie sehr leicht lenkbar, nach allen Seiten verschiebbar. Aber kaum denke ich darüber nach die Zügel laaaangsam aufzunehmen ist die Losgelassenheit futsch.

Mit aufgenommenem Zügel ist sie, ob nun mit oder ohne Gebiss im Maul, mit der Nase hinter der Senkrechte und nicht bereit mit meiner Hand reellen Kontakt aufzunehmen. Für 95 % der Restreiterwelt machen wir so im Schritt und Trab noch immer einen guten Job. Das liegt aber nur daran, dass die Stute grundsätzlich schöne Bewegungen hat und viele Menschen keine Vorstellung haben, wie es aussehen würde, wenn Pferde losgelassen unter ihren Reitern arbeiten würden.

Ganz schlau empfinde ich dann immer die Ansage der Mitreiter, dass ohne Anspannung keine Versammlung möglich ist. Stimmt – So lange der höhere Tonus nicht mit Verspannung verwechselt wird. Noch finde ich bei Flower die Bedienungsanleitung in großen Teilen nicht. Vom Boden aus kann ich mich an ihren positiven Veränderungen nicht genug erfreuen.
Gut, dass das nächste Seminar mit Walter langsam in sichtbare Nähe rückt.

November 2011
Es gibt Dinge die man ja nicht laut sagen sollte, aber Flower hat nun Hufschuhe die sie in der Regel nicht mehr verliert.
In den letzten Monaten habe ich sie konsequent immer mit Hufschuhen geritten, vorn sogar mit Comfort-Einlagen. Das hat uns einen riesen Schritt nach vorn gebracht. In der Platzarbeit, in der Hufentwicklung und beim Ausreiten.

Mit der neuen Herdenkonstellation kommt sie gut zurecht. Die 3 Damen sind offensichtlich nicht miteinander befreundet. Flower & Jocker sind meist in unmittelbarer Nähe anzutreffen, sie kleben aber nicht aneinander.

Die Handarbeit und das Reiten macht viel Freude. Egal ob ich sie auf dem Platz reite oder im Gelände. Mit ihr “zu arbeiten“ macht eigentlich immer Spaß. Wenn einer von uns einen weniger guten Tag hat, reite ich sie bestenfalls eine Runde Schritt ins Gelände. Ich muss weder sie ärgern, noch mich selbst.

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