Flower

Geb 05.1995

Aswan

Palas

Dekolt

Panel

Negativ

Donna

Dysputa

Flower

Sassafras

Shamaran

Feya

Diamond Drop

Track Spare

Farina

Fille D’Amour

Meine  Anglo Araber Stute (geb. 95) kaufte ich September 2004.

Kennen gelernt habe ich sie im Urlaub in Holland.

Da Jocker nicht gut drauf war, hat unsere Vermieterin mir Flower zu Verfügung gestellt. Ich hab sie in der Gruppe in allen Gangarten ausgeritten, sie auf dem Platz und auf einer großen Weide allein gearbeitet und wir sind gut miteinander klargekommen.
Trotz sehr guter, fürsorglicher Haltung war sie als einziges Pferd mager, die Schultern “hingen fest”, auch waren die Blockaden der Lendenwirbel nicht zu übersehen, zusätzlich ein deutlicher Schweifschiefstand. Aber lösende Übungen zeigten Erfolg, das Pferd war bemüht und die Augen....... Jocker und ich waren uns einig, mein Mann war zu überzeugen und so haben wir sie mitgenommen. 

Im Bergischen angekommen war erst alles prima. Die Rangordnung am Boden war in ihren klaren Phasen geklärt. Da war sie sensibel und gehorchte kleinen Zeichen. Stimme heben reichte, zur Not mal ein klatsch mit dem Führstrick. Sie kam auf Ruf über 3 ha Weide im Galopp. Band ich sie an fremden Plätzen an und verschwand aus ihrem Sichtkreis rief sie mir nach, hampelte wie eine verrückte und sie begrüßte mich laut, wenn ich wieder auftauchte. Auch wenn sie bekannte Pferdegesellschaft hatte.

Nach der 1. Behandlung durch eine Osteopathin, neuem passenden Sattel, und kleinen Fußmärschen ins Gelände, Longe und Platzarbeit startete ich nach ca. 3 Wochen zu einem Ausritt, bei dem ich mein blaues Wunder erlebte. Nach 10 Min. mitten auf freiem Feld ist sie unvermittelt geplatzt wie eine Bombe.

Es ging ganz schnell 1. unwilliges Kopfschlagen 2. ich versuchte sie zu beschäftigen. 3. Steigen, Bocken, spanischer Schritt mit dem Versuch, dabei das Kopfzeug abzustreifen.
4. ich sprang ab und versuchte, sie von unten zu kontrollieren. 45 min hat sie sich nicht beruhigen können.

Sie drängelte, rempelte mit ruhigem Auge und ohne zu schwitzen.
Ich hatte 0 Chance, wieder in den Sattel zu kommen, sie drängte mich ab unddrohte zu steigen. Es blieb mir nichts anderes übrig, als sie nach Hause zu führen und ich war heilfroh, unfallfrei zu Hause angekommen zu sein.

Nach diesem Ereignis zog ich es vor, erstmal in der Halle und dem Reitplatz mit ihr zu arbeiten, was auch relativ gutt klappte. Sie war temperamentvoll, lauffreudig und ständig bereit, ihr Mißfallen auszudrücken. Sie kaute wie wild auf derm Gebiss und schlug mit dem Kopf. Sie wollte eine weiche Hand, aber jedes Nachgeben quittierte sie mit dem Versuch davon zu stürmen. In der Halle blieb sie aber kontrollierbar!

Galoppieren in der Halle war schwierig, weil sie gern Renngalopp anbot und wenn sie nicht rennen durfte oder sollte wurde sie immer unfreundlicher bis zum Buckeln und Bocken.

Trotzdem habe ich immer wieder versucht, kleinere Ausritte mit in unser Trainingsprogramm aufzunehmen, aber leider ohne großen Erfolg. Sie blieb gefährlich und unberechenbar.

Es gab im Gelände keine bestimmten Plätze oder Situationen, an denen sie ausrastete. Es war auch egal, ob ich mit ihr alleine war oder wir einen Gruppenausritt machten. Meiner Beobachtung nach spielte lediglich HS eine große Rolle,

Lediglich die Reitzeit bis zum „Ausbruch“ verlängerte sich auf ca. 30 min., die Ausraster waren weniger heftig und sie „erkannte“ mich schneller, nachdem ich abgestiegen war. Oft führte ich Sie mit Sattel spazieren um immer mal wieder auf und ab zu steigen. Ich kaufte eine Sicherheitsweste, einen neuen Reithelm und benutze sie auch.

Im Oktober 04 hatte sie sich dann zu allem Unglück das Griffelbein vorne links gebrochen. Im Paddock an einer Heuraufe, bis jetzt völlig unverständlich, wie sie das geschafft hat. Bis jetzt hat auch noch kein anderes unserer Pferde ein solches Talent vorweisen können!.

Daraufhin bekam sie innerhalb unseres Offenstalls eine Paddock - Box.
Der Liegebereich der Herde war nur mit Hanf eingestreut, da war der Neid der anderen auf Flowers Stroh schon grenzenlos! Als das Schettimix es fast geschafft hatte, die Umzäunung zu zerstören, setzte ich diese einmal gezielt unter Strom. Die arme Flower geriet ebenfalls an den Strom, rutschte aus und schlug 2 Tage vor dem Abschlussröntgen Ende Dezember so unglücklich mit dem rechten Bein gegen den Pfeiler der Box, daß nun das Griffelbein v. re gebrochen war. Dafür war wenigstens der Bruch vorne links wieder verheilt.....

Die arme Flower fand ihren Boxenaufenthalt schon zum Ende des ersten Bruchs mehr als lästig, während doch alle anderen schön draußen rumturnen durften! Aus diesem Grund stand sie während der Rekonvaleszenz des ersten Bruchs über Tag schon mit einem friedlichen Gesellschafter auf ca. 30 qm Pflasterpaddock. Da hab ich es dann nicht über das Herz gebracht, sie zum Anfang der Behandlung des zweiten Bruches wieder “einzuknasten”. Sie hätte in ihrer Box eh nur rumgeturnt und jede Chance auf Heilung zu Nichte gemacht!

Im Winter hab ich zwei Mal beobachtet, wie sie im Stehen ruhend, ohne Vorzeichen, einfach in sich zusammenfiel. Anschließend stand sie sofort mühelos wieder auf, schüttelte sich mit tiefem Kopf und stellte sich wieder hin als sei nichts geschehen. Da ich es nicht besser wußte ,ging ich leicht naiv davon aus, das sie im Stehen in den Tiefschlaf gesunken und dann umgefallen sei. 

Anfang Februar 05 lahmte sie vorne rechts immer noch obwohl der Griffelbeinbruch auf dem Röntgenbild o.B. war..
In der Klinik stellte der Tierarzt beim Röntgen fest, dass die tiefe Beugesehne durch den Bruch in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Im März sollte ich mit 30 min. Schrittarbeit unter dem Sattel beginnen. Das das mit dem Reiten auf hartem Boden nix wird, hatte ich mir ja schon gedacht, aber ich dachte, als Handpferd mit meinem Jocker ..... .
Wir kamen nicht wirklich weit! Und wir haben es überlebt!

Auch das Führen auf hartem Boden war nicht umzusetzen. So unmöglich, wie sie sich als Handpferd benommen hatte, so benahm sie sich nun an der Hand. Es war nicht möglich, die Furie an der Straße entlang zur Reitanlage zu führen. Sie keilte nach allem, was sich bewegt und hüpfte aus purer Lebensfreude wie ein Gummiball um mich herum. Nicht das ich Schwierigkeiten gehabt hätte, sie festzuhalten, das war kein Problem, aber sie trat nach Autos, Radfahrern und Motorrädern!
Aus Verzweiflung hab ich sie allein ins Paddock gesteckt. Motto: Entweder das Bein hält oder es hält nicht!
Ich wollte nicht für Tote oder Verletzte verantwortlich sein.

Auf dem Paddock ist sie dann ausgerastet wie eine Geisteskranke. Hat sich immer wieder hin geworfen zum Wälzen, um dann bockend Runde um Runde über das Paddock zu segeln, nur um sich dann wieder hinzuwerfen.

Nachdem sie die Möglichkeit bekommen hatte, sich auszutoben, war es dann am nächsten Tag möglich, gefahrlos für mich und alle anderen Verkehrsteilnehmer, die 1,2 km zur Reitanlage zurückzulegen. Auch die dargebotenen Rodeoveranstaltungen an der Longe wurden zum Bedauern unserer Zuschauer im Laufe der nächsten drei Wochen immer weniger.

Bevor ich im April ‘05 die Behandlung durch die THP begann, hatte ich erneut versucht, Flower im Schritt nach Anweisung der Tierärzte auf hartem Boden zu reiten. Im Gelände bekam sie weiterhin ihre lebensgefährlichen Tobsuchtsanfälle. Nach zwei Versuchen habe ich meiner Gesundheit zu liebe das Ausreiten eingestellt.
Ich dachte daran, sie wieder zu verkaufen, hatte nur noch keine Vorstellung, wer außer dem Betreiber einer Hundefutterfirma oder einer stark suizidgefährdeten Person wohl Interesse an so einem Feuerstuhl haben könnte.
Um sie trotzdem bewegen zu können nahm ich sie oft als Handpferd mit. Das war wenigstens nicht lebensgefährlich und ich hatte die stille Hoffnung, dass eine gewisse Ruhe und Gelassenheit durch die Routine im Gelände einkehren würde.

Ihre Fortschritte in der Bahnarbeit waren dagegen echt bemerkenswert! Das war ihre Rettung, denn damit hatte sie sich wirklich eine Existenzberechtigung erarbeitet! Ich hatte vor, sie dressurmäßig so weit zu fördern, das ich sie guten Gewisses als Dressurpferd verkaufen könnte.

Negativ zu beobachten war allerdings, das das Shaken Anfang April 05 deutlicher wurde, auch ihre Stimmungen wechselten oft, an einem Tag war von innerer Unruhe bis lethargisch alles drin.

Das war die Zeit, als die THP kam, um mal nach Jockers Husten und Durchfall zu schauen.

Eigentlich hatte ich nicht geplant, Flower auch vorzustellen, aber die Diagnostik bei Jocker war so interessant und aufschlußreich, dass ich mir Gott sei Dank nicht verkneifen konnte, Flower auch untersuchen zu lassen.

 

Flower Verlauf:

Seitenanfang